Ein halbes Jahr war es mittlerweile her, dass ich von der Schwangerschaft erfahren hatte.
Es gab keine Zeit in meinem Leben, in der ich glücklicher war, als in den letzten paar Monaten.
So lange hatten Edward und ich uns ein Baby gewünscht und endlich wurde uns dieser Traum erfüllt.
Der Beweis unserer Liebe, direkt unter meinem Herzen… was gab es Schöneres?
Nachdem der Test in Alice’ Badezimmer positiv ausgefallen war, war ich in Edwards Armen vor lauter Freude in Tränen ausgebrochen.
Es war einfach unfassbar für mich, dass ich wirklich schwanger sein sollte… dass all unsere Hoffnungen nicht umsonst waren.
Alice und Jasper erfuhren an diesem Abend als erste, dass der Test positiv ausgefallen war.
Am nächsten Tag fuhr Edward mit mir zum Frauenarzt.
Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen, dass der Test kein falsches Ergebnis angezeigt hatte und als meine Ärztin uns bestätigte, dass wir bald Eltern werden würden, konnten wir unser Glück kaum fassen.
Direkt für das nächste Wochenende luden wir unsere Eltern bei uns zum Essen ein.
Alice hatten wir um stillschweigen gebeten, da außer ihr und Jasper bisher noch niemand von der Schwangerschaft wusste und unseren Eltern würden wir es dann doch gern lieber persönlich erzählen.
Carlisle und Esme wunderten sich nicht weniger über unsere Einladung, wie Charlie und Renée es taten, aber natürlich freuten sie sich.
Es war ein wirklich sehr gemütlicher Abend und sobald Edward und ich das Dessert an den Tisch gebracht hatten verkündeten wir freudestrahlend, dass unsere Familie bald wachsen würde.
Esme und Renée brachen sogar in Tränen aus, woraufhin auch ich in ihren Tränengesang mit einstieg.
Aber auch Carlisle und Charlie ließ diese freudige Nachricht nicht ganz unberührt.
Ich sah das Glänzen in ihren Augen.
Und nun war ich bereits im neunten Monat. Der Geburtstermin war für in etwa zwei Wochen angesetzt.
Edward und ich konnten den Moment kaum noch erwarten, bis wir unser kleines Mädchen in den Armen halten würden.
Für uns war es egal gewesen, was für ein Geschlecht unser Baby haben würde.
Aber wir waren viel zu neugierig, als das wir bis zur Geburt hätten warten können und außerdem wollten wir das Kinderzimmer in der richtigen Farbe streichen.
Edward war während der Schwangerschaft einfach nur unglaublich zu mir gewesen.
Er hatte mich nicht bemuttert und mich auch nie wie ein rohes Ei behandelt, welches bei der kleinsten Bewegung zu zerbrechen drohte.
Wenn es allerdings darum ging, schwere Sachen zu heben oder wenn ich mal wieder zu lang arbeitete, zog Edward mir Grenzen auf.
Ich hatte nichts gegen diese Grenzen.
Ganz im Gegenteil.
Ich war froh, dass er da war, mir diese Grenzen auferlegte und darauf achtete, dass ich mich nicht überanstrengte.
Alles, was für mein Baby irgendwie schädlich sein konnte, versuchte ich zu vermeiden.
Ich fing vor Freude beinahe schon wie Alice an zu quieken, als ich das Schloss der Tür knacken hörte.
Obwohl ich Edward erst heute Morgen das letzte Mal gesehen hatte und ich in seiner Mittagspause noch mit ihm telefoniert hatte, hatte ich ihn schrecklich vermisst.
Es war ein komisches Gefühl für mich, nicht mehr zu arbeiten, aber dafür hatte ich jetzt eine andere Aufgabe in meinem Leben bekommen, die wichtigste Aufgabe meines Lebens.
Unser Baby!
Mein kugelrunder Bauch hinderte mich daran, schnell von der Couch, auf der ich lag aufzustehen, damit ich ihn an der Tür freudig empfangen konnte.
So gern hätte ich ihn wieder näher gespürt, wie seine Brust mit meiner in Kontakt kam, wenn wir uns in den Arm nahmen, aber dieses Gefühl war mir erst einmal verwehrt.
Ich hatte es gerade geschafft, mich aufrecht hinzusetzen, als Edward auch schon durch die Wohnzimmertür geschlendert und auf mich zukam, sein typisches Grinsen auf diesen schönen Lippen.
Noch bevor ich dazu kam, mich von der Couch zu erheben, damit ich auf ihn zulaufen konnte, hatte er mich schon längst erreicht und drückte mir einen zarten Kuss auf meinen Lippen.
Würde ich in diesem Moment nicht sitzen, würde ich Edwards Halt brauchen, damit ich vor Benommenheit nicht umkippte.
Manchmal wusste ich nicht, ob manche meiner körperlichen Reaktionen auf ihn nur schwangerschaftsbedingt waren oder ob meine Liebe zu ihm wirklich größer geworden war, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.
„Hallo Liebste“, hauchte er, während er seine Stirn gegen meine presste.
Die Augen noch immer wegen diesem wunderschönen Kuss geschlossen, griff ich blind mit meiner rechten Hand nach seinen Nacken und kraulte ihn dort etwas, spielte mit diesen feinen Härchen.
Ich drückte ihm noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor ich meine Augen öffnete und nur ein leises „Hey“ meine Lippen verließ, was eigentlich mehr einem Wispern glich.
Egal wie oft ich schon in seine Augen geblickt hatte, immer wenn dieses intensive grün mich traf, war ich wie benommen und ich hoffte sehr, dass sich das niemals ändern würde.
„Wie geht es euch?“, fragte er mich, hauchte einen weiteren Kuss auf meine Lippen, legte seine Hand an meinem Bauch und streichelte mit seinem Daumen sanft darüber.
Jeden Abend, wenn er von der Arbeit kam, stellte er mir diese Frage und berührte meinen Bauch und jedes Mal war mein Herz kurz davor vor lauter Freude zu explodieren.
Es war schön, wenn er es tat, wenn er mir diese Frage stellte und nach unserem Wohlbefinden fragte.
Meine noch freie Hand wanderte zu meinem Bauch und fand dort ihren Platz an Edwards Hand.
Seine Finger verwoben sich mit meinen und nachdem er mir wieder einen Kuss auf die Lippen gedrückt hatte, blickte ich auf unsere verwobenen Hände auf meinem Bauch hinab.
„Uns geht es ausgezeichnet“, antwortete ich ihm mit einem Lächeln auf den Lippen und spielte mit seinen Fingern.
Im nächsten Augenblick setzte sich Edward auch schon neben mich auf die Couch, und zog mich sofort mit sich, als er sich nach hinten lehnte.
Meinen Kopf legte ich auf seine Schulter ab, während er mit einer Hand meinen Rücken entlang streichelte und dasselbe Spiel mit der anderen Hand an meinem Bauch vollführte.
Es war ein wunderschönes Gefühl, hier mit ihm auf der Couch zu sitzen und einfach nur zu kuscheln und die gemeinsame Zeit die wir hatten zu genießen.
Nicht mehr lange und wir wären bald zu dritt.
Wer wusste schon, wann wir unsere Momente bekommen würden, sobald unser Baby zur Welt kam?
Wir wussten, dass es hart für uns werden würde, ganz besonders am Anfang, aber irgendwie würden wir das schon schaffen.
Und selbst wenn nicht, so würden wir dann unseren kleinen Engel im Arm halten und mit ihr unsere Kuschelzeit verbringen können.
„Hast du Hunger?“, hörte ich meinen Mann fragen, während ich schon fast dabei gewesen war in seinen Armen einzuschlafen.
Es fühlte sich einfach zu gut an, hier mit ihm zu liegen und seinen Duft einzuatmen.
Es entspannte mich.
„Haben wir noch Eis?“, fragte ich ihn und hob meinen Kopf, damit ich ihn direkt anschauen konnte.
Mit einem Lächeln beugte er sich zu mir hinunter und küsste mich, bevor er sich von der Couch erhob.
„Was machst du da?“, wollte ich von ihm wissen und hielt ihn mit beiden Händen an seinem Handgelenk fest.
Ich wollte nicht, dass er jetzt ging und mich auf dieser Couch alleine lies.
Er war doch gerade erst von der Arbeit zurückgekommen.
Leise Lachend entzog sich Edward meinem Griff an seinem Handgelenk und nahm mein Gesicht in seine Hände.
„Nachgucken ob wir noch Eis für dich haben“, erklärte er mir, woraufhin ich augenblicklich rot wurde.
Obwohl wir schon seit fast neun Jahren zusammen waren, hatte ich diese Eigenschaft von mir immer noch nicht abgelegt.
Edward beteuerte mir immer wieder, wie schön er es fand, wenn ich rot wurde und das ganz besonders dann, wenn es wegen ihm geschah.
Er beugte sich noch einmal zu mir runter und schenkte mir einen seiner Küsse, auf die ich nie im Leben verzichten könnte und flüsterte mir noch ein „Ich liebe dich“ zu, bevor er wieder von mir abließ und aus dem Wohnzimmer verschwand.
Ein Weilchen blickte ich ihm noch hinterher, starrte auf den Durchgang der Tür, den er soeben passiert hatte, bevor ich mich wieder nach hinten lehnte und meine Hände auf meinen kugelrunden Bauch ablegte und sanft darüber fuhr.
Ich spürte ein kleines stupsen an meiner Handinnenfläche und das Lächeln, welches sofort mein Gesicht zierte, war nicht zu bändigen.
„Hallo meine Kleine“, sprach ich mit dem kleine Wesen in meinem Bauch und streichelte noch einmal sanft darüber.
Edward und ich sprachen oft mit dem Baby.
Wir hatten mal irgendwo gelesen, dass es sogar gut war, wenn man es tat.
So konnte sich unsere Kleine wenigstens schon mal an unsere Stimmen gewöhnen.
„Geht es dir gut dort drin?“, fragte ich und spürte nur wenige Augenblicke später wieder eine Regung an meiner Handfläche, was ich als ein ‚Ja’ meines Babys deutete.
Mein Lächeln wurde nur noch breiter.
Ich musste bestimmt schon wie eine Irre aussehen, so wie ich hier saß, mit meinem Bauch redete und wie eine Verrückte vor mich hinlächelte.
Aber ich war glücklich… sogar mehr als das.
Ich hatte einen wunderbaren Mann an meiner Seite, der nicht besser hätte sein können.
Ich liebte ihn und wenn es ein stärkeres Wort für Liebe geben würde, dann würde genau das auf uns zutreffen.
Das wundervolle daran war, dass diese Liebe nicht abzuschwächen schien.
Es war eher so, als würde sie von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, nur noch größer werden.
Natürlich stritten wir uns, wie andere Paare es auch taten, aber die Versöhnung machte jeden einzelnen Streit wieder gut.
Und nun erwarteten wir ein Baby… unser kleines Wunder.
„Weißt du, deine Mommy und dein Daddy können es kaum noch abwarten, bis du endlich hier bei uns bist“, sprach ich weiter mit meinem Kind und streichelte die Stelle, an der ich sie zuletzt gespürt hatte.
Ich freute mich schon so wahnsinnig auf dem Moment, wenn ich meine Tochter zum ersten Mal in meinen Armen halten würde.
Dieser Tag rückte immer näher und dieses Gefühl, dass dieses kleine Wesen bald nicht mehr in meinem Bauch war, war unbeschreiblich.
„Unser kleines Wunder“, flüsterte ich schon beinahe, als ich wieder den kleinen Stups fühlen konnte und auf die Stelle starrte, an der sich meine Hand befand.
„Du wirst eine großartige Mutter“, hörte ich die Stimme meines Mannes und blickte sofort auf.
Dort stand er, an dem Türrahmen gelehnt und mit einem Eisbecher, inklusive zwei Löffeln in der Hand haltend.
Mit einem Lächeln kam er auf mich zu, stellte die Sachen in seiner Hand auf dem Tisch ab und legte seine Hände an meine.
„Meinst du?“, fragte ich ihn etwas unsicher und blickte in seine grünen Augen, die mich intensiv musterten.
„Natürlich“, sagte er nur, nahm eine Hand von meinem Bauch weg und führte sie zu seinem Mund, wo er ihr einen Kuss darauf hauchte.
„Die Beste“, kam es noch von ihm, ehe seine Lippen wieder mit meinen in Kontakt kamen.
Ich liebte das Gefühl, seine Lippen auf meinen zu spüren und wenn es möglich wäre, dann würde ich nichts anderes mehr spüren wollen.
Seine Zunge glitt sanft meine Lippen entlang, woraufhin ich sie einen Spalt öffnete und ihm somit den Einlass in meinem Mund gewährte.
Gott, wie ich es liebte, ihn auf jede erdenkliche Art und Weise die es gab zu küssen.
Besonders, wenn ich ihn so küssen durfte.
Unsere Lippen stupsten sich immer wieder gegenseitig an, meine Hände vergruben sich in seinen Haare, so wie sie es jedes Mal taten, wenn wir uns so nahe waren.
Doch leider nahm auch dieser Moment viel zu schnell ein Ende.
Völlig außer Atem hatten wir unsere Stirn an den jeweils anderen gelehnt, sahen uns gegenseitig an, was es mir noch schwerer machte, meinen verlorenen Atem wieder zu erlangen.
Edwards Augen waren immer so ausdrucksstark und dieses Grün, welches diese Augen zierte, machte es nur noch intensiver.
All seine Liebe und all seine Leidenschaft war darin abzulesen und das obwohl ich zurzeit aussah wie ein Heißluftballon.
„Ich liebe dich“, flüsterte ich ihm zu, obwohl niemand anderes uns hätte hören können.
Aber wenn ich zu laut sprach hatte ich das Gefühl, als würde ich diese wunderbare Atmosphäre ruinieren und das wollte ich möglichst vermeiden.
„So, wie ich dich liebe“, hauchte er zurück und drückte mir noch einen federleichten Kuss auf die Lippen, ehe er sich von mir abwendete und nach dem Eis auf unserem Couchtisch griff.
„Teilst du mit mir?“, fragte er mich und hielt mir den Eisbecher mit dem Löffel entgegen.
Lächelnd nahm ich es an, öffnete die Packung und löffelte das Silber in meiner Hand damit, nur damit ich es ihm vor dem Mund halten konnte und ich ihm somit die Antwort auf seine Frage gab.
Es gab nichts auf der Welt, was ich nicht mit ihm teilen wollte.
Ich wollte alles mit ihm teilen, mein Leben, meine Liebe und sogar das Eis, was in meiner Schwangerschaft für mich lebensnotwendig geworden war.
Eine Weile fütterten wir uns gegenseitig und gerade als ich dabei war, ihn mit der nächsten Portion Eis zu versorgen, ließ ich auf Grund des stechenden Schmerzes an meiner Seite abrupt den Löffel fallen, welcher klirrend auf den Boden fiel.
Meine nun freie Hand wanderte zu der Stelle, an der ich diesen Schmerz verspürt hatte und mit der anderen Hand hielt ich mich an der Couch fest.
„Was ist? Was ist los?“, hörte ich die leicht panische Stimme meines Mannes sagen, der im nächsten Moment vor mir kniete und in mein schmerzverzerrtes Gesicht sah.
Ich wollte nicht, dass er sich große Sorgen um mich machte und versuchte mich irgendwie zu einem Lächeln zu zwingen, doch schon im nächsten Moment überkam mich eine weitere kleine Welle des Schmerzes.
„Es tut weh“, versuchte ich ihm zu erklären und ließ mit meiner Hand die Couch los, damit ich mich an seiner Schulter festkrallen konnte.
„Sind das die Wehen?“, fragte er mich, während er versuchte mich irgendwie zu beruhigen, indem er mit seiner Hand leicht meinen Oberschenkel streichelte.
„Keine Ahnung, ich hatte noch nie welche“, fuhr ich ihn an, was mir im nächsten Moment, sobald dieser Schmerz wieder nachgelassen hatte, wieder leid tat.
„Es ist vorbei“, murmelte ich und sah ihn entschuldigend an.
Ich wollte ihn nicht ankeifen, schließlich machte er sich nur Sorgen um mich, aber in dem Moment war mir seine Fragerei einfach zu viel geworden.
„Sorge dich nicht darum, Liebste. Aber vielleicht wäre es besser, wenn wir dich jetzt ins Krankenhaus fahren“, schlug er vor, woraufhin ich nur zustimmend nickte.
Obwohl ich keinerlei Schmerzen mehr verspürte, half mit Edward von der Couch aufzustehen und zog mich in eine Umarmung.
„Du hast mir einen Schrecken eingejagt“, flüsterte er mir zu, als er mir einen Kuss auf die Stirn drückte.
„Tut mir leid“, entschuldigte ich mich und drückte mich etwas näher an ihn.
Am liebsten würde ich einfach so hier stehen bleiben und seine Arme um meinen Körper genießen, doch der nächste Schmerz an meiner Seite verhinderte es, dass ich diesen Augenblick auskosten konnte.
Edward hielt mich in seinen Armen, während ich mich bei diesem Schmerz in sein Hemd krallte, die Zähne zusammen biss und darauf wartete, dass auch dieser Schmerz wieder ein Ende nahm.
„Wir sollten uns beeilen“, murmelte er und beförderte uns beide zur Wohnungstür.
Die Fahrt ins Krankenhaus kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor.
Hin und wieder überkam mich wieder ein Stechen oder Ziehen in meinem Bauch, woraufhin Edward sofort nur beschleunigte.
Je näher wir dem Northwestern Memorial Hospital kamen, desto sicherer wurde ich mir, dass es sich bei diesen Schmerzen tatsächlich um Wehen handelte.
„Alles wird gut“, hörte ich meinen Mann sagen, der seine Hand auf meinen Oberschenkel ablegte und ihn sanft streichelte.
„Du hast leicht reden“, murmelte ich, genoss seine Berührung und griff mit meiner Hand nach seiner, als die vermutlich nächste Wehe mich traf.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir das Krankenhaus.
Edward befahl mir im Auto zu bleiben, damit er sich um einen Rollstuhl für mich kümmern konnte und ich somit nicht den ganzen Weg zum Eingang laufen musste.
Direkt nachdem wir unsere Wohnung verlassen hatten, hatte er hier im Krankenhaus angerufen und uns angekündigt, also würde diese Sache mit dem Rollstuhl wohl nicht zu lange dauern.
Ich war so aufgeregt und gleichzeitig hatte ich Angst davor, was passieren würde.
Angst davor, dass es sich bei diesen Schmerzen doch nicht um meine Wehen handelte und irgendetwas mit dem Baby sein könnte.
Es geschah nicht oft in meinem Leben, aber ich betete zu Gott, dass ich in ein paar Stunden mein kleines Mädchen gesund in meinen Armen halten konnte.
Und genau das war auch der Grund, weshalb ich so aufgeregt war.
Esme und meine Mom hatten versucht mir zu erklären, wie sich die Wehen anfühlten und ich glaubte mich zu erinnern, dass sie es so in etwa beschrieben hatten.
Aufgrund der leichten Schmerzen konnte ich mich nicht mehr an unser Gespräch damals erinnern.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, als Edward wieder mit einem Rollstuhl und einem Pfleger im Schlepptau aus der Krankenhaustür raus und auf mich zukam.
Also öffnete ich schon einmal meine Tür und versuchte wenigstens meine Beine aus dem Wagen zu legen, als Edward und dieser Pfleger mich auch schon erreichten.
„Komm her“, flüsterte er mir zu, beugte sich zu mir herab und versuchte mich zu heben, damit er mich in den nahe stehenden Rollstuhl befördern konnte, den der Pfleger in unserer Nähe bereitgestellt hatte.
So stark Edward sonst auch immer war konnte ich es ihm nicht verübeln, dass er Schwierigkeiten damit hatte mich aus dem Wagen zu befördern.
„Alles wird gut“, flüsterte er mir noch zu, bevor er mir einen Kuss an meine Schläfe drückte und mich, zusammen mit dem Pfleger, in Richtung des Krankenhauses schob, in dem wir bald hoffentlich unser Baby im Arm halten würden.
~*~*~*~*~*~
Ich wusste nicht, wie viele Stunden vergangen waren, nachdem ich endlich den ersten Schrei meiner Tochter hören konnte.
Stunden voller Schmerzen und Flüche, die sich allesamt gegen Edward richteten.
Aber alles davon war vergessen, sobald ich einen ersten Blick auf meine Tochter erhaschen konnte, welche sich die Seele aus dem Leib schrie.
Es war mir egal, wie müde und erschöpft ich war, das Einzige, was ich jetzt wollte, war meine Tochter zu sehen und sie anzufassen damit ich wusste, dass sie tatsächlich real war.
Ihr Geschrei war einfach nicht zu überhören und ich konnte nicht glücklicher sein, als in diesem Moment.
„Sie ist wunderschön“, hörte ich Edward an meiner Seite flüstern, der mir einen kurzen, aber liebevollen Kuss auf die Wage gab, ehe er vorsichtig mit seinem Zeigefinger an dem Kopf seiner Tochter entlang strich.
„Sie ist perfekt“, erwiderte ich nur darauf und konnte meine Augen einfach nicht von diesem wunderschönen, kleinen Wesen nehmen.
Mein Baby, unser Baby.
Endlich war sie da und unser Glück war perfekt, einfach vollkommen.
Ich war beinahe geschockt, als mir eine der Schwestern mein Baby aus dem Arm nahm und wollte schon dagegen protestieren, ihr irgendwelche Beleidigungen an den Kopf werfen, aber Edward hielt mich noch rechtzeitig davon ab.
Er erinnerte mich daran, dass unsere Kleine noch gewaschen und untersucht werden musste, was natürlich auch für mich an erster Stelle lag.
Gerne hätte ich sie noch bei mir gehabt, sie einfach nur angesehen um zu sehen, wem von uns sie am meisten ähnlich sah.
In dem Moment, als ich sie zum ersten Mal in meinem Arm gehalten hatte, war ich viel zu überwältigt von dem Moment, dass sie jetzt wirklich bei uns war, als das ich auf so etwas hätte achten könnten.
Das Einzige, was zählte war sie, ihr Geschrei, ihre Wärme und das Gewicht ihres winzigen Körpers, der auf mir gelegen hatte.
Jedes kleinste Detail hatte ich mir von ihr eingeprägt und trotzdem war es für mich noch nicht genug.
„Könntest du mit ihr gehen? Damit wenigstens ihr Dad bei ihr ist, wenn etwas sein sollte?“, bat ich meinen Mann und sah ihn zum ersten Mal seit der Geburt unserer kleinen Prinzessin an.
Er sah nicht weniger glücklich aus, wie ich es war.
Wir beide strahlten schon fast um die Wette, konnten unser Glück noch kaum fassen, aber es war da.
Nachdem wir uns unsere Liebe beteuert hatten und er mir das Versprechen abgenommen hatte gut auf unser Mädchen aufzupassen, wurde ich auf mein Zimmer gebracht.
Ich wollte warten, bis die Untersuchungen zu Ende waren, wollte auf Edward warten, damit wir uns für einen Namen entscheiden konnten, welcher zu unserem Baby passen würde, aber ich hatte nicht damit gerechnet so müde zu sein.
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen zu warten, meine Tochter noch einmal zu sehen, aber ich schaffte es nicht und schlief ein.
Erschöpft, aber glücklich.
Es war ein leises Quengeln, welches mich aus meinen wunderschönen Träumen riss.
Ein Traum, der von Edward und mir als eine glückliche Familie handelte.
Doch als ich meine Augen öffnete und auf den wunderbaren Mann neben mir, mit dem Baby auf seinen Arm blickte, kam mir die Realität so viel schöner vor.
Denn nun waren wir wirklich eine Familie.
„Hey“, flüsterte er und wiegte unser Kind in seinen Armen.
Sein kleiner Finger wurde von unserer kleinen Tochter beansprucht, die freudig daran nuckelte, während ihre winzig kleinen Hände seinen Finger umschlossen.
Ich hatte das Gefühl, als ob mein Herz jeden Augenblick vor Stolz platzen würde, als ich dieses wunderbare Bild betrachtete.
„Gib sie mir“, forderte ich noch mit schläfriger Stimme zu Edward und streckte meine Arme zu unserem Baby.
Kurz ließ ich den Blick von meiner Tochter ab, sah in Edwards Gesicht, in seine Augen, welche noch nie so sehr gefunkelt hatten und ich war mir sicher, dass meine Augen genauso aussehen mussten.
Er beugte sich zu mir vor, küsste mich noch auf meinen Lippen, bevor er mir unsere Tochter reichte.
Unsere wunderschöne, kleine Tochter.
Lange starrte ich auf sie hinab, streichelte sie und prägte mir jedes kleinste Detail ein.
Edward hatte sich irgendwann noch zu mir auf das Bett gelegt, woraufhin ich sofort meinen Kopf an seine Schulter lehnte und wir gemeinsam unsere Tochter, unser gemeinsames Glück, betrachten konnten.
Wir dachten gemeinsam darüber nach, wie wir sie nennen könnten, aber kein Name schien irgendwie zu ihr zu passen, versuchten sogar sie mit dem einen oder anderen Name anzusprechen, aber es fühlte sich nicht richtig an.
Als wollte uns unsere Kleine dabei helfen, verzog sie dabei jeden Mal das Gesicht, als ob sie uns sagen wollte, dass sie diesen Namen überhaupt nicht mochte.
Jeden Mal, wenn sie das tat, mussten Edward und ich lachen.
Es war so ein wunderschönes Gefühl, hier mit ihm zu liegen und dabei unsere Tochter im Arm zu halten.
Und als wir den nächsten Namen ausprobierten, welcher sowohl Edward, als auch mir gefiel, mussten wir feststellen, dass unsere Kleine zum ersten Mal nicht dabei ihr unschuldiges, kleines Gesicht verzog, sondern sogar leicht aufgequiekt hatte.
In dem Moment, konnte ich ein leises Klopfen von der Zimmertür vernehmen.
Mit einem leisen ‚Herein’ rief Edward unsere kommenden Gäste ins Zimmer und das Erste, was ich sah, war Esmes karamellfarbene Haarpracht.
Hinter ihr kamen immer mehr unserer Familienmitglieder rein.
Hinter Esme erschienen Carlisle, meine Eltern, Alice, Jasper und sogar Rose und Emmett waren da.
Als Begrüßung schenkte ich ihnen ein kurzes, warmes und ein mehr als glückliches Lächeln, als ich wieder zu meiner Tochter sah, von der ich meinen Blick einfach nicht wenden konnte.
Ich ging davon aus, dass Edward unseren Familien irgendwann bescheid gegeben hatte, dass wir Zuwachs bekommen hatten.
„Oh Gott, sie ist ja wirklich bezaubernd. Wie wollt ihr sie nennen“, fragte meine Mutter, als sie sich zu mir an mein Bett gestellt hatte und leicht mit ihrem Finger über die weiche Wange ihrer ersten Enkeltochter strich.
Lächelnd sah ich zu Edward, der mir ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht leicht zunickte um mir zu verstehen zu geben, dass ich den Namen unserer Tochter bekannt geben sollte.
„Darf ich vorstellen, unser jüngstes Familienmitglied. Amy Cullen.“
~*~*~*~*~*~
Ein Jahr war mittlerweile vergangen.
Ein ganzes Jahr voller Höhen und Tiefen und trotzdem würde dieses Jahr zu eines der Besten meines Lebens gehören.
Und genau dieser Tag vor einem Jahr wurde heute gefeiert.
Ich konnte es kaum glauben, dass unser kleiner Engel schon ein Jahr alt wurde.
Es kam mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass Edward und ich von der Schwangerschaft erfuhren.
Für heute hatten wir nichts Großes geplant.
Unsere Familie, sowie Emmett und Rosalie, welche ich schon seit Jahren zu meiner Familie mitzählte, kamen vorbei und wollten mit uns den Tag von Amys Geburt feiern.
Edward war gerade im Wohnzimmer und spielte noch etwas mit ihr, während ich in der Küche stand und alles für unsere bald kommenden Gäste vorbereitete.
Ich wollte es nicht übertreiben, aber es sollte auch nicht unbedingt nach einem normalen Abend aussehen.
Die ersten Nächte, nachdem wir mit Amy zu Hause waren, waren sehr anstrengend gewesen.
Ich hatte zwar gewusst, dass ein Baby anstrengend werden würde und auch der Schlafmangel war mir durchaus bewusst, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass man wirklich nur so wenig Schlaf bekommen würde.
Schlimmer wurde es, als Amy ihre ersten Zähne bekam.
Ich wollte ihr so gerne helfen, ihr die Schmerzen, die sie haben musste abnehmen, aber leider konnte ich es nicht.
Es war so herzzerreißend, wie sie sich immer diese Seele aus dem Leib geschrieen hatte, dass mir sogar dass eine oder andere Mal eine kleine Träne aus den Augen floss.
Eine schöne Erinnerung war Amys erstes Bad.
Sie mochte es anfangs gar nicht zu baden, aber Edward hatte dann kurzerhand entschlossen unsere eigene Badewanne mit Wasser zu füllen, damit er ihr beim Baden Gesellschaft leisten konnte.
Nur in Boxershorts bekleidet hatte er sich in das lauwarme Wasser gesetzt und nachdem ich ihm Amy gereicht und diese noch kurz gequengelt hatte, hatte auch sie ihren Spaß gehabt mit ihrem Daddy zu baden.
Ich konnte gar nicht glauben, wie schnell die Zeit verging.
Amy war gerade sogar dabei das Laufen zu lernen und machte wirklich tolle Fortschritte, aber ganz von alleine schaffte sie es noch nicht.
Die letzten Vorbereitungen für das Essen wurden gerade fertig, als sich zwei starke Arme von hinten um meinen Bauch schlangen und ich den unverkennbaren Geruch von Edward einatmete.
Er zog mich näher an seine Brust und ich kuschelte mich nur zu gern darin ein.
Meine Hände legte ich auf seine Arme um meinen Bauch, versuchte ihm noch näher zu rücken und noch mehr seines Geruchs einzuatmen.
Niemals könnte er genug für mich sein.
„Ich liebe dich“, hörte ich ihn an meinem Ohr flüstern, woraufhin er sofort einen Kuss auf meinen Hals platzierte.
Zehn Jahre waren wir nun ein Paar und noch immer bekam ich eine Gänsehaut, wenn er meinen Körper liebkoste oder mir solche Sachen in mein Ohr flüsterte.
„Und ich liebe dich“, erwiderte ich nur, drehte mich zu ihm herum und schlang meine Arme um seinen Nacken, damit ich ihn besser zu mir runter ziehen konnte.
Seine Augen brannten sich in meine, so voller Liebe und Glück, dass mir beinahe schwindelig wurde und ich mich an ihm festkrallen musste, damit ich nicht umkippte.
Unsere Köpfe kamen sich immer näher, sein Grün blickte noch immer in mein Braun, bis ich irgendwann erwartungsvoll meine Augen schloss und ich nur wenige Sekunden darauf seine Lippen auf meinen spüren konnte.
Das Gefühl, welches mich immer überkam wenn sich unsere Lippen trafen, war in all den Jahren nicht weniger intensiv geworden.
Sie bewegten sich langsam, gefühlvoll, gewannen jedoch sekündlich an Leidenschaft.
Seine Zunge strich meine Unterlippe entlang, als ich ihm allerdings nicht sofort den Einlass in meinem Mund gewährte, kniff er mir leicht in meine Seite.
Ich lächelte in den Kuss hinein, ließ ihn gewähren und musste leicht aufstöhnen, als sich unsere Zungen trafen.
Wenn unsere Tochter nicht im Nebenzimmer wäre und wir nicht bald unsere Gäste erwarten würden, würde ich ihn am liebsten hier und jetzt nehmen.
„Dada“, hörte ich auf einmal die Stimme meiner Tochter in unserer Nähe.
Verwirrt ließ ich wieder von Edward ab, lockerte meinen Griff um seinen Nacken und sah nach unten.
Da stand doch tatsächlich unser kleiner Engel, krallte sich an Edwards Hosenbein fest und strahlte uns von unten aus an.
Wie war sie denn hierhin gekommen?
Waren wir so in unseren Kuss vertieft gewesen, dass wir nicht gemerkt hatten, wie sie in die Küche gekrabbelt kam?
„Dada“, hörte ich sie wieder etwas energischer und konnte sehen, wie sie an Edwards Hose zupfte.
Amys kurze braune Locken, welche ich von meinem Vater geerbt hatte und sie diese nun von mir bekommen hatte, fielen nach hinten herab und ihre grünen Augen, welche eindeutig Edwards grüne Augen waren, blickten uns groß an.
„Was machst du denn hier, Kleines?“, fragte Edward, streichelte noch einmal kurz meine Seite, bevor er von mir abließ und sich zu Amy bücken wollte um sie auf den Arm zu nehmen.
Doch diese ließ die Hose ihres Daddys wieder los und lief.
Sie lief. Von alleine. Ohne jegliche Hilfe und ohne sich irgendwo abzustützen.
Amy hatte gerade ihren ersten Schritt getan.
„Sie läuft“, hörte ich Edward erstaunt sagen.
„Ich sehe es“, sagte ich voller Stolz und griff nach Edwards Hand, der den Druck meiner Hand erwiderte.
Es war schwer zu beschreiben, wie ich mich in diesem Moment fühlte.
Ich war glücklich und stolz auf meine kleine Tochter, dass sie nach langem üben ihren ersten Schritt gemacht hatte und uns so damit überwältigte.
Sie konnte schon von alleine stehen, aber immer wenn sie auf einen von uns zulaufen sollte, ließ sie sich an Ort und Stelle wieder hinplumpsen.
Dass sie zum ersten Mal an ihrem Geburtstag anfing zu laufen, war für mich umso erfreulicher.
Als unsere Kleine drohte umzufallen, ließ Edward meine Hand los und lief schnell zu ihr hin, damit er sie vor diesem Fall bewahren konnte.
Amy schien von ihrer Rettung allerdings nicht so begeistert zu sein, denn sie quengelte nur, haute ihren Daddy auf dem Arm und versuchte sich mit vollem Körpereinsatz wieder nach unten befördern zu lassen.
„Da hat aber jemand gefallen am Laufen gefunden“, sagte Edward und gab Amy einen Kuss auf die Wange.
Ich lächelte bei dem Anblick, der sich mir bot.
Immer, wenn ich Edward und Amy zusammen sah, erfasste mich eine erneute Welle des Glücks.
Ein Glück, welches sich nicht schöner hätte anfühlen können.
Meine Hand wanderte zu meinem Bauch, als Edward gerade Amy wieder auf den Boden absetzte, damit sie ihr neu erlerntes ausleben konnte.
Edwards Blick wanderte zu mir hinüber und erstrahlte nur noch mehr, als ich auf ihn zu lief und meine Arme um ihn schlang.
Sein Kopf war auf meinem abgestützt und überglücklich sahen wir Amy dabei zu, wie sie fröhlich lachend durch die Küche tapste.
Und in nur fünf Monaten würde sich unser Glück erweitern.
Fünf Monate, bis wir unser zweites Baby erwarten würden und unser Glück vollkommen war.
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