Ein halbes Jahr war es mittlerweile her, dass ich von der Schwangerschaft erfahren hatte.
Es gab keine Zeit in meinem Leben, in der ich glücklicher war, als in den letzten paar Monaten.
So lange hatten Edward und ich uns ein Baby gewünscht und endlich wurde uns dieser Traum erfüllt.
Der Beweis unserer Liebe, direkt unter meinem Herzen… was gab es Schöneres?
Nachdem der Test in Alice’ Badezimmer positiv ausgefallen war, war ich in Edwards Armen vor lauter Freude in Tränen ausgebrochen.
Es war einfach unfassbar für mich, dass ich wirklich schwanger sein sollte… dass all unsere Hoffnungen nicht umsonst waren.
Alice und Jasper erfuhren an diesem Abend als erste, dass der Test positiv ausgefallen war.
Am nächsten Tag fuhr Edward mit mir zum Frauenarzt.
Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen, dass der Test kein falsches Ergebnis angezeigt hatte und als meine Ärztin uns bestätigte, dass wir bald Eltern werden würden, konnten wir unser Glück kaum fassen.
Direkt für das nächste Wochenende luden wir unsere Eltern bei uns zum Essen ein.
Alice hatten wir um stillschweigen gebeten, da außer ihr und Jasper bisher noch niemand von der Schwangerschaft wusste und unseren Eltern würden wir es dann doch gern lieber persönlich erzählen.
Carlisle und Esme wunderten sich nicht weniger über unsere Einladung, wie Charlie und Renée es taten, aber natürlich freuten sie sich.
Es war ein wirklich sehr gemütlicher Abend und sobald Edward und ich das Dessert an den Tisch gebracht hatten verkündeten wir freudestrahlend, dass unsere Familie bald wachsen würde.
Esme und Renée brachen sogar in Tränen aus, woraufhin auch ich in ihren Tränengesang mit einstieg.
Aber auch Carlisle und Charlie ließ diese freudige Nachricht nicht ganz unberührt.
Ich sah das Glänzen in ihren Augen.
Und nun war ich bereits im neunten Monat. Der Geburtstermin war für in etwa zwei Wochen angesetzt.
Edward und ich konnten den Moment kaum noch erwarten, bis wir unser kleines Mädchen in den Armen halten würden.
Für uns war es egal gewesen, was für ein Geschlecht unser Baby haben würde.
Aber wir waren viel zu neugierig, als das wir bis zur Geburt hätten warten können und außerdem wollten wir das Kinderzimmer in der richtigen Farbe streichen.
Edward war während der Schwangerschaft einfach nur unglaublich zu mir gewesen.
Er hatte mich nicht bemuttert und mich auch nie wie ein rohes Ei behandelt, welches bei der kleinsten Bewegung zu zerbrechen drohte.
Wenn es allerdings darum ging, schwere Sachen zu heben oder wenn ich mal wieder zu lang arbeitete, zog Edward mir Grenzen auf.
Ich hatte nichts gegen diese Grenzen.
Ganz im Gegenteil.
Ich war froh, dass er da war, mir diese Grenzen auferlegte und darauf achtete, dass ich mich nicht überanstrengte.
Alles, was für mein Baby irgendwie schädlich sein konnte, versuchte ich zu vermeiden.
Ich fing vor Freude beinahe schon wie Alice an zu quieken, als ich das Schloss der Tür knacken hörte.
Obwohl ich Edward erst heute Morgen das letzte Mal gesehen hatte und ich in seiner Mittagspause noch mit ihm telefoniert hatte, hatte ich ihn schrecklich vermisst.
Es war ein komisches Gefühl für mich, nicht mehr zu arbeiten, aber dafür hatte ich jetzt eine andere Aufgabe in meinem Leben bekommen, die wichtigste Aufgabe meines Lebens.
Unser Baby!
Mein kugelrunder Bauch hinderte mich daran, schnell von der Couch, auf der ich lag aufzustehen, damit ich ihn an der Tür freudig empfangen konnte.
So gern hätte ich ihn wieder näher gespürt, wie seine Brust mit meiner in Kontakt kam, wenn wir uns in den Arm nahmen, aber dieses Gefühl war mir erst einmal verwehrt.
Ich hatte es gerade geschafft, mich aufrecht hinzusetzen, als Edward auch schon durch die Wohnzimmertür geschlendert und auf mich zukam, sein typisches Grinsen auf diesen schönen Lippen.
Noch bevor ich dazu kam, mich von der Couch zu erheben, damit ich auf ihn zulaufen konnte, hatte er mich schon längst erreicht und drückte mir einen zarten Kuss auf meinen Lippen.
Würde ich in diesem Moment nicht sitzen, würde ich Edwards Halt brauchen, damit ich vor Benommenheit nicht umkippte.
Manchmal wusste ich nicht, ob manche meiner körperlichen Reaktionen auf ihn nur schwangerschaftsbedingt waren oder ob meine Liebe zu ihm wirklich größer geworden war, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.
„Hallo Liebste“, hauchte er, während er seine Stirn gegen meine presste.
Die Augen noch immer wegen diesem wunderschönen Kuss geschlossen, griff ich blind mit meiner rechten Hand nach seinen Nacken und kraulte ihn dort etwas, spielte mit diesen feinen Härchen.
Ich drückte ihm noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor ich meine Augen öffnete und nur ein leises „Hey“ meine Lippen verließ, was eigentlich mehr einem Wispern glich.
Egal wie oft ich schon in seine Augen geblickt hatte, immer wenn dieses intensive grün mich traf, war ich wie benommen und ich hoffte sehr, dass sich das niemals ändern würde.
„Wie geht es euch?“, fragte er mich, hauchte einen weiteren Kuss auf meine Lippen, legte seine Hand an meinem Bauch und streichelte mit seinem Daumen sanft darüber.
Jeden Abend, wenn er von der Arbeit kam, stellte er mir diese Frage und berührte meinen Bauch und jedes Mal war mein Herz kurz davor vor lauter Freude zu explodieren.
Es war schön, wenn er es tat, wenn er mir diese Frage stellte und nach unserem Wohlbefinden fragte.
Meine noch freie Hand wanderte zu meinem Bauch und fand dort ihren Platz an Edwards Hand.
Seine Finger verwoben sich mit meinen und nachdem er mir wieder einen Kuss auf die Lippen gedrückt hatte, blickte ich auf unsere verwobenen Hände auf meinem Bauch hinab.
„Uns geht es ausgezeichnet“, antwortete ich ihm mit einem Lächeln auf den Lippen und spielte mit seinen Fingern.
Im nächsten Augenblick setzte sich Edward auch schon neben mich auf die Couch, und zog mich sofort mit sich, als er sich nach hinten lehnte.
Meinen Kopf legte ich auf seine Schulter ab, während er mit einer Hand meinen Rücken entlang streichelte und dasselbe Spiel mit der anderen Hand an meinem Bauch vollführte.
Es war ein wunderschönes Gefühl, hier mit ihm auf der Couch zu sitzen und einfach nur zu kuscheln und die gemeinsame Zeit die wir hatten zu genießen.
Nicht mehr lange und wir wären bald zu dritt.
Wer wusste schon, wann wir unsere Momente bekommen würden, sobald unser Baby zur Welt kam?
Wir wussten, dass es hart für uns werden würde, ganz besonders am Anfang, aber irgendwie würden wir das schon schaffen.
Und selbst wenn nicht, so würden wir dann unseren kleinen Engel im Arm halten und mit ihr unsere Kuschelzeit verbringen können.
„Hast du Hunger?“, hörte ich meinen Mann fragen, während ich schon fast dabei gewesen war in seinen Armen einzuschlafen.
Es fühlte sich einfach zu gut an, hier mit ihm zu liegen und seinen Duft einzuatmen.
Es entspannte mich.
„Haben wir noch Eis?“, fragte ich ihn und hob meinen Kopf, damit ich ihn direkt anschauen konnte.
Mit einem Lächeln beugte er sich zu mir hinunter und küsste mich, bevor er sich von der Couch erhob.
„Was machst du da?“, wollte ich von ihm wissen und hielt ihn mit beiden Händen an seinem Handgelenk fest.
Ich wollte nicht, dass er jetzt ging und mich auf dieser Couch alleine lies.
Er war doch gerade erst von der Arbeit zurückgekommen.
Leise Lachend entzog sich Edward meinem Griff an seinem Handgelenk und nahm mein Gesicht in seine Hände.
„Nachgucken ob wir noch Eis für dich haben“, erklärte er mir, woraufhin ich augenblicklich rot wurde.
Obwohl wir schon seit fast neun Jahren zusammen waren, hatte ich diese Eigenschaft von mir immer noch nicht abgelegt.
Edward beteuerte mir immer wieder, wie schön er es fand, wenn ich rot wurde und das ganz besonders dann, wenn es wegen ihm geschah.
Er beugte sich noch einmal zu mir runter und schenkte mir einen seiner Küsse, auf die ich nie im Leben verzichten könnte und flüsterte mir noch ein „Ich liebe dich“ zu, bevor er wieder von mir abließ und aus dem Wohnzimmer verschwand.
Ein Weilchen blickte ich ihm noch hinterher, starrte auf den Durchgang der Tür, den er soeben passiert hatte, bevor ich mich wieder nach hinten lehnte und meine Hände auf meinen kugelrunden Bauch ablegte und sanft darüber fuhr.
Ich spürte ein kleines stupsen an meiner Handinnenfläche und das Lächeln, welches sofort mein Gesicht zierte, war nicht zu bändigen.
„Hallo meine Kleine“, sprach ich mit dem kleine Wesen in meinem Bauch und streichelte noch einmal sanft darüber.
Edward und ich sprachen oft mit dem Baby.
Wir hatten mal irgendwo gelesen, dass es sogar gut war, wenn man es tat.
So konnte sich unsere Kleine wenigstens schon mal an unsere Stimmen gewöhnen.
„Geht es dir gut dort drin?“, fragte ich und spürte nur wenige Augenblicke später wieder eine Regung an meiner Handfläche, was ich als ein ‚Ja’ meines Babys deutete.
Mein Lächeln wurde nur noch breiter.
Ich musste bestimmt schon wie eine Irre aussehen, so wie ich hier saß, mit meinem Bauch redete und wie eine Verrückte vor mich hinlächelte.
Aber ich war glücklich… sogar mehr als das.
Ich hatte einen wunderbaren Mann an meiner Seite, der nicht besser hätte sein können.
Ich liebte ihn und wenn es ein stärkeres Wort für Liebe geben würde, dann würde genau das auf uns zutreffen.
Das wundervolle daran war, dass diese Liebe nicht abzuschwächen schien.
Es war eher so, als würde sie von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, nur noch größer werden.
Natürlich stritten wir uns, wie andere Paare es auch taten, aber die Versöhnung machte jeden einzelnen Streit wieder gut.
Und nun erwarteten wir ein Baby… unser kleines Wunder.
„Weißt du, deine Mommy und dein Daddy können es kaum noch abwarten, bis du endlich hier bei uns bist“, sprach ich weiter mit meinem Kind und streichelte die Stelle, an der ich sie zuletzt gespürt hatte.
Ich freute mich schon so wahnsinnig auf dem Moment, wenn ich meine Tochter zum ersten Mal in meinen Armen halten würde.
Dieser Tag rückte immer näher und dieses Gefühl, dass dieses kleine Wesen bald nicht mehr in meinem Bauch war, war unbeschreiblich.
„Unser kleines Wunder“, flüsterte ich schon beinahe, als ich wieder den kleinen Stups fühlen konnte und auf die Stelle starrte, an der sich meine Hand befand.
„Du wirst eine großartige Mutter“, hörte ich die Stimme meines Mannes und blickte sofort auf.
Dort stand er, an dem Türrahmen gelehnt und mit einem Eisbecher, inklusive zwei Löffeln in der Hand haltend.
Mit einem Lächeln kam er auf mich zu, stellte die Sachen in seiner Hand auf dem Tisch ab und legte seine Hände an meine.
„Meinst du?“, fragte ich ihn etwas unsicher und blickte in seine grünen Augen, die mich intensiv musterten.
„Natürlich“, sagte er nur, nahm eine Hand von meinem Bauch weg und führte sie zu seinem Mund, wo er ihr einen Kuss darauf hauchte.
„Die Beste“, kam es noch von ihm, ehe seine Lippen wieder mit meinen in Kontakt kamen.
Ich liebte das Gefühl, seine Lippen auf meinen zu spüren und wenn es möglich wäre, dann würde ich nichts anderes mehr spüren wollen.
Seine Zunge glitt sanft meine Lippen entlang, woraufhin ich sie einen Spalt öffnete und ihm somit den Einlass in meinem Mund gewährte.
Gott, wie ich es liebte, ihn auf jede erdenkliche Art und Weise die es gab zu küssen.
Besonders, wenn ich ihn so küssen durfte.
Unsere Lippen stupsten sich immer wieder gegenseitig an, meine Hände vergruben sich in seinen Haare, so wie sie es jedes Mal taten, wenn wir uns so nahe waren.
Doch leider nahm auch dieser Moment viel zu schnell ein Ende.
Völlig außer Atem hatten wir unsere Stirn an den jeweils anderen gelehnt, sahen uns gegenseitig an, was es mir noch schwerer machte, meinen verlorenen Atem wieder zu erlangen.
Edwards Augen waren immer so ausdrucksstark und dieses Grün, welches diese Augen zierte, machte es nur noch intensiver.
All seine Liebe und all seine Leidenschaft war darin abzulesen und das obwohl ich zurzeit aussah wie ein Heißluftballon.
„Ich liebe dich“, flüsterte ich ihm zu, obwohl niemand anderes uns hätte hören können.
Aber wenn ich zu laut sprach hatte ich das Gefühl, als würde ich diese wunderbare Atmosphäre ruinieren und das wollte ich möglichst vermeiden.
„So, wie ich dich liebe“, hauchte er zurück und drückte mir noch einen federleichten Kuss auf die Lippen, ehe er sich von mir abwendete und nach dem Eis auf unserem Couchtisch griff.
„Teilst du mit mir?“, fragte er mich und hielt mir den Eisbecher mit dem Löffel entgegen.
Lächelnd nahm ich es an, öffnete die Packung und löffelte das Silber in meiner Hand damit, nur damit ich es ihm vor dem Mund halten konnte und ich ihm somit die Antwort auf seine Frage gab.
Es gab nichts auf der Welt, was ich nicht mit ihm teilen wollte.
Ich wollte alles mit ihm teilen, mein Leben, meine Liebe und sogar das Eis, was in meiner Schwangerschaft für mich lebensnotwendig geworden war.
Eine Weile fütterten wir uns gegenseitig und gerade als ich dabei war, ihn mit der nächsten Portion Eis zu versorgen, ließ ich auf Grund des stechenden Schmerzes an meiner Seite abrupt den Löffel fallen, welcher klirrend auf den Boden fiel.
Meine nun freie Hand wanderte zu der Stelle, an der ich diesen Schmerz verspürt hatte und mit der anderen Hand hielt ich mich an der Couch fest.
„Was ist? Was ist los?“, hörte ich die leicht panische Stimme meines Mannes sagen, der im nächsten Moment vor mir kniete und in mein schmerzverzerrtes Gesicht sah.
Ich wollte nicht, dass er sich große Sorgen um mich machte und versuchte mich irgendwie zu einem Lächeln zu zwingen, doch schon im nächsten Moment überkam mich eine weitere kleine Welle des Schmerzes.
„Es tut weh“, versuchte ich ihm zu erklären und ließ mit meiner Hand die Couch los, damit ich mich an seiner Schulter festkrallen konnte.
„Sind das die Wehen?“, fragte er mich, während er versuchte mich irgendwie zu beruhigen, indem er mit seiner Hand leicht meinen Oberschenkel streichelte.
„Keine Ahnung, ich hatte noch nie welche“, fuhr ich ihn an, was mir im nächsten Moment, sobald dieser Schmerz wieder nachgelassen hatte, wieder leid tat.
„Es ist vorbei“, murmelte ich und sah ihn entschuldigend an.
Ich wollte ihn nicht ankeifen, schließlich machte er sich nur Sorgen um mich, aber in dem Moment war mir seine Fragerei einfach zu viel geworden.
„Sorge dich nicht darum, Liebste. Aber vielleicht wäre es besser, wenn wir dich jetzt ins Krankenhaus fahren“, schlug er vor, woraufhin ich nur zustimmend nickte.
Obwohl ich keinerlei Schmerzen mehr verspürte, half mit Edward von der Couch aufzustehen und zog mich in eine Umarmung.
„Du hast mir einen Schrecken eingejagt“, flüsterte er mir zu, als er mir einen Kuss auf die Stirn drückte.
„Tut mir leid“, entschuldigte ich mich und drückte mich etwas näher an ihn.
Am liebsten würde ich einfach so hier stehen bleiben und seine Arme um meinen Körper genießen, doch der nächste Schmerz an meiner Seite verhinderte es, dass ich diesen Augenblick auskosten konnte.
Edward hielt mich in seinen Armen, während ich mich bei diesem Schmerz in sein Hemd krallte, die Zähne zusammen biss und darauf wartete, dass auch dieser Schmerz wieder ein Ende nahm.
„Wir sollten uns beeilen“, murmelte er und beförderte uns beide zur Wohnungstür.
Die Fahrt ins Krankenhaus kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor.
Hin und wieder überkam mich wieder ein Stechen oder Ziehen in meinem Bauch, woraufhin Edward sofort nur beschleunigte.
Je näher wir dem Northwestern Memorial Hospital kamen, desto sicherer wurde ich mir, dass es sich bei diesen Schmerzen tatsächlich um Wehen handelte.
„Alles wird gut“, hörte ich meinen Mann sagen, der seine Hand auf meinen Oberschenkel ablegte und ihn sanft streichelte.
„Du hast leicht reden“, murmelte ich, genoss seine Berührung und griff mit meiner Hand nach seiner, als die vermutlich nächste Wehe mich traf.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir das Krankenhaus.
Edward befahl mir im Auto zu bleiben, damit er sich um einen Rollstuhl für mich kümmern konnte und ich somit nicht den ganzen Weg zum Eingang laufen musste.
Direkt nachdem wir unsere Wohnung verlassen hatten, hatte er hier im Krankenhaus angerufen und uns angekündigt, also würde diese Sache mit dem Rollstuhl wohl nicht zu lange dauern.
Ich war so aufgeregt und gleichzeitig hatte ich Angst davor, was passieren würde.
Angst davor, dass es sich bei diesen Schmerzen doch nicht um meine Wehen handelte und irgendetwas mit dem Baby sein könnte.
Es geschah nicht oft in meinem Leben, aber ich betete zu Gott, dass ich in ein paar Stunden mein kleines Mädchen gesund in meinen Armen halten konnte.
Und genau das war auch der Grund, weshalb ich so aufgeregt war.
Esme und meine Mom hatten versucht mir zu erklären, wie sich die Wehen anfühlten und ich glaubte mich zu erinnern, dass sie es so in etwa beschrieben hatten.
Aufgrund der leichten Schmerzen konnte ich mich nicht mehr an unser Gespräch damals erinnern.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, als Edward wieder mit einem Rollstuhl und einem Pfleger im Schlepptau aus der Krankenhaustür raus und auf mich zukam.
Also öffnete ich schon einmal meine Tür und versuchte wenigstens meine Beine aus dem Wagen zu legen, als Edward und dieser Pfleger mich auch schon erreichten.
„Komm her“, flüsterte er mir zu, beugte sich zu mir herab und versuchte mich zu heben, damit er mich in den nahe stehenden Rollstuhl befördern konnte, den der Pfleger in unserer Nähe bereitgestellt hatte.
So stark Edward sonst auch immer war konnte ich es ihm nicht verübeln, dass er Schwierigkeiten damit hatte mich aus dem Wagen zu befördern.
„Alles wird gut“, flüsterte er mir noch zu, bevor er mir einen Kuss an meine Schläfe drückte und mich, zusammen mit dem Pfleger, in Richtung des Krankenhauses schob, in dem wir bald hoffentlich unser Baby im Arm halten würden.
~*~*~*~*~*~
Ich wusste nicht, wie viele Stunden vergangen waren, nachdem ich endlich den ersten Schrei meiner Tochter hören konnte.
Stunden voller Schmerzen und Flüche, die sich allesamt gegen Edward richteten.
Aber alles davon war vergessen, sobald ich einen ersten Blick auf meine Tochter erhaschen konnte, welche sich die Seele aus dem Leib schrie.
Es war mir egal, wie müde und erschöpft ich war, das Einzige, was ich jetzt wollte, war meine Tochter zu sehen und sie anzufassen damit ich wusste, dass sie tatsächlich real war.
Ihr Geschrei war einfach nicht zu überhören und ich konnte nicht glücklicher sein, als in diesem Moment.
„Sie ist wunderschön“, hörte ich Edward an meiner Seite flüstern, der mir einen kurzen, aber liebevollen Kuss auf die Wage gab, ehe er vorsichtig mit seinem Zeigefinger an dem Kopf seiner Tochter entlang strich.
„Sie ist perfekt“, erwiderte ich nur darauf und konnte meine Augen einfach nicht von diesem wunderschönen, kleinen Wesen nehmen.
Mein Baby, unser Baby.
Endlich war sie da und unser Glück war perfekt, einfach vollkommen.
Ich war beinahe geschockt, als mir eine der Schwestern mein Baby aus dem Arm nahm und wollte schon dagegen protestieren, ihr irgendwelche Beleidigungen an den Kopf werfen, aber Edward hielt mich noch rechtzeitig davon ab.
Er erinnerte mich daran, dass unsere Kleine noch gewaschen und untersucht werden musste, was natürlich auch für mich an erster Stelle lag.
Gerne hätte ich sie noch bei mir gehabt, sie einfach nur angesehen um zu sehen, wem von uns sie am meisten ähnlich sah.
In dem Moment, als ich sie zum ersten Mal in meinem Arm gehalten hatte, war ich viel zu überwältigt von dem Moment, dass sie jetzt wirklich bei uns war, als das ich auf so etwas hätte achten könnten.
Das Einzige, was zählte war sie, ihr Geschrei, ihre Wärme und das Gewicht ihres winzigen Körpers, der auf mir gelegen hatte.
Jedes kleinste Detail hatte ich mir von ihr eingeprägt und trotzdem war es für mich noch nicht genug.
„Könntest du mit ihr gehen? Damit wenigstens ihr Dad bei ihr ist, wenn etwas sein sollte?“, bat ich meinen Mann und sah ihn zum ersten Mal seit der Geburt unserer kleinen Prinzessin an.
Er sah nicht weniger glücklich aus, wie ich es war.
Wir beide strahlten schon fast um die Wette, konnten unser Glück noch kaum fassen, aber es war da.
Nachdem wir uns unsere Liebe beteuert hatten und er mir das Versprechen abgenommen hatte gut auf unser Mädchen aufzupassen, wurde ich auf mein Zimmer gebracht.
Ich wollte warten, bis die Untersuchungen zu Ende waren, wollte auf Edward warten, damit wir uns für einen Namen entscheiden konnten, welcher zu unserem Baby passen würde, aber ich hatte nicht damit gerechnet so müde zu sein.
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen zu warten, meine Tochter noch einmal zu sehen, aber ich schaffte es nicht und schlief ein.
Erschöpft, aber glücklich.
Es war ein leises Quengeln, welches mich aus meinen wunderschönen Träumen riss.
Ein Traum, der von Edward und mir als eine glückliche Familie handelte.
Doch als ich meine Augen öffnete und auf den wunderbaren Mann neben mir, mit dem Baby auf seinen Arm blickte, kam mir die Realität so viel schöner vor.
Denn nun waren wir wirklich eine Familie.
„Hey“, flüsterte er und wiegte unser Kind in seinen Armen.
Sein kleiner Finger wurde von unserer kleinen Tochter beansprucht, die freudig daran nuckelte, während ihre winzig kleinen Hände seinen Finger umschlossen.
Ich hatte das Gefühl, als ob mein Herz jeden Augenblick vor Stolz platzen würde, als ich dieses wunderbare Bild betrachtete.
„Gib sie mir“, forderte ich noch mit schläfriger Stimme zu Edward und streckte meine Arme zu unserem Baby.
Kurz ließ ich den Blick von meiner Tochter ab, sah in Edwards Gesicht, in seine Augen, welche noch nie so sehr gefunkelt hatten und ich war mir sicher, dass meine Augen genauso aussehen mussten.
Er beugte sich zu mir vor, küsste mich noch auf meinen Lippen, bevor er mir unsere Tochter reichte.
Unsere wunderschöne, kleine Tochter.
Lange starrte ich auf sie hinab, streichelte sie und prägte mir jedes kleinste Detail ein.
Edward hatte sich irgendwann noch zu mir auf das Bett gelegt, woraufhin ich sofort meinen Kopf an seine Schulter lehnte und wir gemeinsam unsere Tochter, unser gemeinsames Glück, betrachten konnten.
Wir dachten gemeinsam darüber nach, wie wir sie nennen könnten, aber kein Name schien irgendwie zu ihr zu passen, versuchten sogar sie mit dem einen oder anderen Name anzusprechen, aber es fühlte sich nicht richtig an.
Als wollte uns unsere Kleine dabei helfen, verzog sie dabei jeden Mal das Gesicht, als ob sie uns sagen wollte, dass sie diesen Namen überhaupt nicht mochte.
Jeden Mal, wenn sie das tat, mussten Edward und ich lachen.
Es war so ein wunderschönes Gefühl, hier mit ihm zu liegen und dabei unsere Tochter im Arm zu halten.
Und als wir den nächsten Namen ausprobierten, welcher sowohl Edward, als auch mir gefiel, mussten wir feststellen, dass unsere Kleine zum ersten Mal nicht dabei ihr unschuldiges, kleines Gesicht verzog, sondern sogar leicht aufgequiekt hatte.
In dem Moment, konnte ich ein leises Klopfen von der Zimmertür vernehmen.
Mit einem leisen ‚Herein’ rief Edward unsere kommenden Gäste ins Zimmer und das Erste, was ich sah, war Esmes karamellfarbene Haarpracht.
Hinter ihr kamen immer mehr unserer Familienmitglieder rein.
Hinter Esme erschienen Carlisle, meine Eltern, Alice, Jasper und sogar Rose und Emmett waren da.
Als Begrüßung schenkte ich ihnen ein kurzes, warmes und ein mehr als glückliches Lächeln, als ich wieder zu meiner Tochter sah, von der ich meinen Blick einfach nicht wenden konnte.
Ich ging davon aus, dass Edward unseren Familien irgendwann bescheid gegeben hatte, dass wir Zuwachs bekommen hatten.
„Oh Gott, sie ist ja wirklich bezaubernd. Wie wollt ihr sie nennen“, fragte meine Mutter, als sie sich zu mir an mein Bett gestellt hatte und leicht mit ihrem Finger über die weiche Wange ihrer ersten Enkeltochter strich.
Lächelnd sah ich zu Edward, der mir ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht leicht zunickte um mir zu verstehen zu geben, dass ich den Namen unserer Tochter bekannt geben sollte.
„Darf ich vorstellen, unser jüngstes Familienmitglied. Amy Cullen.“
~*~*~*~*~*~
Ein Jahr war mittlerweile vergangen.
Ein ganzes Jahr voller Höhen und Tiefen und trotzdem würde dieses Jahr zu eines der Besten meines Lebens gehören.
Und genau dieser Tag vor einem Jahr wurde heute gefeiert.
Ich konnte es kaum glauben, dass unser kleiner Engel schon ein Jahr alt wurde.
Es kam mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass Edward und ich von der Schwangerschaft erfuhren.
Für heute hatten wir nichts Großes geplant.
Unsere Familie, sowie Emmett und Rosalie, welche ich schon seit Jahren zu meiner Familie mitzählte, kamen vorbei und wollten mit uns den Tag von Amys Geburt feiern.
Edward war gerade im Wohnzimmer und spielte noch etwas mit ihr, während ich in der Küche stand und alles für unsere bald kommenden Gäste vorbereitete.
Ich wollte es nicht übertreiben, aber es sollte auch nicht unbedingt nach einem normalen Abend aussehen.
Die ersten Nächte, nachdem wir mit Amy zu Hause waren, waren sehr anstrengend gewesen.
Ich hatte zwar gewusst, dass ein Baby anstrengend werden würde und auch der Schlafmangel war mir durchaus bewusst, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass man wirklich nur so wenig Schlaf bekommen würde.
Schlimmer wurde es, als Amy ihre ersten Zähne bekam.
Ich wollte ihr so gerne helfen, ihr die Schmerzen, die sie haben musste abnehmen, aber leider konnte ich es nicht.
Es war so herzzerreißend, wie sie sich immer diese Seele aus dem Leib geschrieen hatte, dass mir sogar dass eine oder andere Mal eine kleine Träne aus den Augen floss.
Eine schöne Erinnerung war Amys erstes Bad.
Sie mochte es anfangs gar nicht zu baden, aber Edward hatte dann kurzerhand entschlossen unsere eigene Badewanne mit Wasser zu füllen, damit er ihr beim Baden Gesellschaft leisten konnte.
Nur in Boxershorts bekleidet hatte er sich in das lauwarme Wasser gesetzt und nachdem ich ihm Amy gereicht und diese noch kurz gequengelt hatte, hatte auch sie ihren Spaß gehabt mit ihrem Daddy zu baden.
Ich konnte gar nicht glauben, wie schnell die Zeit verging.
Amy war gerade sogar dabei das Laufen zu lernen und machte wirklich tolle Fortschritte, aber ganz von alleine schaffte sie es noch nicht.
Die letzten Vorbereitungen für das Essen wurden gerade fertig, als sich zwei starke Arme von hinten um meinen Bauch schlangen und ich den unverkennbaren Geruch von Edward einatmete.
Er zog mich näher an seine Brust und ich kuschelte mich nur zu gern darin ein.
Meine Hände legte ich auf seine Arme um meinen Bauch, versuchte ihm noch näher zu rücken und noch mehr seines Geruchs einzuatmen.
Niemals könnte er genug für mich sein.
„Ich liebe dich“, hörte ich ihn an meinem Ohr flüstern, woraufhin er sofort einen Kuss auf meinen Hals platzierte.
Zehn Jahre waren wir nun ein Paar und noch immer bekam ich eine Gänsehaut, wenn er meinen Körper liebkoste oder mir solche Sachen in mein Ohr flüsterte.
„Und ich liebe dich“, erwiderte ich nur, drehte mich zu ihm herum und schlang meine Arme um seinen Nacken, damit ich ihn besser zu mir runter ziehen konnte.
Seine Augen brannten sich in meine, so voller Liebe und Glück, dass mir beinahe schwindelig wurde und ich mich an ihm festkrallen musste, damit ich nicht umkippte.
Unsere Köpfe kamen sich immer näher, sein Grün blickte noch immer in mein Braun, bis ich irgendwann erwartungsvoll meine Augen schloss und ich nur wenige Sekunden darauf seine Lippen auf meinen spüren konnte.
Das Gefühl, welches mich immer überkam wenn sich unsere Lippen trafen, war in all den Jahren nicht weniger intensiv geworden.
Sie bewegten sich langsam, gefühlvoll, gewannen jedoch sekündlich an Leidenschaft.
Seine Zunge strich meine Unterlippe entlang, als ich ihm allerdings nicht sofort den Einlass in meinem Mund gewährte, kniff er mir leicht in meine Seite.
Ich lächelte in den Kuss hinein, ließ ihn gewähren und musste leicht aufstöhnen, als sich unsere Zungen trafen.
Wenn unsere Tochter nicht im Nebenzimmer wäre und wir nicht bald unsere Gäste erwarten würden, würde ich ihn am liebsten hier und jetzt nehmen.
„Dada“, hörte ich auf einmal die Stimme meiner Tochter in unserer Nähe.
Verwirrt ließ ich wieder von Edward ab, lockerte meinen Griff um seinen Nacken und sah nach unten.
Da stand doch tatsächlich unser kleiner Engel, krallte sich an Edwards Hosenbein fest und strahlte uns von unten aus an.
Wie war sie denn hierhin gekommen?
Waren wir so in unseren Kuss vertieft gewesen, dass wir nicht gemerkt hatten, wie sie in die Küche gekrabbelt kam?
„Dada“, hörte ich sie wieder etwas energischer und konnte sehen, wie sie an Edwards Hose zupfte.
Amys kurze braune Locken, welche ich von meinem Vater geerbt hatte und sie diese nun von mir bekommen hatte, fielen nach hinten herab und ihre grünen Augen, welche eindeutig Edwards grüne Augen waren, blickten uns groß an.
„Was machst du denn hier, Kleines?“, fragte Edward, streichelte noch einmal kurz meine Seite, bevor er von mir abließ und sich zu Amy bücken wollte um sie auf den Arm zu nehmen.
Doch diese ließ die Hose ihres Daddys wieder los und lief.
Sie lief. Von alleine. Ohne jegliche Hilfe und ohne sich irgendwo abzustützen.
Amy hatte gerade ihren ersten Schritt getan.
„Sie läuft“, hörte ich Edward erstaunt sagen.
„Ich sehe es“, sagte ich voller Stolz und griff nach Edwards Hand, der den Druck meiner Hand erwiderte.
Es war schwer zu beschreiben, wie ich mich in diesem Moment fühlte.
Ich war glücklich und stolz auf meine kleine Tochter, dass sie nach langem üben ihren ersten Schritt gemacht hatte und uns so damit überwältigte.
Sie konnte schon von alleine stehen, aber immer wenn sie auf einen von uns zulaufen sollte, ließ sie sich an Ort und Stelle wieder hinplumpsen.
Dass sie zum ersten Mal an ihrem Geburtstag anfing zu laufen, war für mich umso erfreulicher.
Als unsere Kleine drohte umzufallen, ließ Edward meine Hand los und lief schnell zu ihr hin, damit er sie vor diesem Fall bewahren konnte.
Amy schien von ihrer Rettung allerdings nicht so begeistert zu sein, denn sie quengelte nur, haute ihren Daddy auf dem Arm und versuchte sich mit vollem Körpereinsatz wieder nach unten befördern zu lassen.
„Da hat aber jemand gefallen am Laufen gefunden“, sagte Edward und gab Amy einen Kuss auf die Wange.
Ich lächelte bei dem Anblick, der sich mir bot.
Immer, wenn ich Edward und Amy zusammen sah, erfasste mich eine erneute Welle des Glücks.
Ein Glück, welches sich nicht schöner hätte anfühlen können.
Meine Hand wanderte zu meinem Bauch, als Edward gerade Amy wieder auf den Boden absetzte, damit sie ihr neu erlerntes ausleben konnte.
Edwards Blick wanderte zu mir hinüber und erstrahlte nur noch mehr, als ich auf ihn zu lief und meine Arme um ihn schlang.
Sein Kopf war auf meinem abgestützt und überglücklich sahen wir Amy dabei zu, wie sie fröhlich lachend durch die Küche tapste.
Und in nur fünf Monaten würde sich unser Glück erweitern.
Fünf Monate, bis wir unser zweites Baby erwarten würden und unser Glück vollkommen war.
Kurzbeschreibung
Die wahre Liebe auf den ersten Blick ist eine Seltenheit. Manche denken sogar, es sei nur ein Mythos, reines Wunschdenken. Selbst ich, Isabella Marie Swan dachte nicht anders über dieses Phänomen. Eines Tages jedoch wurde auch ich eines Besseren belehrt. Es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Man muss sie nur finden.
02 - Der beste Abschnitt unseres Lebens
Unser erster gemeinsamer Abend war wunderschön und auf seine eigene Art und Weise einzigartig.
Allein schon Edwards Anwesenheit machte jedes Treffen einzigartig, selbst wenn es nur ein einfaches Essen in einem Restaurant oder ein Kinobesuch war.
Erlebte man solche Sachen mit Edward, wurden sie zu etwas Besonderem. Für mich.
Edward war der Mann meiner Träume, das hatte ich schon vom ersten Moment an gespürt. Die ersten vier Monate nach unserem kennen lernen waren eine kleine Qual für mich, aber das war es mir im Endeffekt wert gewesen.
Die letzten acht Jahre waren Beweis genug.
Nach zweijähriger Beziehung machte Edward mir einen Heiratsantrag.
Es war Sommer und wir wollten an diesem einen Abend zum Strand, ein Lagerfeuer machen und im kalten Wasser baden gehen.
Doch als wir dort ankamen stockte mir beinahe der Atem.
Überall waren Strandfackeln zu erkennen und viele kleine Teelichter waren um jede einzelne Fackel in der Form eines Herzens aufgestellt.
Wie hätte ich bei solch einem atemberaubenden Anblick nicht ‚Ja’ sagen sollen, als Edward mir die Frage aller Fragen stellte?
Ganz zu schweigen von dem Mann, der mich um meine Hand bat?
Ein Jahr nach seinem wundervollen Antrag heirateten wir, an genau diesem Strand.
Wir beide wussten, dass wir füreinander bestimmt waren, hatten es beide schon beim ersten Treffen gespürt und das, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch vergeben war.
Tanya hatte inzwischen natürlich auch ihr neues Glück gefunden.
Obwohl Chicago groß genug war, ließ es sich natürlich nicht vermeiden sie des Öfteren mal zu treffen.
Im laufe der Jahre wurde sie für mich sogar so etwas wie eine Freundin.
Besonders, da sie meinen langjährigen besten Freund Jacob Black geheiratet hatte.
Edward und ich hatten uns gerade verlobt, als wir eine kleine Verkupplungsaktion gestartet hatten.
Also lud Edward Tanya zu uns zum Abendessen ein und ich Jacob.
Damit das Ganze nicht so auffiel, luden wir noch sowohl Alice und Jasper, als auch Rose und Emmett ein.
So wie bei Edward und mir damals, schien es bei Tanya und Jacob ebenfalls sofort gefunkt zu haben.
Mittlerweile waren die beiden seit einem Jahr stolze Eltern eines kleinen Jungen.
Seufzend warf ich die Bettdecke zur Seite, um aus meinem Bett aufzustehen und mir eine heiße Dusche zu gönnen.
Es war ungewohnt ohne meinen Mann aufzuwachen und duschen zu gehen.
In den letzen Jahren hatte sich das beinahe schon zu einer Tradition entwickelt, dass wir jeden Morgen gemeinsam duschen gingen.
Es war jedes Mal erregend mit ihm in dieser kleinen Duschkabine zu stehen und natürlich konnten wir unsere Finger nicht immer bei uns lassen.
Als erstes ging ich zu meinem Schrank herüber und warf einen prüfenden Blick hinein.
Da ich heute eh zu Hause bleiben würde entschloss ich mich dazu, mir eine einfache schwarze Jogginghose anzuziehen, kombiniert mit einem roten Top.
Mit den Sachen in der Hand ging ich schnurstracks Richtung Badezimmer.
Ich öffnete die Tür und war gerade dabei auf die kleine Kommode zuzugehen, auf der ich meine Klamotten immer ablegte, als ich ein Stück Seife darauf liegen sah.
Was machte dieses Stück Seife auf der Kommode?
Ich legte meine Anziehsachen erst einmal auf den Toilettendeckel ab und ging herüber zu der Kommode um die Seife wieder an ihren richtigen Platz zu befördern.
Als ich sie schließlich in die Hand nahm konnte ich eine Gravur unter meinen Fingerspitzen fühlen, weshalb ich mir die Seife genauer besah.
Denk an mich wenn du duschst!
„Spinner“, murmelte ich mit einem kleinen Lächeln in mich hinein, als ich Edwards neuesten Einfall in meinen Händen hielt.
In den letzen Jahren hatte er mir schon so viele kleine Geschenke gemacht, die mir zeigen sollten wie sehr er mich liebte, dass ich schon zu jedem Jahr eine Kiste dafür angelegt hatte.
Anfangs war es nur eine, aber mit den Jahren wurden es so viele Geschenke, sodass ich beschloss ein System zu entwickeln und ich sie deshalb nach Jahren sortierte.
Ich wusste noch ganz genau, wann er mir was geschenkt hatte, deswegen wurde das mit dem sortieren zum kleineren Problem.
Das größere Problem war, für all meine Lieblinge einen geeigneten Platz zu finden.
Also beschloss Edward mir kurzerhand einen Schrank zu kaufen, wo ich all meine Schätze unterbringen konnte.
Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, einen weiteren Liebesbeweis im Schrank einzubauen.
Ein Kaktus war in jeder Schranktüre verewigt.
Die Stacheln von dem Kaktus auf der linken Schranktüre waren als ein ‚E’ zu erkennen, das Andere hatte ein ‚B’.
Die Seife legte ich wieder an den Platz zurück, an der ich sie entdeckt hatte und entledigte mich meiner Klamotten, um in die Dusche steigen zu können.
Ich drehte schon mal das Wasser in der Dusche auf und ging zum Waschbecken um mir die Zähne zu putzen. Das war Zeit genug, damit das Wasser die richtige Temperatur für mich bekommen konnte.
Meine Muskeln entspannten sich sofort, sobald ich das warme Wasser auf meiner blassen Haut spürte.
Es tat gut, aber trotzdem vermisste ich Edwards Nähe. Die Duschkabine kam mir ohne ihn so groß vor.
Ich musste wieder an die Worte denken, die er in die Seife eingraviert hatte. Wie lange hatte er wohl dafür gebraucht? Und vor allem, wie hatte er es wieder geschafft, dass alles so säuberlich aussah?
Denk an mich wenn du duschst!
Ich dachte eh schon immer an ihn. Obwohl wir schon so lange zusammen waren, konnte ich nie genug von ihm bekommen. Ich war immer noch süchtig nach ihm und seinen Berührungen.
Auch hier unter der Dusche vermisste ich schon seine Liebkosungen.
Ich schloss meine Augen und folge seiner Aufforderung und dachte an ihn, während ich hier unter der Dusche stand. Meine rechte Hand wanderte hinauf zu meiner Brust, während die andere gerade meinen Bauch entlang strich.
In meiner Fantasie waren es nicht meine Hände, die mich berührten, sondern die von Edward.
Meine Hand wanderte gerade weiter südlich, als ich plötzlich das Telefon aus dem Wohnzimmer klingeln hören konnte.
Ursprünglich wollte ich dieses Klingeln ignorieren, aber es fiel mir schwer mich wieder meinen Fantasien hinzugeben.
Das Klingeln wollte einfach nicht aufhören, also schnappte ich mir ein Handtuch, band es um meinen Körper und lief schnellen Schrittes zum Telefon.
„Cullen“, meldete ich mich etwas barsch zu Wort, da mich die Person am Ende der Leitung in meinem Vorhaben unterbrochen hatte.
Ich hatte Edward heute noch nicht gesehen, deshalb hätte ich mich wirklich zu gerne in meiner Fantasie auf ihn eingelassen und mich von ihm berühren lassen.
„Habe ich dich bei etwas gestört oder warum begrüßt du mich so unfreundlich am Telefon?“, hörte ich die wunderbare Stimme meines Ehemannes am anderen Ende der Leitung lachen und sofort erhellte sich meine Stimmung.
„Hmm… Ich wollte einfach nur der Aufforderung auf der Seife nachgehen“, teilte ich ihm in einem verführerischen Ton mit, woraufhin sein Lachen augenblicklich verstummte.
Ich konnte noch hören, wie er sich räusperte bevor er wieder zum reden ansetzte.
„Du hast…? Lassen wir das. Ich rufe nur an um dir alles Gute zu wünschen“, hörte ich seine liebevolle Stimme aus dem Telefon sagen.
Alles Gute wünschen?
Wofür?
Hatte ich heute Geburtstag?
Nein, der war erst in ein paar Monaten.
Hochzeitstag?
Unmöglich, den hatten wir erst vor ein paar Wochen.
„Wieso gratulierst du mir?“, fragte ich ihn letztendlich und gab mich geschlagen.
Es würde zu lange dauern, wenn ich jetzt darüber nachdenken würde und ich wollte die Zeit, die ich mit Edward verbrachte, egal ob telefonisch oder persönlich, nicht unnötig mit Schweigen verbringen.
Wenn ich ihn Heute schon noch nicht gesehen hatte, dann wollte ich wenigstens seine Stimme am Telefon hören.
„Du weißt es also nicht?“, kam seine Frage und ich konnte schon beinah sein schiefes Lächeln vor meinem geistigen Auge erkennen.
„Genau heute vor acht Jahren haben wir uns kennen gelernt und ineinander verliebt!“
Irgendwie schockierte mich diese Aussage.
Wieso hatte ich nicht daran gedacht?
Und vor allem, wieso hatte ich mir ausgerechnet an diesem Tag frei genommen?
Es war manchmal schon unheimlich, wie gut sich Edward gewisse Sachen merken konnte.
Ein Jahr nachdem ich in der Firma angefangen und somit Edward kennen und lieben gelernt hatte, schenkte er mir eine Halskette mit einem Herzanhänger, auf dem das Datum von dem Tag eingraviert war, als wir beide endlich zueinander gefunden hatten.
Natürlich brauchte ich diese Halskette nicht um mich daran zu erinnern, aber mir gefiel es.
Immer, wenn ich in den Spiegel sah oder ich mit meiner Kette rumspielte musste ich an unsere ersten Verabredungen denken, unseren ersten Kuss, unseren ersten Sex oder auch an den Tag, an dem er mir zum ersten Mal seine Liebe gestand.
Der Tag unserer Verlobung war in ein Armband eingraviert, welches ich niemals abnahm, genauso wenig wie Edward seins abnahm.
Wir hatten uns das Selbe Armbändchen machen lassen, nur war meins etwas weiblicher ausgeschmückt.
Und natürlich war unser Hochzeitstag in unseren Eheringen eingraviert.
Es gefiel mir sehr, wenn ich all diese gravierten Schmuckstücke mit mir herum trug.
All diese Gravuren erinnerten mich an einen wunderbaren Abschnitt in meinem Leben.
Für manche Personen wäre es vielleicht zu viel des Guten, aber nicht für mich.
Edward war mein Leben und ich wollte alles, was auch nur im Entferntesten mit ihm zu tun hatte immer bei mir tragen.
„Heute? Warum sagst du mir das erst jetzt? Ich hätte mir doch dann nicht frei genommen“, schmollte ich durch das Telefon hindurch und hoffte sehr, dass er sich meinen Schmollmund bildlich vorstellen konnte.
„Stattdessen musste ich alleine in einem kalten Bett aufwachen“, fügte ich noch mit einem Hauch von Traurigkeit in meiner Stimme hinzu.
„Tut mir leid, Liebste“, versuchte er mich mit seiner melodischen Stimme wieder ruhig zu stimmen.
„Ich werde versuchen mich zu bessern“, fügte er hinzu. Das Grinsen, welches er vermutlich auf seinen Lippen trug, konnte ich mir bildlich vorstellen.
„Das würde ich dir auch raten, Mister. Kannst dir ja etwas ausdenken, womit du das wieder gut machen kannst“
Die Traurigkeit, die zuvor noch in meiner Stimme zu hören war, war komplett entwichen. Meine Stimme klang nun rauchiger, kehliger… erregter.
Anscheinend hatte auch Edward dies registriert was dazu führte, dass er sich wieder räusperte.
Ich liebte es, wenn ich diese Reaktion bei ihm hervorrief. Es war ein klares Zeichen dafür, dass ich ihn nervös machte.
„Du kannst dir gar nicht vorstellen wie gerne ich jetzt bei dir wäre…“
Seine Stimmlage war dieselbe, wie meine vor noch wenigen Sekunden.
„Alice hat vorhin angerufen“, wechselte er plötzlich das Thema.
Kurz nahm ich das Telefon von meinem Ohr und betrachtete es stirnrunzelnd, doch schon im nächsten Augenblick befand es sich wieder da wo es hingehörte.
„Wollte sie etwas Bestimmtes?“, fragte ich mit ehrlicher Neugier und versuchte mich auf das Thema Alice zu konzentrieren.
Alice war Edwards jüngere Schwester, die ich sofort in mein Herz geschlossen hatte, als Edward mich seiner Familie vorstellte.
Sie war eine sehr aufgeweckte Person und manchmal konnte es wirklich nervig sein, aber gerade diese Charakterzüge an ihr waren mehr als nur liebenswert.
„Sie hat uns zu sich zum Essen eingeladen, denn sie ist der Meinung, dass sie uns eine halbe Ewigkeit schon nicht mehr gesehen hat. Ich wusste gar nicht, dass zwei Wochen eine halbe Ewigkeit sind. Dass ich den Abend mit dir ganz alleine verbringen wollte war ihr letztendlich egal“, fing er an ohne Punkt und Komma zu reden und ich versuchte mein Lachen zu unterdrücken.
In Momenten wie diesen konnte man ganz besonders erkennen, dass er und Alice miteinander verwandt waren.
„Ich würde ja sagen, dass wir einfach nicht hingehen und wir heute Abend unsere Zweisamkeit genießen, aber ich kenne Alice. Sie würde schneller als uns lieb ist vor unserer Haustür stehen und ihren Zweitschlüssel benutzen. So etwas nennt man dann wohl in ihrer Welt einen Notfall…“
Nun war ich nicht mehr in der Lage mein Lachen zu unterdrücken und wie es in den letzen Jahren auch immer der Fall gewesen war, stieg Edward in mein Lachen mit ein.
Sein Gelächter war eines der Dinge, in die ich mich zuerst verliebt hatte. Es klang so frei und ehrlich.
Nicht jeder konnte heutzutage so ausgelassen lachen wie er es tat oder besser gesagt, wie wir beide es immer taten.
Noch nie in meinem bisherigen Leben hatte ich so viel gelacht wie in meiner gemeinsamen Zeit mit Edward.
„Ja, das fürchte ich auch“, konnte ich Edward sagen hören, sobald unser Lachen etwas nachgelassen hatte.
„Wir sollen um acht bei ihr und Jasper sein, also werden wir beide noch genug Zeit haben um unsere gemeinsame Dusche nachzuholen.“
Während er diese Worte aussprach konnte ich schon aus seiner Stimme heraushören, wie sehr er sich darauf freute. Da erging es ihm wie mir.
Aber immerhin konnte ich heute noch eine Dusche zusammen mit Edward genießen und allein schon bei dem Gedanken an dem, was höchstwahrscheinlich unter der Dusche passieren würde, zog sich mein Magen vor lauter Vorfreude zusammen.
Es war halb sechs am Abend und Edward müsste jeden Moment von der Arbeit zurückkommen.
Ich stand in der Küche und machte mir grade ein Sandwich.
Da ich erst so spät aufgestanden war, hatte ich mir zu später Mittagsstunde ein Frühstück gegönnt.
Meinem Magen war das allem Anschein nach aber nicht genug gewesen, denn er knurrte wie verrückt.
Und obwohl wir später zum Abendessen bei Alice eingeladen waren, konnte ich dem Drang nicht widerstehen mir doch noch eine Kleinigkeit zu Essen zu machen.
Schließlich war es nur ein Sandwich und nur dazu da um meinem Magen wieder die nötige Ruhe zu geben, damit es bis acht Uhr am Abend nicht so quengeln würde.
Ich war so sehr damit beschäftigt Erdnussbutter auf die Sandwichscheiben zu schmieren, dass ich erst bemerkte das Edward zu Hause war, als sich seine starken Arme um meinen Bauch schlangen und er mir einen sanften Kuss an meiner Halsbeuge gab.
Noch immer bereitete es mir eine Gänsehaut wenn er mich küsste.
In allen den Jahren hatte das kein bisschen nachgelassen.
„Hallo schöne Frau“, flüsterte er mir ins Ohr und das Gefühl seiner weichen Lippen an meinem Ohr und sein Atem, welche mein Ohr und meinen Hals sanft streichelte, bereitete mir nur noch mehr Gänsehaut.
Meine Hände fuhren zu meinen Bauch, wo er seine Hände miteinander verschränkt hatte und mich so dicht an ihm hielt.
So dicht, dass es kein Entkommen gab, aber das wollte ich niemals.
Je näher ich ihm war, desto besser ging es mir dann.
„Alles Gute zum achtjährigen kennen lernen“, hauchte ich ihm ins Gesicht während ich meins in seine Richtung drehte und ich ihm so einen sanften Kuss entlockte.
Während ich mich in seinen Armen zu Edward herum drehte und meine Hände an seinem Nacken vergrub, damit ich an der Stelle an seinen Haaren zupfen konnte, nahm unser Kuss immer mehr an Leidenschaft zu.
Seine Hände, die durch meine Umdrehung nun an meinem Rücken lagen, lösten sich und wanderten hinab zu meiner Taille, nur um meinen Unterleib näher an seinen drücken zu können.
Die Erregung in seiner Hose konnte ich schon deutlich spüren und es verblüffte mich immer wieder, wie schnell ich ihn erregen konnte.
Edwards Hände wanderten immer tiefer, bis er die richtige Position dafür gefunden hatte wie er mich am Besten hochheben konnte.
Als wäre es einstudiert, schlangen sich meine Beine automatisch um seine Hüften was dazu führte, dass ich seine Erregung nur noch intensiver spüren konnte.
Leise stöhnte ich in seinen Mund, während unsere Zungen einen wilden Kampf miteinander ausfochten.
Seine Hände, die sich an meinem Hintern befanden um mich etwas zu stützen, kniffen mich leicht.
Allem Anschein nach hatte Edward nicht mit meiner Reaktion gerechnet, denn ich presste meinen Unterleib nur noch fester an seine Männlichkeit und dieses Mal mussten wir beide aufstöhnen.
Dadurch, dass der Mensch dazu gezwungen war zu atmen, mussten sich unsere Münder leider voneinander trennen.
Edward schien es allerdings nicht daran zu hindern, meinen Körper weiterhin mit seinem Mund zu verwöhnen, während meine Hände in seinen seidigen Haaren herumwühlten und sie nur noch mehr durcheinander brachten, als sie es ohnehin schon waren.
Nur schwach konnte ich noch wahrnehmen, wie Edward sich in Bewegung setzte und mich mit sich trug, als wäre ich ein Leichtgewicht.
„Wohin gehen wir?“, stöhnte ich mehr, als das ich ihn fragen konnte.
Ich war einfach zu erregt.
Den ganzen Tag über hatte ich ihn nicht gesehen, nur einmal kurz mit ihm gesprochen und all meine Sehnsucht schien sich in genau diesem Moment zu vereinen.
„Die versprochene Dusche“, konnte ich ihn gegen meinen Hals nuscheln hören, als eine seiner Hände sich von meinem Hintern löste, damit er dir Tür zum Badezimmer aufbekommen konnte.
Kurz kicherte ich, weil ihm das nicht sofort gelungen war, aber als er mir dann kurz in den Hals bis, wurde dieses Kichern sofort durch ein Stöhnen ersetzt.
Nachdem er es endlich geschafft hatte die Tür aufzubekommen und er diese mit seinen Füßen wieder mit einen lauten Knall zum Schließen gebracht hatte, wollte Edward mich auf den Boden absetzen, was ich nach einem kurzen Protest zuließ.
Schließlich würde ich so wieder viel weniger von ihm spüren.
Ich versuchte mein Verlangen davon zu überzeugen, dass es eh nur von kurzer Dauer wäre und es dem Zweck dienen würde, ihn endlich wieder nackt zu sehen und ihn in mir spüren zu können.
Schon allein bei dem Gedanken daran, wie er in mir war und sich darin bewegte ließ mein Unterleib vor lauter Vorfreude zucken.
Meine Hände verließen nicht ein einziges Mal Edwards weiche Haare und diese Gelegenheit nutzte ich aus, um ihn zu mir runter zu ziehen, damit ich seine wundervollen sanften Lippen wieder auf meinen spüren konnte.
Aber anscheinend hatte Edward andere Pläne.
Seine Hände waren wieder auf meiner Taille angelangt und er schenkte mir noch einen sanften Kuss, ehe er sich vor mir hinkniete, sodass sein Kopf in der Höhe meines Bauches war.
Mit seinen Händen schob er mein Top immer höher uns küsste die dadurch frei gewordenen Stellen an meinem Bauch mit besonderer Intensität.
Am meisten widmete er sich meinen Bauchnabel, welchen er mit seiner Zunge immer wieder anstupste.
Mein Atem wurde immer lauter und durch ein Keuchen ersetzt und mein Gekeuche wurde immer wieder von seinem leisen, genießerischen Stöhnen übertrumpft.
Ich mochte es sehr, so von ihm liebkost zu werden, aber im Moment brauchte ich ihn zu sehr, meine Sehnsucht nach ihm musste wieder gestillt werden.
Irgendwie hatte ich es geschafft, ihn wieder nach oben zu zerren und meine Finger, die vor lauter Ungeduld schon zitterten, versuchten die einzelnen Knöpfe seines Hemdes zu öffnen.
Nach den ersten paar Knöpfen verlor ich allerdings schon die Geduld und wollte es ihm über den Kopf ziehen, was er ohne Widerworte zuließ.
Mein Blick blieb mal wieder an seiner muskulösen und leicht behaarten Brust hängen, die mir sogar noch nach achtjähriger Beziehung den Atem stocken ließ.
Ich hob meine rechte Hand und ließ sie erst einmal an seiner Wange ruhen.
Diese kuschelte sich in die Innenfläche meiner Hand, wodurch ich seinen drei Tage Bart nur zu gut spüren konnte, ehe er einen leichten Kuss nahe an meinem Handgelenk platzierte.
Mit meinem Zeigefinger strich ich die Konturen seines kantigen Gesichts nach, ehe ich damit an seinen Hals hinabwanderte.
Seinen Schultern und seinem Schlüsselbein schenkte ich dabei nicht weniger Beachtung.
Meine Lippen strichen hauchzart seinen Brustkorb entlang und ich konnte sehen, wie sich die Härchen darauf etwas aufrichteten und ihm eine Gänsehaut überkam.
Der Druck seiner Hände, die sich an meinen Hüften befanden wurde stärker.
Ich fing an leichte Küsse auf seiner Brust zu verteilen und wanderte immer höher, zu seinem Hals, bis hin zu seinen Ohren wo ich anfing an seinen Ohrläppchen zu knabbern.
Sein Stöhnen drang geradewegs in mein Ohr und ich krallte mich mit meinen Händen Halt suchend an seinen Oberarmen.
Edwards Hände strichen an meiner Taille entlang zum Bund meiner Jogginghose, die ich mir nach dem Telefonat mit Edward angezogen hatte.
Eine seiner Hände, ich konnte nicht genau zuordnen welche, da mir jegliche Konzentration fehlte, glitt in meine Hose, nur um dann auf die nackte Haut meines Hinterns zu treffen.
Ich biss wieder in sein Ohrläppchen, konnte Edward keuchen hören als er registrierte, dass ich extra für ihn keine Unterwäsche angezogen hatte.
„Du machst mich noch wahnsinnig“, stöhnte er mir ins Ohr und dirigierte mich immer mehr in Richtung der Duschkabine.
Meine Hände, die noch immer an seinen starken Oberarmen verweilten, strichen diese nun langsam entlang, hinab zu seiner Hose um sein Gürtel öffnen zu können, damit ich endlich dieses lästige Stück Stoff von ihm weg bekam.
Währenddessen versuchte Edward mir meine Jogginghose endgültig auszuziehen.
Es war verwunderlich, dass wir uns mit unseren Armen dabei nicht in die Quere kamen.
Ich griff nach dem Saum meines Tops um es mir auszuziehen, damit wenigstens einer von uns schon nackt war in der Hoffnung, dass Edward es mir nachahmen würde.
In der Zeit, als ich mir mein Shirt ausgezogen hatte, hatte er schon einmal das Wasser in der Dusche angestellt.
Mein Blick glitt seine Gestalt entlang, immer tiefer bis ich bei seinen Boxershorts ankam, dem einzigen Kleidungsstück was er noch am Leibe trug.
Seine Erregung, die schon sehr deutlich zu erkennen war, bat mich förmlich darum, ihn aus diesem Gefängnis, auch besser bekannt als Shorts, zu befreien.
Edwards Blick glitt wieder zu mir, als meine Zunge über meine angeschwollenen Lippen leckte.
Er nahm meine Hände in seine und führte sie zum Rand seiner Boxershorts, damit wir sie ihm zusammen ausziehen konnten.
Nicht ein einziges Mal wich mein Blick seinem.
Seine grünen Augen brannten sich in meine und zeigten mir all seine Leidenschaft und Liebe, die er für mich empfand.
Ich konnte nur erahnen, dass meine Augen dasselbe für ihn ausdrückten.
Mit seinen Füßen stieg er aus den Boxern raus, zog mich wieder in seine Arme und führte mich in das Innere der Duschkabine.
Schon im nächsten Moment konnte ich das warme Wasser auf meiner Haut spüren, allerdings war das Gefühl von Edwards nackter Haut an meiner um ein Vielfaches intensiver.
Ohne irgendeine Vorwarnung hob Edward mich wieder so, dass ich meine Beine um ihn schlingen konnte und sobald es uns möglich war, nahm ich seine Männlichkeit tief in mir auf.
Es schien mir unmöglich noch länger darauf zu warten mich mit ihm zu vereinen.
Meine Hände verweilten wieder in seinen Haaren und mit einem Ruck kam ich endlich wieder in den Genuss seiner süßen Lippen, die sich im Einklang bewegten.
Edward knabberte an meiner Unterlippe, biss herzhaft hinein, nur um mit seiner talentierten Zunge wieder drüber lecken zu können.
Stumm bat er meinem Mund seiner Zunge den Einlass zu gewähren und ich zögerte keine einzige Sekunde.
Wieder nach Luft ringend mussten wir uns voneinander lösen, doch wieder hinderte es ihn nicht daran meine nasse Haut zu liebkosen.
Sein Mund fand den Weg zu meiner Brust und küsste sie mit solch einer Inbrunst, dass das Kribbeln in meinem Körper nur noch mehr anstieg.
Durch seine harten Stöße rutschte ich mit meinem Rücken die Fließen, an denen ich gelehnt war, auf und ab.
Mein Kopf schlug mehrmals gegen die Wand, immer wieder wenn Edward so feste in mich eindrang, sodass ich meinen Rücken wölben musste und ich meinen Kopf genießerisch nach hinten warf.
Ich versuchte meine Hände an seinen Schultern festzukrallen, versuchte einen Halt zu finden, bei dem ich seinen Bewegungen entgegen kommen und ihn tiefer in mir aufnehmen konnte.
Es gelang mir mich besser aufzurichten um die passende Position zu finden.
Als ich ihn dann so tief wie schon lange nicht mehr in mir spüren konnte, wurde unser Stöhnen von dem Klang des herabfließenden Wassers mehr als nur übertroffen.
Unser Atem wurde schwerer und stockender, das Keuchen immer hektischer und mit jedem seiner Stöße wurde mein Stöhnen nur noch lauter.
Ich konnte spüren, wie es in mir brannte, wie der Orgasmus in mir seinen Weg hinaus an die Oberfläche fand.
Edwards Hände, die sich noch immer an meinem Hintern befanden um mich zu stützen, krallten sich darin fest, so wie ich es bei seinen Schultern tat.
Dadurch, dass ich meinen Rücken durch meinen Orgasmus so sehr wölbte, nutze Edward die Chance meine Brüste, die sich ihm entgegen streckten, mit seiner Zunge zu liebkosen.
Ich konnte spüren, wie er sich in mir ergoss als meine Lust ihren Höhepunkt fand und er sich wieder in meinen Hintern festkrallte.
Nur langsam beruhigte sich unser Atem und nach einer Weile zog er sich wieder aus mir zurück, damit ich wieder auf meinen eigenen Füßen stehen konnte.
Meinen Kopf lehnte ich sofort an seine muskulöse Brust und seine Arme schlangen sich sofort um meine Taille um mir den nötigen Halt zu geben, da sich meine Beine sehr schwach anfühlten.
„Ich liebe dich“, hörte ich ihn in mein Ohr flüstern, als sich unser Atem wieder beruhigt hatte und gab mir einen Kuss auf das nasse Haar.
„So wie ich dich Liebe.“ Ich hob meinen Kopf wieder von seiner Brust und sofort wurden meinen Augen von seinen Smaragden wieder gefangen genommen.
Langsam senkte er seinen Kopf, nur um mir einen kurzen aber sinnlichen Kuss auf die Lippen zu drücken.
Meine Arme schlangen sich um seinen Bauch, damit ich mich näher an ihn kuscheln konnte, ehe er wieder von mir ab lies.
„Soll ich dich einseifen?“, fragte er mich allen erstes und griff schon nach meinem Duschgel.
„Da fragst du noch?“, war das Einzige, was ich darauf erwidern konnte, ehe ich seine talentierten Hände wieder auf meiner Haut spüren konnte.
„Sie wird uns köpfen!“ Vorwurfsvoll richtete ich meinen Blick auf Edward, der gerade mit Autofahren beschäftigt war.
Seine rechte Hand legte sich auf meinen Oberschenkel und strich mit seinem Daumen sanft darüber.
Das war Edwards Art mir zu sagen, dass ich mich nicht so aufregen sollte.
Wir waren gerade auf den Weg zu Alice und schon fünfzehn Minuten zu spät.
Wenn Edward mich nicht wieder aus der Fassung gebracht hätte und wir nicht noch Sex auf unserem neuen Esszimmertisch gehabt hätten, dann wären wir sogar noch pünktlich gewesen.
„Keine Sorge, sie wird es schon verstehen.“
Er wandte seinen Blick kurz von der Straße ab, nur um ihn in meine Richtung zu werfen und mir verschwörerisch zuzuzwinkern.
Das konnte er doch wohl nicht ernst meinen?
„Edward, wir werden deiner Schwester bestimmt nicht den Grund für unser zu spät kommen erklären. Wie würdest du dich denn fühlen wenn Alice dir erzählen würde, dass sie zu spät ist, weil sie atemberaubenden Sex in der Dusche und auf dem Esszimmertisch hatte?“, fragte ich ihn und meine Stimme klang etwas hoch, fast schon hysterisch.
Kurz verzog Edward das Gesicht, ehe sich wieder sein schiefes Grinsen darauf bildete.
„Atemberaubend also?“, fragte er mich und kniff mich liebevoll in die Innenseite meiner Oberschenkel.
Ich schlug ihn leicht auf seinen Unterm um ihm zu signalisieren, dass sein Kommentar gerade nicht wirklich angebracht war.
Als ob er nicht wüsste, dass ich den Sex mit ihm als atemberaubend empfand.
Wir bogen gerade in die Straße ein, in der Alice und Jasper wohnten und fuhren noch ein kleines Stück, ehe Edward den Wagen am Straßenrand, direkt vor dem Haus in dem Alice und Jasper wohnten, zum Stillstand brachte.
Gerade als ich mich abgeschnallt hatte und ich schon nach dem Griff fassen wollte um die Autotür zu öffnen, konnte ich Edwards Hände an meiner Taille spüren, wie sie mich festhielten und er mich zu sich auf dem Schoß zog.
„Atemberaubend ist da noch untertrieben“, flüsterte er mir ins Ohr und verstärkte leicht den Druck an meiner Taille.
„Und ich schwöre dir, wenn Alice nicht schon am Fenster stehen würde, würde ich dich hier und jetzt wieder nehmen“, fuhr er mit seinem Geflüster fort und ich bemerkte sofort die Gänsehaut, die sich auf meinen Körper ausbreitete.
Ich bemerkte, wie es zwischen meinen Beinen wieder zu Kribbeln begann und fragte mich insgeheim, wie oft es an diesem Tag noch passieren würde.
Wieso musste Alice uns ausgerechnet heute zum Abendessen einladen?
Edward ließ langsam wieder von mir ab und ich bemerkte sofort, wie es ihm zu missfallen schien, dass er wieder von mir ablassen musste.
Doch bevor Edward mich wieder auf den Beifahrersitz schob, hob Edward seine Hand, nur um sie über meine Wange streichen zu lassen und mir tief in die Augen blicken zu können.
Ich konnte so viel Liebe in seinen Augen ablesen, dass mir allein schon durch diesen Anblick leicht schwummrig wurde.
Langsam beugte ich mich zu ihm und seine Hand versuchte sich meiner Wange anzupassen, übte leichten Druck aus, damit er mich schneller zu sich ziehen konnte.
Noch bevor meine Lippen seine finden konnten, schloss ich schon in freudiger Erwartung meine Augen.
Es kam mir Jahre vor, dass ich diese Lippen auf meinen gespürt hatte, dabei war es nur wenige Minuten her, als wir uns zuletzt geküsst und geliebt hatten.
Endlich konnte ich die Wärme, die seine Lippen ausstrahlten, auf den meinen spüren, was mir ein wohliges Seufzen entlockte.
Meine Hände fanden den Weg in seinen Nacken, nur um die Härchen dieser Stelle streicheln zu können.
Dieser Kuss hatte nichts Leidenschaftliches.
All die Liebe, die wir füreinander empfanden, war in diesem Kuss enthalten.
Und mit jedem Tag schien unsere Liebe nur noch mehr zu wachsen.
Bevor ich Edward traf hätte ich es nie für möglich gehalten, das sich die wahre Liebe so anfühlen würde.
Nie im Leben hatte ich damit gerechnet, dass es möglich wäre so viel für eine Person zu empfinden.
Edward war alles für mich.
Mein Leben.
Meine Liebe.
Meine Seele.
Doch schon viel zu schnell, war dieser Moment zu Ende.
Mein Ehemann ließ langsam wieder von mir ab, gab mir noch einen kurzen letzen Kuss, ehe er mich wieder vorsichtig auf den Beifahrersitz schob.
Ich schmollte noch etwas ehe mir wieder einfiel, wo wir uns eigentlich befanden.
Edward stieg als erster aus dem Auto und ich erinnerte mich wieder an Edwards Worte… Alice stand am Fenster?
Mein Blick wanderte zum Haus, in dem Alice und Jasper wohnten und tatsächlich konnte ich gerade noch sehen, wie der Vorhang an eines der Fenster hin und her wehte, als ob man ihn hektisch losgelassen hätte.
Das sah Alice mal wieder ähnlich.
Sobald auch ich aus dem Auto ausgestiegen war, liefen Edward und ich Arm in Arm auf die Eingangstür zu.
Kaum waren wir angekommen und hatten die Klingel betätigt, hatte Alice schon die Tür aufgerissen. Man konnte sogar noch das nachläuten der Türglocke hören.
„Da seit ihr ja endlich, hat aber auch lang genug gedauert. Was habt ihr jetzt schon wieder getrieben oder will ich das lieber gar nicht erst wissen? Nach dem, was ich grade schon von euch beiden im Auto betrachten konnte, hat mir das vollkommen gereicht. Also wirklich, ihr benehmt auch ja wie frisch verliebte Teenager!“, fing Alice sofort an los zu brettern, drehte sich von uns weg und marschierte wieder geradewegs ins Hausinnere.
Verwirrt blickte ich zu Edward, der die Haustüre hinter uns schloss und mir sofort meine Jacke abnahm.
„Ich wünsch dir auch einen wunderschönen Abend Alice und ja, die Fahrt verlief ohne Probleme, danke der Nachfrage“, rief Edward Alice noch hinterher.
Sofort griff ich nach Edwards Hand und kuschelte mich an seine Seite, während er mich Richtung Küche dirigierte, wo er die beiden wohl vermutete.
Meine Hand löste sich von seiner, damit ich sie um ihn legen und seine Seite streicheln konnte.
In diesem Moment war es mir nicht genug, einfach nur seine Hand zu halten.
Ich wäre jetzt so gerne wieder mit ihm allein…
Würde mich ihm so gerne wieder hingeben…
Würde so gerne nackt unter ihm liegen und seine Lippen auf meiner entblößten Haut spüren…
Wir passierten gerade den Durchgang zur Küche, als Alice uns wieder entgegen kam.
„Habt ihr heute Schnecken gegessen oder warum seit ihr so langsam“
Sie nahm von jedem von uns eine Hand und führte uns aus der Küche raus in Richtung Esszimmer.
Es erschien mir besser so, denn der Geruch, der aus der Küche strömte, schien meinen Magen sehr zu reizen.
Was hatte Alice bloß gekocht?
Sollte das die Strafe dafür sein, dass wir uns etwas länger nicht mehr gesehen hatten und dass wir zu spät kamen?
Als wir das Wohnzimmer betraten sahen wir Jasper, wie er gerade eine CD in ihre teure Musikanlage einlegte. Anscheinend sollte das die Hintergrundmusik für unser Essen werden.
Wenn man es denn Essen nennen konnte, denn es roch nicht wirklich appetitlich.
„Sieh mal wer uns endlich Gesellschaft leistet“, rief Alice ihrem Ehemann zu, der sich sofort umdrehte.
Sie ließ unsere Hände wieder los und ging auf Jasper zu, nur um ihm einen kurzen, aber dennoch liebevollen Kuss auf den Mund zu geben.
Edwards Hand, die an meiner Hüfte lag, drückte mich näher an sich.
Ich nutze diese Gelegenheit und kuschelte mich noch enger an ihn, als ich es sowieso schon tat.
Ich kam mir heute vor wie eine Klette, aber Edward schien überhaupt Nichts dagegen einzuwenden zu haben.
Jasper kam zu uns herüber und umarmte mich zur Begrüßung was zur Folge hatte, dass ich von Edward ablassen musste.
Edward reichte er nur kräftig die Hand und beide Männer klopften sich noch freundschaftlich auf die Schulter.
Die Sache mit dem ‚auf die Schulter klopfen’ bei den Männern würde ich wohl nie verstehen.
„Freut mich, dass ihr endlich wieder zu uns gefunden habt. Wir dachten schon, dass ihr euch verfahren hättet, so lange wie ihr nicht mehr hier wart“, fügte Jasper scherzend seine Begrüßung fort und zwinkerte uns zu.
War ja klar, dass auch Jasper mit diesem Thema anfangen würde.
Hätten sie sich denn nicht einen anderen Tag aussuchen können, an den wir sie besuchen sollten?
Der heutige Tag war für Andere vielleicht nicht so wichtig wie ein Hochzeitstag, aber für mich war er das, auch wenn Edward mich zu erst daran erinnern musste.
Vor acht Jahren hatte ich das Glück auf die Liebe meines Lebens zu treffen.
Ich wollte mir gar nicht vorstellen wie anders mein Leben verlaufen wäre, wenn mich die Greate Company nicht eingestellt hätte.
Womöglich hätte ich Edward dann nie kennen gelernt, wäre ihm nie über dem Weg gelaufen. Es war für mich schier unmöglich mir ein Leben ohne Edward vorzustellen.
Deshalb war dieser Tag für mich so wichtig und ich könnte mich Ohrfeigen, das ich heute Morgen nicht selbst daran gedacht hatte.
Denn heute vor acht Jahren begann ich erst richtig zu leben…
„Setzt euch doch schon, das Essen müsste gleich fertig sein“, rief uns Alice noch zu, bevor sie wieder in Richtung Küche verschwand.
„Ich werde ihr mal lieber zur Hand gehen“, sagte Jasper an mich und Edward gewandt, ehe er ebenfalls aus der Esszimmertür verschwand und Alice folgte.
Edward führte mich zu unserem üblichen Platz am Tisch.
Wir waren schon so oft hier gewesen, hatten schon so oft hier gegessen, dass wir schon einen Stammplatz hatten.
„Was hältst du davon, wenn wir die Situation nutzen und abhauen“, flüsterte ich ihm in einem scherzenden Tonfall zu, während er mir den Stuhl zurück hielt.
„Bring mich lieber nicht in Versuchung, Mrs. Cullen“, flüsterte Edward mir ins Ohr und küsste meine Wange, ehe er sich selbst auf dem Stuhl neben mir nieder ließ.
Selbst noch nach fünf Jahren Ehe liebte ich es, wenn er mich so nannte.
Mrs. Cullen… wie oft hatte ich mir am Anfang unserer Beziehung erträumt, dass auch ich irgendwann diesen Namen tragen würde?
Allein durch den Gestank, den Alice’ zubereitetes Essen verströmte merkte ich, dass meine Schwägerin und ihr Ehegatte den Raum betraten.
Ich konnte mir immer noch keinen Reim darauf machen, was sie da gekocht hatte.
War es überhaupt für den menschlichen Magen geeignet?
Hatte sie vielleicht einen Zutat verwechselt und anstatt Salz Strychnin verwendet?
Alice war eigentlich immer eine ausgezeichnete Köchin, deswegen überraschte mich dieser fürchterliche Gestank umso mehr.
Jedoch versuchte ich mich so gut es eben ging zusammen zu reißen, schließlich wollte ich nicht irgendwie unhöflich erscheinen.
„Hmm… es riecht köstlich“, kam es nur von meinem Nebenmann, worauf hin ich ihn nur verständnislos anstarren konnte.
War das sein ernst?
Weder in seinen Gesichtszügen, noch in seinen Augen konnte ich eine Lüge erkennen.
Sein Blick wandte sich wieder in meine Richtung und ich konnte die Besorgnis erkennen, die sich darauf ausbreitete.
„Geht es dir gut?“, fragte er mich sanft und so leise, dass weder Alice noch Jasper es mitbekommen konnten.
Seine Hand legte sich an meinem Oberschenkel und streichelte ihn sanft.
„Ja, alles bestens“, log ich ihn an.
Es gefiel mir nicht ihn anlügen zu müssen, aber ich wollte auch nicht, dass er sich unnötig Sorgen machte.
„Oh Danke!“, rief die kleine Elfe aus, die Nichts von unserem kurzen Gespräch mitbekommen hatte.
„Da ihr uns ja schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr beehrt habt habe ich mir gedacht, dass ich euch wenigstens was Gutes tue und ich eure heißgeliebten Pilzravioli zubereite“, erzählte sie weiter und strahlte über das ganze Gesicht.
Das sollten Pilzravioli sein?
Eins von den Gerichten, die Edward und ich so sehr liebten?
Hatte Alice auch wirklich die richtigen Pilze verwendet und vielleicht nicht doch Giftpilze?
Sobald Alice den Teller mit den so genannten Pilzravioli vor mir auf meinen Platz abstellte wurde mir nur noch schlechter.
Als auch die Gastgeber sich zu uns an den Tisch gesellten hielt ich es nicht mehr aus.
Dieser furchtbare Geruch traf mich von allen Seiten.
Ich wollte wirklich nicht unhöflich erscheinen, aber mein Magen schien sich überhaupt nicht beruhigen zu wollen.
Also sprang ich von meinem Platz auf und lief in Richtung Badezimmer, während ich mir die Hand vor meinem Mund hielt.
Die Reaktion der anderen hatte ich nicht mehr bemerkt, so schnell wie ich vor diesem Gestank geflüchtet war.
Endlich erreichte ich das Badezimmer und öffnete schwungvoll die Tür um endlich dort hineinlangen zu können.
In diesem Moment war es mir egal, dass sie nicht abgeschlossen war und jeden Moment alle drei davor stehen könnten.
Mein Ziel war es, die Toilette zu erreichen, damit ich mich dort übergeben konnte.
Zu meinen Glück schien Jasper der letzte gewesen zu sein, der die Toilette benutzt hatte, da der Klodeckel noch immer hochgeklappt war.
Immerhin etwas womit ich mich nicht rumschlagen müsste.
Nachdem ich mich geräuschvoll übergeben hatte und mein Magen endlich wieder etwas Ruhe gab, ließ ich mich neben der Toilette plumpsen und versuchte meinen Kreislauf wieder zu normalisieren.
Ich hörte es leise Klopfen, also wandte ich meinen Blick in Richtung der offenen Badezimmertür, die ich nicht mehr im Stande war zu schließen und entdeckte Alice, die gerade wieder ihre Hand herunter nahm.
„Bin ich so eine schreckliche Köchin?“, fragte mich Alice mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
Ihre Gesichtszüge wiesen aber auch eine Spur von Besorgnis auf.
Ich konnte ja selbst nicht verstehen, warum mir auf einmal so schlecht wurde.
Alice war wirklich eine ausgezeichnete Köchin und den Anderen war dieser Gestank wohl auch entgangen, also konnte es nur an mir liegen.
Alles was ich in diesem Moment tun konnte, war leicht meinen Kopf zu schütteln und ein „Tut mir leid“ in Alice Richtung zu murmeln.
Alice betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich.
Sie ging auf einen der zahlreichen Schränke zu, die sich in ihrem Badezimmer befanden, holte ein Handtuch heraus, befeuchtete es am Waschbecken, nur um ihn mir dann reichen zu können.
Ich sah Alice dankbar an, nahm das nasse Tuch entgegen und fühlte mich sofort etwas besser, sobald es mit der erhitzten Haut meines Gesichtes in Kontakt kam.
Alice ließ sich neben mir auf den kalten Badezimmerboden nieder und streckte die Hand nach mir aus um mir ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen.
„Darf ich dich etwas fragen?“
Ich ließ das Handtuch wieder sinken, schaute Alice in die Augen und nickte schließlich.
„Kann es sein, dass du vielleicht schwanger bist?“
Als sie mir diese Frage gestellte hatte keimte in mir sofort etwas Hoffnung auf.
Edward und ich wünschten uns schon seit längerem ein Kind.
Vor ein paar Monaten hatten wir uns dazu entschlossen, dass ich die Pille absetzen und wir den Dingen ihren Lauf lassen würden.
Doch leider hatte es bis jetzt nie geklappt.
Ein Mal hatte ich mir, ohne das Edward davon wusste, sogar einen Schwangerschaftstest gekauft.
Nur, weil meine Periode ein paar Tage später kam als sonst hatte ich gehofft, schwanger sein zu können.
Ich hatte mir sogar drei Schwangerschaftstest gekauft, nur um sicher zu gehen, doch alle drei bewiesen mir nur das Gegenteil.
Zu diesem Zeitpunkt war ich etwas traurig gewesen, dass es nicht geklappt hatte.
Viel zu sehr hatte ich meine Hoffnung in diese Tests reingelegt und wurde dann enttäuscht.
Diesmal hatte meine Periode einen Monat ausgesetzt, was bei mir früher, als ich noch zur High School ging, öfter passierte, also wollte ich nicht wieder zu sehr hoffen.
„I.. Ich… Ich weiß nicht“, antwortete ich Alice nur auf ihre Frage und mein Blick wanderte hinab auf meinen Schoß, wo ich nervös mit meinen Fingern spielte.
Alice Hand griff nach meiner, drückte sie aufmunternd und stoppte somit mein nervöses spielen.
Ohne ein Wort ließ sie meine Hand wieder los und stand von ihrem Platz auf.
Sie lief wieder auf ein Regal zu und fischte zwei gut versteckte Packungen hinaus, die sie mir dann entgegen hielt.
Ich nahm sie an und warf einen genaueren Blick darauf nur um zu erkennen, dass es Schwangerschaftstests waren.
„Woher…?“, wollte ich Alice fragen, doch sie schnitt mir das Wort ab.
„Vor ein paar Wochen dachte ich selbst noch, dass ich schwanger sein könnte. Als ich allerdings wieder von der Apotheke kam, hatte meine Periode eingesetzt, also hatte sich das Thema somit erledigt“, erklärte sie mir mit einem leichten schulterzucken und sah mich liebevoll an.
„Das tut mir leid für dich“, war das einzige, was ich darauf erwidern konnte.
Meine Stimme klang traurig, denn ich wusste wie es war, zu hoffen man wäre schwanger bis diese Hoffnung dann wie eine Seifenblase zerplatzte.
„Es ist nicht schlimm, weißt du“, fing sie an mir zu erzählen und nahm meine Hände in ihre.
„Jazz und ich wären eh noch nicht bereit dafür gewesen. Aber bei dir ist das was anderes.“ Sie sah mich liebevoll an, hob eine ihrer Hände und streichelte meine Haare um mir zu zeigen, dass sie für mich da war.
„Was ist, wenn es wieder nur falscher Alarm ist?“ Alice war die Einzige die wusste, dass ich vor ein paar Monaten die Hoffnung gehabt hatte schwanger zu sein.
„Mach die Tests, die ich dir gegeben habe. Danach hast du wenigstens die Gewissheit, verstehst du?“
Ich nickte ergeben und erhob mich langsam wieder von dem Badezimmerboden.
„Dann werde ich dich jetzt mal allein lassen.“
Alice drückte noch kurz meine Hand und gab mir einen Kuss auf die Wange, ehe sie aus dem Badezimmer verschwand.
Eine Weile zögerte ich noch, aber dann dachte ich wieder an Alice Worte.
Es war wirklich besser Gewissheit zu haben, selbst wenn meine Hoffnung wieder platzen sollte.
Natürlich hoffte ich, dass ich diesmal wirklich schwanger war.
Edward und ich wünschten uns so sehr ein Kind…
Ich sprang über meinen Schatten und rang mich dazu diesen Test zu machen.
Es brachte nichts, sich jetzt den Kopf darüber zu zerbrechen.
Die Nervosität überkam mich wie aus dem Nichts was dazu führte, dass ich die Teststreifen nicht sofort traf.
Irgendwie schaffte ich es jedoch und nun begann für mich die nervige Wartezeit.
Mit den beiden Tests in der Hand lief ich die ganze Zeit hin und her. Ich war so nervös, dass mir die beiden Schwangerschaftstests beinahe aus den Händen fielen, aber ich wollte sie nirgendwo ablegen.
Es war idiotisch, aber ich wollte sie einfach nicht aus meinen Händen nehmen.
So als ob sie jemand manipulieren oder stehlen könnte, wenn ich sie irgendwo abstellen würde.
Es klopfte wieder an den Tür und mein Kopf flog ruckartig in diese Richtung.
Ich war so sehr in Gedanken versunken, dass ich mich so sehr erschreckt hatte, dass mir beinahe die Tests aus der Hand gefallen wären.
Die Tür wurde geöffnet und zum Vorschein kam die zauberhafte Gestalt meines geliebten Ehemannes.
Schnell versteckte ich die beiden Teststreifen hinter meinen Rücken und lächelte ihn etwas gezwungen an.
Ich war mir nicht sicher, ob ich es ihm wirklich antun könnte.
Ich wollte nicht, dass sich Edward zu viel Hoffnung machte.
Wollte nicht, dass er das Selbe empfinden musste wie ich vor ein paar Monaten, als ich schon einmal in dieser Situation war.
Aber ich brauchte Edward an meiner Seite.
Schließlich ging es uns beide Etwas an.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte er mich, kam auf mich zu und gab mir einen sanften Kuss.
Ich antwortete nicht, schaute ihn nur unsicher an und lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
„Bella, was ist los?“
Edward zwang mich ein paar Schritte zurück, sodass er mich ansehen konnte und ich hob meinen Blick, nur damit ich sein besorgtes Gesicht zu sehen bekam.
„I..Ich…“, stotterte ich herum und Edward legte seine warme Hand an meine Wange.
Ich konnte es ihm nicht sagen, konnte nicht sprechen, also nahm ich die Schwangerschaftstests, die noch immer hinter meinem Rücken lagen, hervor und hielt sie ihm entgegen.
Sein Blick wanderte sofort dort hin und als er erkannte, was die Objekte in meiner Hand waren, erhellte sich sein Gesicht.
„Bist du schwanger?“, fragte er mich sofort und das Grinsen auf seinen Lippen war kaum zu übersehen.
„Ich… Ich weiß noch nicht“, versuchte ich ihm zu erklären.
Edward runzelte seine perfekte Stirn.
„Willst du nicht?“, fragte er mich und es erschien ein trauriger Ausdruck in seinen Augen.
„Natürlich will ich!“, verteidigte ich mich sofort.
„Aber… ich hab Angst. Angst davor, dass es nur falscher Alarm ist. Angst davor enttäuscht zu werden, wenn ich nicht Schwanger bin. Und noch mehr Angst habe ich dich zu enttäuschen, wenn ich es wirklich nicht bin“, versuchte ich meine Ängste zu erklären.
Edward nahm mich sofort in den Arm, streichelte meinen Rücken und gab mir einen Kuss auf mein Haar.
„Du könntest mich niemals enttäuschen“, flüsterte er mir ins Ohr und drückte mich fester an sich.
Einige Minuten standen wir so da und lauschten der Stille.
Ab und zu hörten wir die Stimmen von Alice und Jasper, die sich irgendwo in ihrem Haus befanden.
„Wann wissen mir mehr?“, fragte mich Edward und streichelte meine Wirbelsäule auf und ab.
„Das Ergebnis müsste da eigentlich schon stehen.“
Seufzend wand ich mich wieder von ihm ab, die Testergebnisse in meiner Hand.
Da wir bestimmt einige Minuten so standen, war die Zeit um, in der die Tests brauchten um über mein weiteres Leben zu entscheiden.
Doch ich traute mich nicht. Traute mich nicht mir das Ergebnis anzuschauen.
Edward schien sofort zu bemerken was mit mir los war, also nahm er mir die Tests ab um selbst einen Blick drauf werfen zu können.
Ich war ihm so dankbar!
Mein Blick war einzig und allein auf Edwards Gesicht geheftet.
An Hand seiner Mimik würde ich erkennen können, ob da ein gutes Ergebnis stand oder nicht.
Es kam mir vor wie Jahrzehnte, als sich Edwards Gesicht regte und sich das breiteste Lächeln darauf abbildete, was ich je gesehen hatte.
„Schwanger“, hörte ich seine wunderschöne Stimme nur sagen. Sein Blick erhob sich von den Teststreifen und er sah mir tief in die Augen.
„Schwanger?“ Ich konnte es nicht wirklich glauben, also nahm ich ihm die Tests wieder ab, damit ich das Ergebnis selbst betrachten konnte.
Tatsächlich!
Ich war schwanger!
Endlich!
Ich konnte Edwards glückliches Lachen hören und spürte im nächsten Augenblick wie er seine Arme um mich schlang und mich herum wirbelte.
„Wir sind schwanger“, schrie Edward glücklich über diese Tatsache.
Ich krallte mich an ihm fest und stieg in sein glückliches Lachen mit ein.
Schwanger!
Edward und ich würden tatsächlich ein Baby bekommen.
Nach so vielen Monaten, in denen wir es probiert hatten, würden wir bald endlich Eltern werden.
Von nun an würde ein neuer Abschnitt beginnen. Vermutlich der Beste unseres Lebens.
The End
Allein schon Edwards Anwesenheit machte jedes Treffen einzigartig, selbst wenn es nur ein einfaches Essen in einem Restaurant oder ein Kinobesuch war.
Erlebte man solche Sachen mit Edward, wurden sie zu etwas Besonderem. Für mich.
Edward war der Mann meiner Träume, das hatte ich schon vom ersten Moment an gespürt. Die ersten vier Monate nach unserem kennen lernen waren eine kleine Qual für mich, aber das war es mir im Endeffekt wert gewesen.
Die letzten acht Jahre waren Beweis genug.
Nach zweijähriger Beziehung machte Edward mir einen Heiratsantrag.
Es war Sommer und wir wollten an diesem einen Abend zum Strand, ein Lagerfeuer machen und im kalten Wasser baden gehen.
Doch als wir dort ankamen stockte mir beinahe der Atem.
Überall waren Strandfackeln zu erkennen und viele kleine Teelichter waren um jede einzelne Fackel in der Form eines Herzens aufgestellt.
Wie hätte ich bei solch einem atemberaubenden Anblick nicht ‚Ja’ sagen sollen, als Edward mir die Frage aller Fragen stellte?
Ganz zu schweigen von dem Mann, der mich um meine Hand bat?
Ein Jahr nach seinem wundervollen Antrag heirateten wir, an genau diesem Strand.
Wir beide wussten, dass wir füreinander bestimmt waren, hatten es beide schon beim ersten Treffen gespürt und das, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch vergeben war.
Tanya hatte inzwischen natürlich auch ihr neues Glück gefunden.
Obwohl Chicago groß genug war, ließ es sich natürlich nicht vermeiden sie des Öfteren mal zu treffen.
Im laufe der Jahre wurde sie für mich sogar so etwas wie eine Freundin.
Besonders, da sie meinen langjährigen besten Freund Jacob Black geheiratet hatte.
Edward und ich hatten uns gerade verlobt, als wir eine kleine Verkupplungsaktion gestartet hatten.
Also lud Edward Tanya zu uns zum Abendessen ein und ich Jacob.
Damit das Ganze nicht so auffiel, luden wir noch sowohl Alice und Jasper, als auch Rose und Emmett ein.
So wie bei Edward und mir damals, schien es bei Tanya und Jacob ebenfalls sofort gefunkt zu haben.
Mittlerweile waren die beiden seit einem Jahr stolze Eltern eines kleinen Jungen.
Seufzend warf ich die Bettdecke zur Seite, um aus meinem Bett aufzustehen und mir eine heiße Dusche zu gönnen.
Es war ungewohnt ohne meinen Mann aufzuwachen und duschen zu gehen.
In den letzen Jahren hatte sich das beinahe schon zu einer Tradition entwickelt, dass wir jeden Morgen gemeinsam duschen gingen.
Es war jedes Mal erregend mit ihm in dieser kleinen Duschkabine zu stehen und natürlich konnten wir unsere Finger nicht immer bei uns lassen.
Als erstes ging ich zu meinem Schrank herüber und warf einen prüfenden Blick hinein.
Da ich heute eh zu Hause bleiben würde entschloss ich mich dazu, mir eine einfache schwarze Jogginghose anzuziehen, kombiniert mit einem roten Top.
Mit den Sachen in der Hand ging ich schnurstracks Richtung Badezimmer.
Ich öffnete die Tür und war gerade dabei auf die kleine Kommode zuzugehen, auf der ich meine Klamotten immer ablegte, als ich ein Stück Seife darauf liegen sah.
Was machte dieses Stück Seife auf der Kommode?
Ich legte meine Anziehsachen erst einmal auf den Toilettendeckel ab und ging herüber zu der Kommode um die Seife wieder an ihren richtigen Platz zu befördern.
Als ich sie schließlich in die Hand nahm konnte ich eine Gravur unter meinen Fingerspitzen fühlen, weshalb ich mir die Seife genauer besah.
Denk an mich wenn du duschst!
„Spinner“, murmelte ich mit einem kleinen Lächeln in mich hinein, als ich Edwards neuesten Einfall in meinen Händen hielt.
In den letzen Jahren hatte er mir schon so viele kleine Geschenke gemacht, die mir zeigen sollten wie sehr er mich liebte, dass ich schon zu jedem Jahr eine Kiste dafür angelegt hatte.
Anfangs war es nur eine, aber mit den Jahren wurden es so viele Geschenke, sodass ich beschloss ein System zu entwickeln und ich sie deshalb nach Jahren sortierte.
Ich wusste noch ganz genau, wann er mir was geschenkt hatte, deswegen wurde das mit dem sortieren zum kleineren Problem.
Das größere Problem war, für all meine Lieblinge einen geeigneten Platz zu finden.
Also beschloss Edward mir kurzerhand einen Schrank zu kaufen, wo ich all meine Schätze unterbringen konnte.
Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, einen weiteren Liebesbeweis im Schrank einzubauen.
Ein Kaktus war in jeder Schranktüre verewigt.
Die Stacheln von dem Kaktus auf der linken Schranktüre waren als ein ‚E’ zu erkennen, das Andere hatte ein ‚B’.
Die Seife legte ich wieder an den Platz zurück, an der ich sie entdeckt hatte und entledigte mich meiner Klamotten, um in die Dusche steigen zu können.
Ich drehte schon mal das Wasser in der Dusche auf und ging zum Waschbecken um mir die Zähne zu putzen. Das war Zeit genug, damit das Wasser die richtige Temperatur für mich bekommen konnte.
Meine Muskeln entspannten sich sofort, sobald ich das warme Wasser auf meiner blassen Haut spürte.
Es tat gut, aber trotzdem vermisste ich Edwards Nähe. Die Duschkabine kam mir ohne ihn so groß vor.
Ich musste wieder an die Worte denken, die er in die Seife eingraviert hatte. Wie lange hatte er wohl dafür gebraucht? Und vor allem, wie hatte er es wieder geschafft, dass alles so säuberlich aussah?
Denk an mich wenn du duschst!
Ich dachte eh schon immer an ihn. Obwohl wir schon so lange zusammen waren, konnte ich nie genug von ihm bekommen. Ich war immer noch süchtig nach ihm und seinen Berührungen.
Auch hier unter der Dusche vermisste ich schon seine Liebkosungen.
Ich schloss meine Augen und folge seiner Aufforderung und dachte an ihn, während ich hier unter der Dusche stand. Meine rechte Hand wanderte hinauf zu meiner Brust, während die andere gerade meinen Bauch entlang strich.
In meiner Fantasie waren es nicht meine Hände, die mich berührten, sondern die von Edward.
Meine Hand wanderte gerade weiter südlich, als ich plötzlich das Telefon aus dem Wohnzimmer klingeln hören konnte.
Ursprünglich wollte ich dieses Klingeln ignorieren, aber es fiel mir schwer mich wieder meinen Fantasien hinzugeben.
Das Klingeln wollte einfach nicht aufhören, also schnappte ich mir ein Handtuch, band es um meinen Körper und lief schnellen Schrittes zum Telefon.
„Cullen“, meldete ich mich etwas barsch zu Wort, da mich die Person am Ende der Leitung in meinem Vorhaben unterbrochen hatte.
Ich hatte Edward heute noch nicht gesehen, deshalb hätte ich mich wirklich zu gerne in meiner Fantasie auf ihn eingelassen und mich von ihm berühren lassen.
„Habe ich dich bei etwas gestört oder warum begrüßt du mich so unfreundlich am Telefon?“, hörte ich die wunderbare Stimme meines Ehemannes am anderen Ende der Leitung lachen und sofort erhellte sich meine Stimmung.
„Hmm… Ich wollte einfach nur der Aufforderung auf der Seife nachgehen“, teilte ich ihm in einem verführerischen Ton mit, woraufhin sein Lachen augenblicklich verstummte.
Ich konnte noch hören, wie er sich räusperte bevor er wieder zum reden ansetzte.
„Du hast…? Lassen wir das. Ich rufe nur an um dir alles Gute zu wünschen“, hörte ich seine liebevolle Stimme aus dem Telefon sagen.
Alles Gute wünschen?
Wofür?
Hatte ich heute Geburtstag?
Nein, der war erst in ein paar Monaten.
Hochzeitstag?
Unmöglich, den hatten wir erst vor ein paar Wochen.
„Wieso gratulierst du mir?“, fragte ich ihn letztendlich und gab mich geschlagen.
Es würde zu lange dauern, wenn ich jetzt darüber nachdenken würde und ich wollte die Zeit, die ich mit Edward verbrachte, egal ob telefonisch oder persönlich, nicht unnötig mit Schweigen verbringen.
Wenn ich ihn Heute schon noch nicht gesehen hatte, dann wollte ich wenigstens seine Stimme am Telefon hören.
„Du weißt es also nicht?“, kam seine Frage und ich konnte schon beinah sein schiefes Lächeln vor meinem geistigen Auge erkennen.
„Genau heute vor acht Jahren haben wir uns kennen gelernt und ineinander verliebt!“
Irgendwie schockierte mich diese Aussage.
Wieso hatte ich nicht daran gedacht?
Und vor allem, wieso hatte ich mir ausgerechnet an diesem Tag frei genommen?
Es war manchmal schon unheimlich, wie gut sich Edward gewisse Sachen merken konnte.
Ein Jahr nachdem ich in der Firma angefangen und somit Edward kennen und lieben gelernt hatte, schenkte er mir eine Halskette mit einem Herzanhänger, auf dem das Datum von dem Tag eingraviert war, als wir beide endlich zueinander gefunden hatten.
Natürlich brauchte ich diese Halskette nicht um mich daran zu erinnern, aber mir gefiel es.
Immer, wenn ich in den Spiegel sah oder ich mit meiner Kette rumspielte musste ich an unsere ersten Verabredungen denken, unseren ersten Kuss, unseren ersten Sex oder auch an den Tag, an dem er mir zum ersten Mal seine Liebe gestand.
Der Tag unserer Verlobung war in ein Armband eingraviert, welches ich niemals abnahm, genauso wenig wie Edward seins abnahm.
Wir hatten uns das Selbe Armbändchen machen lassen, nur war meins etwas weiblicher ausgeschmückt.
Und natürlich war unser Hochzeitstag in unseren Eheringen eingraviert.
Es gefiel mir sehr, wenn ich all diese gravierten Schmuckstücke mit mir herum trug.
All diese Gravuren erinnerten mich an einen wunderbaren Abschnitt in meinem Leben.
Für manche Personen wäre es vielleicht zu viel des Guten, aber nicht für mich.
Edward war mein Leben und ich wollte alles, was auch nur im Entferntesten mit ihm zu tun hatte immer bei mir tragen.
„Heute? Warum sagst du mir das erst jetzt? Ich hätte mir doch dann nicht frei genommen“, schmollte ich durch das Telefon hindurch und hoffte sehr, dass er sich meinen Schmollmund bildlich vorstellen konnte.
„Stattdessen musste ich alleine in einem kalten Bett aufwachen“, fügte ich noch mit einem Hauch von Traurigkeit in meiner Stimme hinzu.
„Tut mir leid, Liebste“, versuchte er mich mit seiner melodischen Stimme wieder ruhig zu stimmen.
„Ich werde versuchen mich zu bessern“, fügte er hinzu. Das Grinsen, welches er vermutlich auf seinen Lippen trug, konnte ich mir bildlich vorstellen.
„Das würde ich dir auch raten, Mister. Kannst dir ja etwas ausdenken, womit du das wieder gut machen kannst“
Die Traurigkeit, die zuvor noch in meiner Stimme zu hören war, war komplett entwichen. Meine Stimme klang nun rauchiger, kehliger… erregter.
Anscheinend hatte auch Edward dies registriert was dazu führte, dass er sich wieder räusperte.
Ich liebte es, wenn ich diese Reaktion bei ihm hervorrief. Es war ein klares Zeichen dafür, dass ich ihn nervös machte.
„Du kannst dir gar nicht vorstellen wie gerne ich jetzt bei dir wäre…“
Seine Stimmlage war dieselbe, wie meine vor noch wenigen Sekunden.
„Alice hat vorhin angerufen“, wechselte er plötzlich das Thema.
Kurz nahm ich das Telefon von meinem Ohr und betrachtete es stirnrunzelnd, doch schon im nächsten Augenblick befand es sich wieder da wo es hingehörte.
„Wollte sie etwas Bestimmtes?“, fragte ich mit ehrlicher Neugier und versuchte mich auf das Thema Alice zu konzentrieren.
Alice war Edwards jüngere Schwester, die ich sofort in mein Herz geschlossen hatte, als Edward mich seiner Familie vorstellte.
Sie war eine sehr aufgeweckte Person und manchmal konnte es wirklich nervig sein, aber gerade diese Charakterzüge an ihr waren mehr als nur liebenswert.
„Sie hat uns zu sich zum Essen eingeladen, denn sie ist der Meinung, dass sie uns eine halbe Ewigkeit schon nicht mehr gesehen hat. Ich wusste gar nicht, dass zwei Wochen eine halbe Ewigkeit sind. Dass ich den Abend mit dir ganz alleine verbringen wollte war ihr letztendlich egal“, fing er an ohne Punkt und Komma zu reden und ich versuchte mein Lachen zu unterdrücken.
In Momenten wie diesen konnte man ganz besonders erkennen, dass er und Alice miteinander verwandt waren.
„Ich würde ja sagen, dass wir einfach nicht hingehen und wir heute Abend unsere Zweisamkeit genießen, aber ich kenne Alice. Sie würde schneller als uns lieb ist vor unserer Haustür stehen und ihren Zweitschlüssel benutzen. So etwas nennt man dann wohl in ihrer Welt einen Notfall…“
Nun war ich nicht mehr in der Lage mein Lachen zu unterdrücken und wie es in den letzen Jahren auch immer der Fall gewesen war, stieg Edward in mein Lachen mit ein.
Sein Gelächter war eines der Dinge, in die ich mich zuerst verliebt hatte. Es klang so frei und ehrlich.
Nicht jeder konnte heutzutage so ausgelassen lachen wie er es tat oder besser gesagt, wie wir beide es immer taten.
Noch nie in meinem bisherigen Leben hatte ich so viel gelacht wie in meiner gemeinsamen Zeit mit Edward.
„Ja, das fürchte ich auch“, konnte ich Edward sagen hören, sobald unser Lachen etwas nachgelassen hatte.
„Wir sollen um acht bei ihr und Jasper sein, also werden wir beide noch genug Zeit haben um unsere gemeinsame Dusche nachzuholen.“
Während er diese Worte aussprach konnte ich schon aus seiner Stimme heraushören, wie sehr er sich darauf freute. Da erging es ihm wie mir.
Aber immerhin konnte ich heute noch eine Dusche zusammen mit Edward genießen und allein schon bei dem Gedanken an dem, was höchstwahrscheinlich unter der Dusche passieren würde, zog sich mein Magen vor lauter Vorfreude zusammen.
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Es war halb sechs am Abend und Edward müsste jeden Moment von der Arbeit zurückkommen.
Ich stand in der Küche und machte mir grade ein Sandwich.
Da ich erst so spät aufgestanden war, hatte ich mir zu später Mittagsstunde ein Frühstück gegönnt.
Meinem Magen war das allem Anschein nach aber nicht genug gewesen, denn er knurrte wie verrückt.
Und obwohl wir später zum Abendessen bei Alice eingeladen waren, konnte ich dem Drang nicht widerstehen mir doch noch eine Kleinigkeit zu Essen zu machen.
Schließlich war es nur ein Sandwich und nur dazu da um meinem Magen wieder die nötige Ruhe zu geben, damit es bis acht Uhr am Abend nicht so quengeln würde.
Ich war so sehr damit beschäftigt Erdnussbutter auf die Sandwichscheiben zu schmieren, dass ich erst bemerkte das Edward zu Hause war, als sich seine starken Arme um meinen Bauch schlangen und er mir einen sanften Kuss an meiner Halsbeuge gab.
Noch immer bereitete es mir eine Gänsehaut wenn er mich küsste.
In allen den Jahren hatte das kein bisschen nachgelassen.
„Hallo schöne Frau“, flüsterte er mir ins Ohr und das Gefühl seiner weichen Lippen an meinem Ohr und sein Atem, welche mein Ohr und meinen Hals sanft streichelte, bereitete mir nur noch mehr Gänsehaut.
Meine Hände fuhren zu meinen Bauch, wo er seine Hände miteinander verschränkt hatte und mich so dicht an ihm hielt.
So dicht, dass es kein Entkommen gab, aber das wollte ich niemals.
Je näher ich ihm war, desto besser ging es mir dann.
„Alles Gute zum achtjährigen kennen lernen“, hauchte ich ihm ins Gesicht während ich meins in seine Richtung drehte und ich ihm so einen sanften Kuss entlockte.
Während ich mich in seinen Armen zu Edward herum drehte und meine Hände an seinem Nacken vergrub, damit ich an der Stelle an seinen Haaren zupfen konnte, nahm unser Kuss immer mehr an Leidenschaft zu.
Seine Hände, die durch meine Umdrehung nun an meinem Rücken lagen, lösten sich und wanderten hinab zu meiner Taille, nur um meinen Unterleib näher an seinen drücken zu können.
Die Erregung in seiner Hose konnte ich schon deutlich spüren und es verblüffte mich immer wieder, wie schnell ich ihn erregen konnte.
Edwards Hände wanderten immer tiefer, bis er die richtige Position dafür gefunden hatte wie er mich am Besten hochheben konnte.
Als wäre es einstudiert, schlangen sich meine Beine automatisch um seine Hüften was dazu führte, dass ich seine Erregung nur noch intensiver spüren konnte.
Leise stöhnte ich in seinen Mund, während unsere Zungen einen wilden Kampf miteinander ausfochten.
Seine Hände, die sich an meinem Hintern befanden um mich etwas zu stützen, kniffen mich leicht.
Allem Anschein nach hatte Edward nicht mit meiner Reaktion gerechnet, denn ich presste meinen Unterleib nur noch fester an seine Männlichkeit und dieses Mal mussten wir beide aufstöhnen.
Dadurch, dass der Mensch dazu gezwungen war zu atmen, mussten sich unsere Münder leider voneinander trennen.
Edward schien es allerdings nicht daran zu hindern, meinen Körper weiterhin mit seinem Mund zu verwöhnen, während meine Hände in seinen seidigen Haaren herumwühlten und sie nur noch mehr durcheinander brachten, als sie es ohnehin schon waren.
Nur schwach konnte ich noch wahrnehmen, wie Edward sich in Bewegung setzte und mich mit sich trug, als wäre ich ein Leichtgewicht.
„Wohin gehen wir?“, stöhnte ich mehr, als das ich ihn fragen konnte.
Ich war einfach zu erregt.
Den ganzen Tag über hatte ich ihn nicht gesehen, nur einmal kurz mit ihm gesprochen und all meine Sehnsucht schien sich in genau diesem Moment zu vereinen.
„Die versprochene Dusche“, konnte ich ihn gegen meinen Hals nuscheln hören, als eine seiner Hände sich von meinem Hintern löste, damit er dir Tür zum Badezimmer aufbekommen konnte.
Kurz kicherte ich, weil ihm das nicht sofort gelungen war, aber als er mir dann kurz in den Hals bis, wurde dieses Kichern sofort durch ein Stöhnen ersetzt.
Nachdem er es endlich geschafft hatte die Tür aufzubekommen und er diese mit seinen Füßen wieder mit einen lauten Knall zum Schließen gebracht hatte, wollte Edward mich auf den Boden absetzen, was ich nach einem kurzen Protest zuließ.
Schließlich würde ich so wieder viel weniger von ihm spüren.
Ich versuchte mein Verlangen davon zu überzeugen, dass es eh nur von kurzer Dauer wäre und es dem Zweck dienen würde, ihn endlich wieder nackt zu sehen und ihn in mir spüren zu können.
Schon allein bei dem Gedanken daran, wie er in mir war und sich darin bewegte ließ mein Unterleib vor lauter Vorfreude zucken.
Meine Hände verließen nicht ein einziges Mal Edwards weiche Haare und diese Gelegenheit nutzte ich aus, um ihn zu mir runter zu ziehen, damit ich seine wundervollen sanften Lippen wieder auf meinen spüren konnte.
Aber anscheinend hatte Edward andere Pläne.
Seine Hände waren wieder auf meiner Taille angelangt und er schenkte mir noch einen sanften Kuss, ehe er sich vor mir hinkniete, sodass sein Kopf in der Höhe meines Bauches war.
Mit seinen Händen schob er mein Top immer höher uns küsste die dadurch frei gewordenen Stellen an meinem Bauch mit besonderer Intensität.
Am meisten widmete er sich meinen Bauchnabel, welchen er mit seiner Zunge immer wieder anstupste.
Mein Atem wurde immer lauter und durch ein Keuchen ersetzt und mein Gekeuche wurde immer wieder von seinem leisen, genießerischen Stöhnen übertrumpft.
Ich mochte es sehr, so von ihm liebkost zu werden, aber im Moment brauchte ich ihn zu sehr, meine Sehnsucht nach ihm musste wieder gestillt werden.
Irgendwie hatte ich es geschafft, ihn wieder nach oben zu zerren und meine Finger, die vor lauter Ungeduld schon zitterten, versuchten die einzelnen Knöpfe seines Hemdes zu öffnen.
Nach den ersten paar Knöpfen verlor ich allerdings schon die Geduld und wollte es ihm über den Kopf ziehen, was er ohne Widerworte zuließ.
Mein Blick blieb mal wieder an seiner muskulösen und leicht behaarten Brust hängen, die mir sogar noch nach achtjähriger Beziehung den Atem stocken ließ.
Ich hob meine rechte Hand und ließ sie erst einmal an seiner Wange ruhen.
Diese kuschelte sich in die Innenfläche meiner Hand, wodurch ich seinen drei Tage Bart nur zu gut spüren konnte, ehe er einen leichten Kuss nahe an meinem Handgelenk platzierte.
Mit meinem Zeigefinger strich ich die Konturen seines kantigen Gesichts nach, ehe ich damit an seinen Hals hinabwanderte.
Seinen Schultern und seinem Schlüsselbein schenkte ich dabei nicht weniger Beachtung.
Meine Lippen strichen hauchzart seinen Brustkorb entlang und ich konnte sehen, wie sich die Härchen darauf etwas aufrichteten und ihm eine Gänsehaut überkam.
Der Druck seiner Hände, die sich an meinen Hüften befanden wurde stärker.
Ich fing an leichte Küsse auf seiner Brust zu verteilen und wanderte immer höher, zu seinem Hals, bis hin zu seinen Ohren wo ich anfing an seinen Ohrläppchen zu knabbern.
Sein Stöhnen drang geradewegs in mein Ohr und ich krallte mich mit meinen Händen Halt suchend an seinen Oberarmen.
Edwards Hände strichen an meiner Taille entlang zum Bund meiner Jogginghose, die ich mir nach dem Telefonat mit Edward angezogen hatte.
Eine seiner Hände, ich konnte nicht genau zuordnen welche, da mir jegliche Konzentration fehlte, glitt in meine Hose, nur um dann auf die nackte Haut meines Hinterns zu treffen.
Ich biss wieder in sein Ohrläppchen, konnte Edward keuchen hören als er registrierte, dass ich extra für ihn keine Unterwäsche angezogen hatte.
„Du machst mich noch wahnsinnig“, stöhnte er mir ins Ohr und dirigierte mich immer mehr in Richtung der Duschkabine.
Meine Hände, die noch immer an seinen starken Oberarmen verweilten, strichen diese nun langsam entlang, hinab zu seiner Hose um sein Gürtel öffnen zu können, damit ich endlich dieses lästige Stück Stoff von ihm weg bekam.
Währenddessen versuchte Edward mir meine Jogginghose endgültig auszuziehen.
Es war verwunderlich, dass wir uns mit unseren Armen dabei nicht in die Quere kamen.
Ich griff nach dem Saum meines Tops um es mir auszuziehen, damit wenigstens einer von uns schon nackt war in der Hoffnung, dass Edward es mir nachahmen würde.
In der Zeit, als ich mir mein Shirt ausgezogen hatte, hatte er schon einmal das Wasser in der Dusche angestellt.
Mein Blick glitt seine Gestalt entlang, immer tiefer bis ich bei seinen Boxershorts ankam, dem einzigen Kleidungsstück was er noch am Leibe trug.
Seine Erregung, die schon sehr deutlich zu erkennen war, bat mich förmlich darum, ihn aus diesem Gefängnis, auch besser bekannt als Shorts, zu befreien.
Edwards Blick glitt wieder zu mir, als meine Zunge über meine angeschwollenen Lippen leckte.
Er nahm meine Hände in seine und führte sie zum Rand seiner Boxershorts, damit wir sie ihm zusammen ausziehen konnten.
Nicht ein einziges Mal wich mein Blick seinem.
Seine grünen Augen brannten sich in meine und zeigten mir all seine Leidenschaft und Liebe, die er für mich empfand.
Ich konnte nur erahnen, dass meine Augen dasselbe für ihn ausdrückten.
Mit seinen Füßen stieg er aus den Boxern raus, zog mich wieder in seine Arme und führte mich in das Innere der Duschkabine.
Schon im nächsten Moment konnte ich das warme Wasser auf meiner Haut spüren, allerdings war das Gefühl von Edwards nackter Haut an meiner um ein Vielfaches intensiver.
Ohne irgendeine Vorwarnung hob Edward mich wieder so, dass ich meine Beine um ihn schlingen konnte und sobald es uns möglich war, nahm ich seine Männlichkeit tief in mir auf.
Es schien mir unmöglich noch länger darauf zu warten mich mit ihm zu vereinen.
Meine Hände verweilten wieder in seinen Haaren und mit einem Ruck kam ich endlich wieder in den Genuss seiner süßen Lippen, die sich im Einklang bewegten.
Edward knabberte an meiner Unterlippe, biss herzhaft hinein, nur um mit seiner talentierten Zunge wieder drüber lecken zu können.
Stumm bat er meinem Mund seiner Zunge den Einlass zu gewähren und ich zögerte keine einzige Sekunde.
Wieder nach Luft ringend mussten wir uns voneinander lösen, doch wieder hinderte es ihn nicht daran meine nasse Haut zu liebkosen.
Sein Mund fand den Weg zu meiner Brust und küsste sie mit solch einer Inbrunst, dass das Kribbeln in meinem Körper nur noch mehr anstieg.
Durch seine harten Stöße rutschte ich mit meinem Rücken die Fließen, an denen ich gelehnt war, auf und ab.
Mein Kopf schlug mehrmals gegen die Wand, immer wieder wenn Edward so feste in mich eindrang, sodass ich meinen Rücken wölben musste und ich meinen Kopf genießerisch nach hinten warf.
Ich versuchte meine Hände an seinen Schultern festzukrallen, versuchte einen Halt zu finden, bei dem ich seinen Bewegungen entgegen kommen und ihn tiefer in mir aufnehmen konnte.
Es gelang mir mich besser aufzurichten um die passende Position zu finden.
Als ich ihn dann so tief wie schon lange nicht mehr in mir spüren konnte, wurde unser Stöhnen von dem Klang des herabfließenden Wassers mehr als nur übertroffen.
Unser Atem wurde schwerer und stockender, das Keuchen immer hektischer und mit jedem seiner Stöße wurde mein Stöhnen nur noch lauter.
Ich konnte spüren, wie es in mir brannte, wie der Orgasmus in mir seinen Weg hinaus an die Oberfläche fand.
Edwards Hände, die sich noch immer an meinem Hintern befanden um mich zu stützen, krallten sich darin fest, so wie ich es bei seinen Schultern tat.
Dadurch, dass ich meinen Rücken durch meinen Orgasmus so sehr wölbte, nutze Edward die Chance meine Brüste, die sich ihm entgegen streckten, mit seiner Zunge zu liebkosen.
Ich konnte spüren, wie er sich in mir ergoss als meine Lust ihren Höhepunkt fand und er sich wieder in meinen Hintern festkrallte.
Nur langsam beruhigte sich unser Atem und nach einer Weile zog er sich wieder aus mir zurück, damit ich wieder auf meinen eigenen Füßen stehen konnte.
Meinen Kopf lehnte ich sofort an seine muskulöse Brust und seine Arme schlangen sich sofort um meine Taille um mir den nötigen Halt zu geben, da sich meine Beine sehr schwach anfühlten.
„Ich liebe dich“, hörte ich ihn in mein Ohr flüstern, als sich unser Atem wieder beruhigt hatte und gab mir einen Kuss auf das nasse Haar.
„So wie ich dich Liebe.“ Ich hob meinen Kopf wieder von seiner Brust und sofort wurden meinen Augen von seinen Smaragden wieder gefangen genommen.
Langsam senkte er seinen Kopf, nur um mir einen kurzen aber sinnlichen Kuss auf die Lippen zu drücken.
Meine Arme schlangen sich um seinen Bauch, damit ich mich näher an ihn kuscheln konnte, ehe er wieder von mir ab lies.
„Soll ich dich einseifen?“, fragte er mich allen erstes und griff schon nach meinem Duschgel.
„Da fragst du noch?“, war das Einzige, was ich darauf erwidern konnte, ehe ich seine talentierten Hände wieder auf meiner Haut spüren konnte.
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
„Sie wird uns köpfen!“ Vorwurfsvoll richtete ich meinen Blick auf Edward, der gerade mit Autofahren beschäftigt war.
Seine rechte Hand legte sich auf meinen Oberschenkel und strich mit seinem Daumen sanft darüber.
Das war Edwards Art mir zu sagen, dass ich mich nicht so aufregen sollte.
Wir waren gerade auf den Weg zu Alice und schon fünfzehn Minuten zu spät.
Wenn Edward mich nicht wieder aus der Fassung gebracht hätte und wir nicht noch Sex auf unserem neuen Esszimmertisch gehabt hätten, dann wären wir sogar noch pünktlich gewesen.
„Keine Sorge, sie wird es schon verstehen.“
Er wandte seinen Blick kurz von der Straße ab, nur um ihn in meine Richtung zu werfen und mir verschwörerisch zuzuzwinkern.
Das konnte er doch wohl nicht ernst meinen?
„Edward, wir werden deiner Schwester bestimmt nicht den Grund für unser zu spät kommen erklären. Wie würdest du dich denn fühlen wenn Alice dir erzählen würde, dass sie zu spät ist, weil sie atemberaubenden Sex in der Dusche und auf dem Esszimmertisch hatte?“, fragte ich ihn und meine Stimme klang etwas hoch, fast schon hysterisch.
Kurz verzog Edward das Gesicht, ehe sich wieder sein schiefes Grinsen darauf bildete.
„Atemberaubend also?“, fragte er mich und kniff mich liebevoll in die Innenseite meiner Oberschenkel.
Ich schlug ihn leicht auf seinen Unterm um ihm zu signalisieren, dass sein Kommentar gerade nicht wirklich angebracht war.
Als ob er nicht wüsste, dass ich den Sex mit ihm als atemberaubend empfand.
Wir bogen gerade in die Straße ein, in der Alice und Jasper wohnten und fuhren noch ein kleines Stück, ehe Edward den Wagen am Straßenrand, direkt vor dem Haus in dem Alice und Jasper wohnten, zum Stillstand brachte.
Gerade als ich mich abgeschnallt hatte und ich schon nach dem Griff fassen wollte um die Autotür zu öffnen, konnte ich Edwards Hände an meiner Taille spüren, wie sie mich festhielten und er mich zu sich auf dem Schoß zog.
„Atemberaubend ist da noch untertrieben“, flüsterte er mir ins Ohr und verstärkte leicht den Druck an meiner Taille.
„Und ich schwöre dir, wenn Alice nicht schon am Fenster stehen würde, würde ich dich hier und jetzt wieder nehmen“, fuhr er mit seinem Geflüster fort und ich bemerkte sofort die Gänsehaut, die sich auf meinen Körper ausbreitete.
Ich bemerkte, wie es zwischen meinen Beinen wieder zu Kribbeln begann und fragte mich insgeheim, wie oft es an diesem Tag noch passieren würde.
Wieso musste Alice uns ausgerechnet heute zum Abendessen einladen?
Edward ließ langsam wieder von mir ab und ich bemerkte sofort, wie es ihm zu missfallen schien, dass er wieder von mir ablassen musste.
Doch bevor Edward mich wieder auf den Beifahrersitz schob, hob Edward seine Hand, nur um sie über meine Wange streichen zu lassen und mir tief in die Augen blicken zu können.
Ich konnte so viel Liebe in seinen Augen ablesen, dass mir allein schon durch diesen Anblick leicht schwummrig wurde.
Langsam beugte ich mich zu ihm und seine Hand versuchte sich meiner Wange anzupassen, übte leichten Druck aus, damit er mich schneller zu sich ziehen konnte.
Noch bevor meine Lippen seine finden konnten, schloss ich schon in freudiger Erwartung meine Augen.
Es kam mir Jahre vor, dass ich diese Lippen auf meinen gespürt hatte, dabei war es nur wenige Minuten her, als wir uns zuletzt geküsst und geliebt hatten.
Endlich konnte ich die Wärme, die seine Lippen ausstrahlten, auf den meinen spüren, was mir ein wohliges Seufzen entlockte.
Meine Hände fanden den Weg in seinen Nacken, nur um die Härchen dieser Stelle streicheln zu können.
Dieser Kuss hatte nichts Leidenschaftliches.
All die Liebe, die wir füreinander empfanden, war in diesem Kuss enthalten.
Und mit jedem Tag schien unsere Liebe nur noch mehr zu wachsen.
Bevor ich Edward traf hätte ich es nie für möglich gehalten, das sich die wahre Liebe so anfühlen würde.
Nie im Leben hatte ich damit gerechnet, dass es möglich wäre so viel für eine Person zu empfinden.
Edward war alles für mich.
Mein Leben.
Meine Liebe.
Meine Seele.
Doch schon viel zu schnell, war dieser Moment zu Ende.
Mein Ehemann ließ langsam wieder von mir ab, gab mir noch einen kurzen letzen Kuss, ehe er mich wieder vorsichtig auf den Beifahrersitz schob.
Ich schmollte noch etwas ehe mir wieder einfiel, wo wir uns eigentlich befanden.
Edward stieg als erster aus dem Auto und ich erinnerte mich wieder an Edwards Worte… Alice stand am Fenster?
Mein Blick wanderte zum Haus, in dem Alice und Jasper wohnten und tatsächlich konnte ich gerade noch sehen, wie der Vorhang an eines der Fenster hin und her wehte, als ob man ihn hektisch losgelassen hätte.
Das sah Alice mal wieder ähnlich.
Sobald auch ich aus dem Auto ausgestiegen war, liefen Edward und ich Arm in Arm auf die Eingangstür zu.
Kaum waren wir angekommen und hatten die Klingel betätigt, hatte Alice schon die Tür aufgerissen. Man konnte sogar noch das nachläuten der Türglocke hören.
„Da seit ihr ja endlich, hat aber auch lang genug gedauert. Was habt ihr jetzt schon wieder getrieben oder will ich das lieber gar nicht erst wissen? Nach dem, was ich grade schon von euch beiden im Auto betrachten konnte, hat mir das vollkommen gereicht. Also wirklich, ihr benehmt auch ja wie frisch verliebte Teenager!“, fing Alice sofort an los zu brettern, drehte sich von uns weg und marschierte wieder geradewegs ins Hausinnere.
Verwirrt blickte ich zu Edward, der die Haustüre hinter uns schloss und mir sofort meine Jacke abnahm.
„Ich wünsch dir auch einen wunderschönen Abend Alice und ja, die Fahrt verlief ohne Probleme, danke der Nachfrage“, rief Edward Alice noch hinterher.
Sofort griff ich nach Edwards Hand und kuschelte mich an seine Seite, während er mich Richtung Küche dirigierte, wo er die beiden wohl vermutete.
Meine Hand löste sich von seiner, damit ich sie um ihn legen und seine Seite streicheln konnte.
In diesem Moment war es mir nicht genug, einfach nur seine Hand zu halten.
Ich wäre jetzt so gerne wieder mit ihm allein…
Würde mich ihm so gerne wieder hingeben…
Würde so gerne nackt unter ihm liegen und seine Lippen auf meiner entblößten Haut spüren…
Wir passierten gerade den Durchgang zur Küche, als Alice uns wieder entgegen kam.
„Habt ihr heute Schnecken gegessen oder warum seit ihr so langsam“
Sie nahm von jedem von uns eine Hand und führte uns aus der Küche raus in Richtung Esszimmer.
Es erschien mir besser so, denn der Geruch, der aus der Küche strömte, schien meinen Magen sehr zu reizen.
Was hatte Alice bloß gekocht?
Sollte das die Strafe dafür sein, dass wir uns etwas länger nicht mehr gesehen hatten und dass wir zu spät kamen?
Als wir das Wohnzimmer betraten sahen wir Jasper, wie er gerade eine CD in ihre teure Musikanlage einlegte. Anscheinend sollte das die Hintergrundmusik für unser Essen werden.
Wenn man es denn Essen nennen konnte, denn es roch nicht wirklich appetitlich.
„Sieh mal wer uns endlich Gesellschaft leistet“, rief Alice ihrem Ehemann zu, der sich sofort umdrehte.
Sie ließ unsere Hände wieder los und ging auf Jasper zu, nur um ihm einen kurzen, aber dennoch liebevollen Kuss auf den Mund zu geben.
Edwards Hand, die an meiner Hüfte lag, drückte mich näher an sich.
Ich nutze diese Gelegenheit und kuschelte mich noch enger an ihn, als ich es sowieso schon tat.
Ich kam mir heute vor wie eine Klette, aber Edward schien überhaupt Nichts dagegen einzuwenden zu haben.
Jasper kam zu uns herüber und umarmte mich zur Begrüßung was zur Folge hatte, dass ich von Edward ablassen musste.
Edward reichte er nur kräftig die Hand und beide Männer klopften sich noch freundschaftlich auf die Schulter.
Die Sache mit dem ‚auf die Schulter klopfen’ bei den Männern würde ich wohl nie verstehen.
„Freut mich, dass ihr endlich wieder zu uns gefunden habt. Wir dachten schon, dass ihr euch verfahren hättet, so lange wie ihr nicht mehr hier wart“, fügte Jasper scherzend seine Begrüßung fort und zwinkerte uns zu.
War ja klar, dass auch Jasper mit diesem Thema anfangen würde.
Hätten sie sich denn nicht einen anderen Tag aussuchen können, an den wir sie besuchen sollten?
Der heutige Tag war für Andere vielleicht nicht so wichtig wie ein Hochzeitstag, aber für mich war er das, auch wenn Edward mich zu erst daran erinnern musste.
Vor acht Jahren hatte ich das Glück auf die Liebe meines Lebens zu treffen.
Ich wollte mir gar nicht vorstellen wie anders mein Leben verlaufen wäre, wenn mich die Greate Company nicht eingestellt hätte.
Womöglich hätte ich Edward dann nie kennen gelernt, wäre ihm nie über dem Weg gelaufen. Es war für mich schier unmöglich mir ein Leben ohne Edward vorzustellen.
Deshalb war dieser Tag für mich so wichtig und ich könnte mich Ohrfeigen, das ich heute Morgen nicht selbst daran gedacht hatte.
Denn heute vor acht Jahren begann ich erst richtig zu leben…
„Setzt euch doch schon, das Essen müsste gleich fertig sein“, rief uns Alice noch zu, bevor sie wieder in Richtung Küche verschwand.
„Ich werde ihr mal lieber zur Hand gehen“, sagte Jasper an mich und Edward gewandt, ehe er ebenfalls aus der Esszimmertür verschwand und Alice folgte.
Edward führte mich zu unserem üblichen Platz am Tisch.
Wir waren schon so oft hier gewesen, hatten schon so oft hier gegessen, dass wir schon einen Stammplatz hatten.
„Was hältst du davon, wenn wir die Situation nutzen und abhauen“, flüsterte ich ihm in einem scherzenden Tonfall zu, während er mir den Stuhl zurück hielt.
„Bring mich lieber nicht in Versuchung, Mrs. Cullen“, flüsterte Edward mir ins Ohr und küsste meine Wange, ehe er sich selbst auf dem Stuhl neben mir nieder ließ.
Selbst noch nach fünf Jahren Ehe liebte ich es, wenn er mich so nannte.
Mrs. Cullen… wie oft hatte ich mir am Anfang unserer Beziehung erträumt, dass auch ich irgendwann diesen Namen tragen würde?
Allein durch den Gestank, den Alice’ zubereitetes Essen verströmte merkte ich, dass meine Schwägerin und ihr Ehegatte den Raum betraten.
Ich konnte mir immer noch keinen Reim darauf machen, was sie da gekocht hatte.
War es überhaupt für den menschlichen Magen geeignet?
Hatte sie vielleicht einen Zutat verwechselt und anstatt Salz Strychnin verwendet?
Alice war eigentlich immer eine ausgezeichnete Köchin, deswegen überraschte mich dieser fürchterliche Gestank umso mehr.
Jedoch versuchte ich mich so gut es eben ging zusammen zu reißen, schließlich wollte ich nicht irgendwie unhöflich erscheinen.
„Hmm… es riecht köstlich“, kam es nur von meinem Nebenmann, worauf hin ich ihn nur verständnislos anstarren konnte.
War das sein ernst?
Weder in seinen Gesichtszügen, noch in seinen Augen konnte ich eine Lüge erkennen.
Sein Blick wandte sich wieder in meine Richtung und ich konnte die Besorgnis erkennen, die sich darauf ausbreitete.
„Geht es dir gut?“, fragte er mich sanft und so leise, dass weder Alice noch Jasper es mitbekommen konnten.
Seine Hand legte sich an meinem Oberschenkel und streichelte ihn sanft.
„Ja, alles bestens“, log ich ihn an.
Es gefiel mir nicht ihn anlügen zu müssen, aber ich wollte auch nicht, dass er sich unnötig Sorgen machte.
„Oh Danke!“, rief die kleine Elfe aus, die Nichts von unserem kurzen Gespräch mitbekommen hatte.
„Da ihr uns ja schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr beehrt habt habe ich mir gedacht, dass ich euch wenigstens was Gutes tue und ich eure heißgeliebten Pilzravioli zubereite“, erzählte sie weiter und strahlte über das ganze Gesicht.
Das sollten Pilzravioli sein?
Eins von den Gerichten, die Edward und ich so sehr liebten?
Hatte Alice auch wirklich die richtigen Pilze verwendet und vielleicht nicht doch Giftpilze?
Sobald Alice den Teller mit den so genannten Pilzravioli vor mir auf meinen Platz abstellte wurde mir nur noch schlechter.
Als auch die Gastgeber sich zu uns an den Tisch gesellten hielt ich es nicht mehr aus.
Dieser furchtbare Geruch traf mich von allen Seiten.
Ich wollte wirklich nicht unhöflich erscheinen, aber mein Magen schien sich überhaupt nicht beruhigen zu wollen.
Also sprang ich von meinem Platz auf und lief in Richtung Badezimmer, während ich mir die Hand vor meinem Mund hielt.
Die Reaktion der anderen hatte ich nicht mehr bemerkt, so schnell wie ich vor diesem Gestank geflüchtet war.
Endlich erreichte ich das Badezimmer und öffnete schwungvoll die Tür um endlich dort hineinlangen zu können.
In diesem Moment war es mir egal, dass sie nicht abgeschlossen war und jeden Moment alle drei davor stehen könnten.
Mein Ziel war es, die Toilette zu erreichen, damit ich mich dort übergeben konnte.
Zu meinen Glück schien Jasper der letzte gewesen zu sein, der die Toilette benutzt hatte, da der Klodeckel noch immer hochgeklappt war.
Immerhin etwas womit ich mich nicht rumschlagen müsste.
Nachdem ich mich geräuschvoll übergeben hatte und mein Magen endlich wieder etwas Ruhe gab, ließ ich mich neben der Toilette plumpsen und versuchte meinen Kreislauf wieder zu normalisieren.
Ich hörte es leise Klopfen, also wandte ich meinen Blick in Richtung der offenen Badezimmertür, die ich nicht mehr im Stande war zu schließen und entdeckte Alice, die gerade wieder ihre Hand herunter nahm.
„Bin ich so eine schreckliche Köchin?“, fragte mich Alice mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
Ihre Gesichtszüge wiesen aber auch eine Spur von Besorgnis auf.
Ich konnte ja selbst nicht verstehen, warum mir auf einmal so schlecht wurde.
Alice war wirklich eine ausgezeichnete Köchin und den Anderen war dieser Gestank wohl auch entgangen, also konnte es nur an mir liegen.
Alles was ich in diesem Moment tun konnte, war leicht meinen Kopf zu schütteln und ein „Tut mir leid“ in Alice Richtung zu murmeln.
Alice betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich.
Sie ging auf einen der zahlreichen Schränke zu, die sich in ihrem Badezimmer befanden, holte ein Handtuch heraus, befeuchtete es am Waschbecken, nur um ihn mir dann reichen zu können.
Ich sah Alice dankbar an, nahm das nasse Tuch entgegen und fühlte mich sofort etwas besser, sobald es mit der erhitzten Haut meines Gesichtes in Kontakt kam.
Alice ließ sich neben mir auf den kalten Badezimmerboden nieder und streckte die Hand nach mir aus um mir ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen.
„Darf ich dich etwas fragen?“
Ich ließ das Handtuch wieder sinken, schaute Alice in die Augen und nickte schließlich.
„Kann es sein, dass du vielleicht schwanger bist?“
Als sie mir diese Frage gestellte hatte keimte in mir sofort etwas Hoffnung auf.
Edward und ich wünschten uns schon seit längerem ein Kind.
Vor ein paar Monaten hatten wir uns dazu entschlossen, dass ich die Pille absetzen und wir den Dingen ihren Lauf lassen würden.
Doch leider hatte es bis jetzt nie geklappt.
Ein Mal hatte ich mir, ohne das Edward davon wusste, sogar einen Schwangerschaftstest gekauft.
Nur, weil meine Periode ein paar Tage später kam als sonst hatte ich gehofft, schwanger sein zu können.
Ich hatte mir sogar drei Schwangerschaftstest gekauft, nur um sicher zu gehen, doch alle drei bewiesen mir nur das Gegenteil.
Zu diesem Zeitpunkt war ich etwas traurig gewesen, dass es nicht geklappt hatte.
Viel zu sehr hatte ich meine Hoffnung in diese Tests reingelegt und wurde dann enttäuscht.
Diesmal hatte meine Periode einen Monat ausgesetzt, was bei mir früher, als ich noch zur High School ging, öfter passierte, also wollte ich nicht wieder zu sehr hoffen.
„I.. Ich… Ich weiß nicht“, antwortete ich Alice nur auf ihre Frage und mein Blick wanderte hinab auf meinen Schoß, wo ich nervös mit meinen Fingern spielte.
Alice Hand griff nach meiner, drückte sie aufmunternd und stoppte somit mein nervöses spielen.
Ohne ein Wort ließ sie meine Hand wieder los und stand von ihrem Platz auf.
Sie lief wieder auf ein Regal zu und fischte zwei gut versteckte Packungen hinaus, die sie mir dann entgegen hielt.
Ich nahm sie an und warf einen genaueren Blick darauf nur um zu erkennen, dass es Schwangerschaftstests waren.
„Woher…?“, wollte ich Alice fragen, doch sie schnitt mir das Wort ab.
„Vor ein paar Wochen dachte ich selbst noch, dass ich schwanger sein könnte. Als ich allerdings wieder von der Apotheke kam, hatte meine Periode eingesetzt, also hatte sich das Thema somit erledigt“, erklärte sie mir mit einem leichten schulterzucken und sah mich liebevoll an.
„Das tut mir leid für dich“, war das einzige, was ich darauf erwidern konnte.
Meine Stimme klang traurig, denn ich wusste wie es war, zu hoffen man wäre schwanger bis diese Hoffnung dann wie eine Seifenblase zerplatzte.
„Es ist nicht schlimm, weißt du“, fing sie an mir zu erzählen und nahm meine Hände in ihre.
„Jazz und ich wären eh noch nicht bereit dafür gewesen. Aber bei dir ist das was anderes.“ Sie sah mich liebevoll an, hob eine ihrer Hände und streichelte meine Haare um mir zu zeigen, dass sie für mich da war.
„Was ist, wenn es wieder nur falscher Alarm ist?“ Alice war die Einzige die wusste, dass ich vor ein paar Monaten die Hoffnung gehabt hatte schwanger zu sein.
„Mach die Tests, die ich dir gegeben habe. Danach hast du wenigstens die Gewissheit, verstehst du?“
Ich nickte ergeben und erhob mich langsam wieder von dem Badezimmerboden.
„Dann werde ich dich jetzt mal allein lassen.“
Alice drückte noch kurz meine Hand und gab mir einen Kuss auf die Wange, ehe sie aus dem Badezimmer verschwand.
Eine Weile zögerte ich noch, aber dann dachte ich wieder an Alice Worte.
Es war wirklich besser Gewissheit zu haben, selbst wenn meine Hoffnung wieder platzen sollte.
Natürlich hoffte ich, dass ich diesmal wirklich schwanger war.
Edward und ich wünschten uns so sehr ein Kind…
Ich sprang über meinen Schatten und rang mich dazu diesen Test zu machen.
Es brachte nichts, sich jetzt den Kopf darüber zu zerbrechen.
Die Nervosität überkam mich wie aus dem Nichts was dazu führte, dass ich die Teststreifen nicht sofort traf.
Irgendwie schaffte ich es jedoch und nun begann für mich die nervige Wartezeit.
Mit den beiden Tests in der Hand lief ich die ganze Zeit hin und her. Ich war so nervös, dass mir die beiden Schwangerschaftstests beinahe aus den Händen fielen, aber ich wollte sie nirgendwo ablegen.
Es war idiotisch, aber ich wollte sie einfach nicht aus meinen Händen nehmen.
So als ob sie jemand manipulieren oder stehlen könnte, wenn ich sie irgendwo abstellen würde.
Es klopfte wieder an den Tür und mein Kopf flog ruckartig in diese Richtung.
Ich war so sehr in Gedanken versunken, dass ich mich so sehr erschreckt hatte, dass mir beinahe die Tests aus der Hand gefallen wären.
Die Tür wurde geöffnet und zum Vorschein kam die zauberhafte Gestalt meines geliebten Ehemannes.
Schnell versteckte ich die beiden Teststreifen hinter meinen Rücken und lächelte ihn etwas gezwungen an.
Ich war mir nicht sicher, ob ich es ihm wirklich antun könnte.
Ich wollte nicht, dass sich Edward zu viel Hoffnung machte.
Wollte nicht, dass er das Selbe empfinden musste wie ich vor ein paar Monaten, als ich schon einmal in dieser Situation war.
Aber ich brauchte Edward an meiner Seite.
Schließlich ging es uns beide Etwas an.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte er mich, kam auf mich zu und gab mir einen sanften Kuss.
Ich antwortete nicht, schaute ihn nur unsicher an und lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
„Bella, was ist los?“
Edward zwang mich ein paar Schritte zurück, sodass er mich ansehen konnte und ich hob meinen Blick, nur damit ich sein besorgtes Gesicht zu sehen bekam.
„I..Ich…“, stotterte ich herum und Edward legte seine warme Hand an meine Wange.
Ich konnte es ihm nicht sagen, konnte nicht sprechen, also nahm ich die Schwangerschaftstests, die noch immer hinter meinem Rücken lagen, hervor und hielt sie ihm entgegen.
Sein Blick wanderte sofort dort hin und als er erkannte, was die Objekte in meiner Hand waren, erhellte sich sein Gesicht.
„Bist du schwanger?“, fragte er mich sofort und das Grinsen auf seinen Lippen war kaum zu übersehen.
„Ich… Ich weiß noch nicht“, versuchte ich ihm zu erklären.
Edward runzelte seine perfekte Stirn.
„Willst du nicht?“, fragte er mich und es erschien ein trauriger Ausdruck in seinen Augen.
„Natürlich will ich!“, verteidigte ich mich sofort.
„Aber… ich hab Angst. Angst davor, dass es nur falscher Alarm ist. Angst davor enttäuscht zu werden, wenn ich nicht Schwanger bin. Und noch mehr Angst habe ich dich zu enttäuschen, wenn ich es wirklich nicht bin“, versuchte ich meine Ängste zu erklären.
Edward nahm mich sofort in den Arm, streichelte meinen Rücken und gab mir einen Kuss auf mein Haar.
„Du könntest mich niemals enttäuschen“, flüsterte er mir ins Ohr und drückte mich fester an sich.
Einige Minuten standen wir so da und lauschten der Stille.
Ab und zu hörten wir die Stimmen von Alice und Jasper, die sich irgendwo in ihrem Haus befanden.
„Wann wissen mir mehr?“, fragte mich Edward und streichelte meine Wirbelsäule auf und ab.
„Das Ergebnis müsste da eigentlich schon stehen.“
Seufzend wand ich mich wieder von ihm ab, die Testergebnisse in meiner Hand.
Da wir bestimmt einige Minuten so standen, war die Zeit um, in der die Tests brauchten um über mein weiteres Leben zu entscheiden.
Doch ich traute mich nicht. Traute mich nicht mir das Ergebnis anzuschauen.
Edward schien sofort zu bemerken was mit mir los war, also nahm er mir die Tests ab um selbst einen Blick drauf werfen zu können.
Ich war ihm so dankbar!
Mein Blick war einzig und allein auf Edwards Gesicht geheftet.
An Hand seiner Mimik würde ich erkennen können, ob da ein gutes Ergebnis stand oder nicht.
Es kam mir vor wie Jahrzehnte, als sich Edwards Gesicht regte und sich das breiteste Lächeln darauf abbildete, was ich je gesehen hatte.
„Schwanger“, hörte ich seine wunderschöne Stimme nur sagen. Sein Blick erhob sich von den Teststreifen und er sah mir tief in die Augen.
„Schwanger?“ Ich konnte es nicht wirklich glauben, also nahm ich ihm die Tests wieder ab, damit ich das Ergebnis selbst betrachten konnte.
Tatsächlich!
Ich war schwanger!
Endlich!
Ich konnte Edwards glückliches Lachen hören und spürte im nächsten Augenblick wie er seine Arme um mich schlang und mich herum wirbelte.
„Wir sind schwanger“, schrie Edward glücklich über diese Tatsache.
Ich krallte mich an ihm fest und stieg in sein glückliches Lachen mit ein.
Schwanger!
Edward und ich würden tatsächlich ein Baby bekommen.
Nach so vielen Monaten, in denen wir es probiert hatten, würden wir bald endlich Eltern werden.
Von nun an würde ein neuer Abschnitt beginnen. Vermutlich der Beste unseres Lebens.
The End
01 - Der Beginn
Es war bereits Mittag, als ich langsam meine Augen öffnete und einen Blick auf meinen Wecker warf. Die Sonne stand hoch am Himmel und kitzelte meine Nase während ich mir den Schlaf aus den Augen rieb.
Nach langem hatte ich mir wieder einmal einen freien Tag in der Firma gegönnt. Ich liebte meinen Job als Mediengestalterin, aber ich war zu ausgepowert und musste meine Kreativität wieder neu anregen.
Meine Hand fuhr schon ganz automatisch auf die andere Seite des Bettes.
Sie war kalt und leer.
Natürlich.
Zwar hatte ich mir einen freien Tag gegönnt aber Edward, der Mann mit dem ich seit fünf Jahren verheiratet war, hatte dieses Mal nicht das Glück sich zur selben Zeit wie ich frei zu nehmen.
Er hatte zurzeit viel in der Firma zu tun, sodass es unmöglich war, sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein paar freie Tage zu gönnen.
Die Firma…
Ein Lächeln schlich sich auf mein noch schläfriges Gesicht.
Vor knapp acht Jahren lernten Edward und ich uns dort kennen.
Es war mein erster Arbeitstag in der Greate Company.
Anscheinend war es von Nöten, dass mir jemand zugeteilt wurde, der mir die Firma zeigen sollte und an den ich mich wenden könnte, falls bei mir Probleme auftauchen sollten.
Die GC war eine große Firma und ich war davon überzeugt, dass es sonst viel zu lange gedauert hätte, wenn ich mich allein hätte zu Recht finden müssen.
Nur zu gut konnte ich mich an diesen Tag erinnern.
Der Moment, in dem ich zum ersten Mal auf Edward traf, konnte ich mit Nichts in meinem bisherigen Leben vergleichen...
Das kurze Gespräch, welches ich noch mit meinem neuen Chef Mr. Barner geführt hatte, verlief wirklich gut. Das freute mich sehr, zumal man nicht oft zu hören bekam, dass der eigene Chef nett war.
Ich hatte schon in meiner Collegezeit ein Praktikum bei einer Werbeagentur gemacht, allerdings mit einem sehr unfreundlichen Chef, der nur all zu gerne seine miese Laune an den Angestellten ausließ.
Es war eine eher kleine Firma und es wunderte mich umso mehr, dass das Arbeitsklima so grausam war.
War es nicht immer so, dass ausgerechnet in den kleinen Betrieben die Stimmung ausgelassener war und ein netter Umgang zur Tagesform gehörte?
Nun, offenbar war es dort nicht der Fall gewesen.
Umso mehr freute es mich, als ich Mr. Barners Büro betrat und er mir strahlend seine Hand zur Begrüßung reichte.
Man konnte es schon an seinem Gesicht sehen, dass er von Natur aus ein lebensfroher Mensch war.
Trotzdem würde ich alles dafür tun um nicht irgendwann mal seinen Zorn heraufzubeschwören. Denn aus Erfahrung konnte ich sagen, dass es solche Menschen wie Mr. Barner waren, die einem die meiste Angst einjagen konnten, sobald man sie gegen sich aufbrachte.
„Nun, da wir die letzten Formalitäten geklärt hätten, möchte ich Sie offiziell in unserem Team willkommen heißen“, erklärte er mir lächelnd und reichte mir seine Hand, die ich mit einem schüchternen Lächeln entgegen nahm.
„Vielen Dank, Mr. Barner!“ Ich war wirklich dankbar.
Die Greate Company war eine der größten Firmen hier in Illinois und hatte zudem noch einen wirklich sehr guten Ruf. Bestimmt hatten sich tausende von Menschen hier beworben und ausgerechnet ich, als Anfängerin, wurde genommen.
Natürlich würde ich hier klein anfangen, aber die Erfolgschancen waren überragend.
„Oh bitte nennen sie mich Bob, schließlich sind wir hier ja alle quasi eine Familie“, lachte mich dieser gut gelaunte Mensch an.
„Okay.“ Ich nickte ihm zu.
„Dann nennen Sie mich doch bitte Bella“.
Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen klopfte es bereits an Mr. Barners Tür.
Nachdem ein ‚Herein’ Bobs Lippen verließ, konnte ich beinahe meinen Augen nicht glauben wen ich da erblickte, als sich die Tür öffnete.
Es war ein Mann, vielleicht ein paar Jahre älter als ich, der eine unglaublich starke Ausstrahlung besaß.
Er war ziemlich groß und hatte braunes Haar, welches im Licht des Büros leicht rötlich schimmerte. Man könnte schon fast von einem bronzenen Haarton sprechen.
Seine unglaublich grünen Augen, die zwei glänzenden Smaragden zu gleichen schienen, blickten direkt in die Meinen.
Ich fühlte mich, als wäre alles um mich herum einfach ausgeblendet.
Fühlte mich wie betäubt.
Ich war vollkommen in seinem Blick gefangen. Zwei Smaragde, die mit der Sonne um die Wette strahlten.
Es war einfach unglaublich, wie viel Kraft dieser unbekannte Mann schon alleine in den ersten Sekunden über mich hatte.
Doch schon war dieser Moment wieder vorbei, denn ein kurzes Räuspern riss mich aus meiner Trance.
„Edward, Sie kommen genau richtig. Darf ich Ihnen unser neuestes Familienmitglied vorstellen? Bella Swan, das ist Edward Cullen, der ab sofort für Sie zuständig sein wird.“ Ich versuchte mich so gut es ging zusammen zu reißen und reichte Edward meine Hand. Das Zittern, welches ich verspürte als er den Raum betreten hatte, versuchte ich so gut es ging zu unterdrücken.
Mit einem leichten Lächeln nahm er meine Hand entgegen und als sich unsere Hände berührten, schien es beinahe so, als wenn mich der Blitz getroffen hätte.
Was war das nur?
Warum brachte mich dieser Mann nur so aus der Fassung?
Ich kam mir so vor, als wäre ich wieder 16 und nicht 21.
„Es freut mich sehr“, brachte er heraus, während ich ihm immer noch schweigend in seine Augen starrte, die mich mit ganzer Kraft gefangen nahmen.
Durch den Klang seiner Stimmte war es beinahe so, also würde ich seinem Bann nur noch mehr verfallen.
Sie war so samten wie Honig, aber doch sehr rau und männlich. Die perfekte Mischung.
Ich räusperte mich und versuchte so schnell wie möglich die Fassung wieder zu erlangen, was sich schwieriger gestaltete als ich dachte. An meinem ersten Arbeitstag wollte ich mich nicht unbedingt zum Idioten machen. Dafür war es sicherlich schon zu spät, aber die Situation musste für mich ja nicht unbedingt noch peinlicher werden, als sie es ohnehin schon war.
„Ja, mich auch“, kam es leise stotternd von meinen Lippen.
Was zum Teufel war das?
Noch nie, wirklich noch nie in meinem Leben hatte sich meine Stimme so angehört!
Ich konnte sehen, wie sich langsam ein kleines Schmunzeln auf seinem kantigen Gesicht ausbreiten wollte. Dann sah er kurz zu Boden, bevor sein Blick zu Mr. Barner und dann zu mir wanderte.
Mr. Barner! Bob hatte ich bis zu diesen Zeitpunkt schon wieder aus meinem Gedächtnis verbannt.
Mit aller Kraft versuchte ich meinen Blick von diesem wunderbaren Geschöpf namens Edward Cullen loszureißen und suchte einen Punkt hinter seiner Schulter den ich anstarren konnte. Vielleicht ließ sich ja so vermeiden, dass ich ihm nicht vollkommen verfiel.
„Soweit so gut! Bella, nach Ihrem Arbeitstag würde ich Sie gerne noch auf ein Wort in mein Büro bitten. Einfach nur um zu erfahren, wie Ihr erster Arbeitstag verlaufen ist“, erklärte Bob mir mit einem Augenzwinkern.
„Natürlich!“ Endlich hatte ich meine Stimme zurück erobert! Zwar hatte sie nicht denselben Klang wie sonst, aber immerhin war sie nicht mehr so leise und zittrig. Vielleicht lag das aber auch nur an der Tatsache, dass ich grade mit meinem Boss und nicht mit Edward gesprochen hatte.
Edward verabschiedete sich ebenfalls von Bob und versicherte ihm, dass er sich gut um mich kümmern würde.
Ich zuckte erschrocken zusammen, als sich plötzlich eine Hand an meinem Rücken legte, welche mich in Richtung Ausgang dirigierte.
Verwirrt über diese Berührung wandte ich meinen Kopf in Edwards Richtung.
Gerade als wir unser Ziel erreicht hatten und Edward nach der Türklinke griff um die Tür zu öffnen, musste er wieder von meinem Rücken ablassen.
Er blieb direkt neben der Tür stehen und ich starrte vollkommen verwirrt in die Tiefe seiner grünen Augen.
Auf irgendetwas schien er zu warten.
Warum öffnete er die Tür und blieb dann einfach direkt daneben stehen?
Hatte er vielleicht etwas in Bobs Büro vergessen?
Aber warum blieb er dann hier? Warum holte er nicht einfach das, was er noch benötigte, aus Bobs Büro?
Erwartungsvoll blickte er mich an.
„Ladies First“, sagte er nur und seine Hand deutete auf den Durchgang vor meinen Augen.
Seine Mundwinkel zuckten leicht und ich konnte die Andeutung eines Grübchens auf seinem Gesicht erkennen.
Peinlich berührt von meiner Aktion schlüpfte ich schnell durch die Tür. Edward direkt hinter mir.
Wer rechnete denn heutzutage schon damit, dass ein Mann einer Frau die Tür aufhielt? Meiner Reaktion nach zu Urteilen konnte man wohl schon erkennen, dass ich am aller wenigsten damit gerechnet hatte. Allerdings war es schon viel logischer als das, was ich mir da zusammengereimt hatte.
Wieso hätte er denn auch neben einer Tür stehen bleiben sollen, wenn er im Raum womöglich Etwas vergessen hätte?
Das war die Bella-Logik, die anscheinend vor etwa zehn Minuten in mir zum Leben erweckt wurde.
Seit wann konnte mich eine einzelne Person, ein Mann, so sehr verwirren? Er sah wirklich gut aus, das stand völlig außer Frage, aber er war auch nicht der erste gut aussehende Mann, den ich bisher getroffen hatte.
Kaum hatte er die Tür zu Bobs Büro geschlossen musste ich anfangen zu kichern.
Ich wagte es erneut, meinen Blick auf ihn zu richten. Ihm schien es da nicht anders zu gehen.
Ich lehnte mich an die Wand, die mir am nächsten war und Edward versuchte sich mit den Händen an seinen Knien abzustützen.
Den genauen Grund, warum ich plötzlich anfing zu Lachen konnte ich nicht sagen.
Ich vermutete, dass es einfach mit meinem lächerlichen Verhalten von vor wenigen Sekunden zu tun gehabt hatte.
Edwards genauen Grund für sein Lachen konnte ich nicht beurteilen, aber ich konnte es mir schon denken. Wahrscheinlich fand er mein Verhalten genauso amüsant wie ich. Seine Lachfalten hatte ich vorhin schon erkennen können, aber jetzt schien er einfach alles raus zu lassen, was er sich kürzlich noch verkniffen hatte.
Erst jetzt erkannte ich, was für ein schönes Lachen er hatte.
„Tut mir leid“, jappste er vor sich hin.
„Kein Grund sich zu entschuldigen.“ Ich fächelte mir etwas Luft zu, damit die Lachtränen nicht aus meinen Augen hervorquollen.
Nach einer Weile beruhigten wir uns wieder und immerhin war die Stimmung jetzt nicht mehr so angespannt.
Edward kam auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen, die ich argwöhnisch musterte, nur um dann wieder in seine smaragdgrünen Augen zu blicken.
„Ich finde, wir sollten noch einmal von vorne anfangen! Ich bin Edward. Du bist Bella, richtig? Ich würde sagen, das „Sie“ lassen wir ganz weg und bleiben einfach beim „Du“. Was hältst du davon?“
Einen Moment lang war ich wieder seinem Blick ausgeliefert, aber dieses Mal fing ich mich zum Glück schneller.
„Klingt großartig, Edward“, entgegnete ich ihm grinsend und ergriff seine ausgestreckte Hand. Konnten sich Hände weich und rau zugleich anfühlen? Denn seine Hände schienen genau das zu sein. Weich und rau.
Anscheinend hatte nur dieser kleine Lachanfall gefehlt um etwas lockerer zu werden.
„Okay, folgender Plan: Ich werde dir jetzt alles zeigen und dich deinen neuen Kollegen vorstellen. Und danach werden wir zusammen zu Mittag essen“, erklärte er mir sein Vorhaben. Es war unmöglich ihm zu widersprechen, aber das wollte ich auch überhaupt nicht. Seine Idee gefiel mir, was auch der Grund war weshalb ich ihm ohne zu zögern sofort zustimmte.
Die Mittagspause kam für mich schneller als erwartet. Wahrscheinlich lag das einfach nur daran, dass die Zeit mit Edward so schnell verging.
Die Firma an sich war schon sehr beeindruckend, aber die Geschichten, die mir Edward zu jeder einzelnen Räumlichkeit erzählte, machte den Rundgang zu etwas außergewöhnlichem.
Edward war etwas Besonderes, das hatte ich schon vom ersten Moment an gespürt.
Es tat gut mit ihm zu reden, mit ihm zu lachen oder auch einfach nur mit ihm zu schweigen. Ich mochte ihn. Sehr sogar. Und genau das machte mir Angst.
Schließlich war das mein erster Tag in der Firma und schon fühlte ich mich zu einem meiner Arbeitskollegen, meinem Mentor, hingezogen.
Eine unglaubliche Anziehungskraft.
Wie sollte es dann erst in einem Monat werden?
Oder sogar einem Jahr?
Oder noch länger?
Ich hoffte sehr, dass diese Gefühle, die ich ihm gegenüber verspürte, bald verblassen würden.
Ich wollte mich grade auf dem Weg in die hauseigene Cafeteria machen, als ich Edwards starke Hand an meinem Oberarm spürte.
„Wo willst du hin?“, fragte er mich mit hochgezogenen Augenbrauen und ich erwiderte seinen Blick stirnrunzelnd.
„In die Cafeteria?“ Es war nicht beabsichtigt, diese Aussage wie eine Frage klingen zu lassen.
Auf Edwards geschwungenen Lippen bildete sich wieder ein leichtes Grinsen.
„Die Greate Company ist zwar eine wirklich großartige Firma… Das Essen allerdings kann man sehr wohl mit dem in der Schulkantine vergleichen.“
Sein Grinsen wurde noch breiter. Oh, dieses Grinsen! Es steckte sofort an.
„Wo sollen wir dann unsere Mittagspause genießen, werter Mr. Cullen?“, fragte ich ihn und ein kleines Kichern entsprang meiner Kehle.
„Ich kenne da ein Bistro, direkt um die Ecke. Schließlich ist heute dein erster Tag und da wollte ich nicht unbedingt, dass du dem Kantinenfraß ausgeliefert bist.“ Bildete ich mir das nur ein oder verlief sein Grinsen von einem Ohr zum anderen?
Trotz meines Pullovers konnte ich immer noch die Wärme seiner Hand auf meinem Oberarm spüren, welche mir eine Gänsehaut bereitete.
Wieso verspürte ich bei einer warmen Hand eine Gänsehaut?
Überkam diese einen nicht, wenn einem kalt war?
Doch plötzlich war der Druck und die Wärme seiner Hand verschwunden.
Wenige Sekunden später spürte ich sie jedoch an meinem Rücken und wie er es heute bereits schon einmal getan hatte, dirigierte er mich nach draußen in Richtung Ausgang.
Ich war froh, dass es in Chicago noch recht warm war, weshalb es heute keinen Grund für mich gab eine Jacke anzuziehen.
Die Sonne strahlte richtig und aus diesem Grund versuchte ich ihr meinen Kopf entgegen zu strecken, damit ich die warmen Sonnenstrahlen in mir aufnehmen konnte.
Wir mussten wirklich nur ein kleines Stückchen laufen, ehe wir an dem Bistro ankamen von dem Edward gesprochen hatte.
Es sah wirklich sehr gemütlich aus, trotz der vielen Menschen die anscheinend denselben Gedanken wie Edward gehabt hatten. Doch wir hatten Glück, denn in der hintersten Ecke schien noch der einzige freie Tisch zu sein.
Ich wollte grade meinen Stuhl bewegen, damit ich mich setzen konnte, als Edward mir zuvorkam und es schon für mich erledigte. Anscheinend war er einer der wenigen Gentleman, die diese Welt noch zu bieten hatte.
Dankbar lächelte ich ihm zu, setze mich und er schob meinen Stuhl wieder näher an den Tisch, bevor er sich schließlich mir gegenüber nieder ließ.
„Verbringst du deine Mittagspausen öfters hier?“, wollte ich von ihm wissen und beobachtete aufmerksam sein Gesicht.
Es war das erste Mal an diesem Tag, dass ein Gespräch zwischen uns beiden von mir ausging.
„Nein, nicht immer. Ein oder zwei Mal die Woche komme ich hierher und verwöhne meinen Gaumen“, erzählte er mir mit einem leichten Schulterzucken.
Er nahm sich die einzige Speisekarte die auf dem Tisch lag und reichte sie mir mit den Worten, dass er die Speisekarte schon kennen würde und er eh wusste was er bestellen wollte.
Dankbar nahm ich sie entgegen und studierte die umfangreiche Karte.
Ich kam mir etwas beobachtet vor, versuchte aber nicht weiter darauf zu achten.
Ich hob meinen Blick von der Karte und sah fragen zu Edward, der mich mit einem lächeln im Gesicht zu mustern schien.
Meine Vermutung beobachtet zu werden, war also doch nicht ganz unbegründet.
„Du siehst süß aus, wenn du versuchst dich auf Etwas zu konzentrieren“, teilte er mir mit, als wäre es eine Selbstverständlichkeit.
Ich senkte meinen Kopf und versuchte mir das Muster der Tischdecke einzuprägen. Die Hitze, die ich in meinen Wangen verspürte verriet mir, dass ich wohl gerade rot angelaufen war.
Wieso errötete ich aufgrund eines solch banalen Kompliments?
Wahrscheinlich hatte er sich so oder so nichts dabei gedacht und es einfach nur so daher gesagt.
Ein leisen ‚Danke’ verließ meine Lippen und ich war mir nicht einmal sicher, ob er mich überhaupt gehört hatte.
Es entstand eine kurze Stille, ehe ich meinen Blick wieder auf ihn richtete nur um zu bemerken, dass er seinen Blick immer noch nicht von mir abgewandt hatte. Augenblicklich war ich wieder von diesen Smaragden, seinen wundervollen Augen, gefangen genommen.
Ich konnte meinen Blick einfach nicht von seinem abwenden und ihm schien es da nicht anders zu gehen. Seine Augen nahmen mich nicht zum ersten Mal an diesem Tag gefangen, aber gerade jetzt in diesem Moment schien es besonders intensiv zu sein.
Ein Gefühl, welches mit Nichts auf dieser großen weiten Welt vergleichbar war.
Wir schreckten beide auf, als wir die Stimme der Kellnerin hörten, die uns freundlich fragte, was wir bestellen wollen.
Die Zeit verging und bis unser Mittagessen zu unserem Tisch gebracht wurde, sprachen wir kein Wort miteinander.
Irgendwie war es ein sehr intimer Moment den wir geteilt hatten, bevor die Kellnerin ihn unterbrach.
Intim jedoch nicht im körperlichen Sinne.
Sprach man nicht davon, dass die Augen das Tor zur Seele widerspiegelten?
Ich hatte das immer für ein lächerliches Gerücht gehalten, für Schwachsinn, aber vor wenigen Augenblicken wurde mir das Gegenteil bewiesen.
Es schien mir wie eine halbe Ewigkeit vorzukommen, bis die Kellnerin mit unseren Bestellungen wieder zu unserem Tisch kam.
Allerdings stellte sie mein bestelltes Essen an Edwards Platz und Edwards direkt vor mir, ehe sie wieder verschwand.
Verwirrt blickte ich auf und meine Gesichtsmimik schien der von Edward zu gleichen. Irgendwie sah das sehr amüsant aus, wenn er so verwirrt war. Ein kleines Lachen wollte meiner Kehle entfliehen, aber ich versuchte meine Lippen fest aufeinander zu pressen, was sich jedoch als schwieriger herausstellte als ich vielleicht gedacht hatte.
Edward schien durch meine Reaktion noch verwirrter zu sein und das war der endgültige Auslöser für mein Gelächter.
Er musterte noch kurz meinmerkwürdiges Verhalten, ehe er selbst in mein Lachen mit einstimmte.
Wir lachten noch eine ganze Weile und nur langsam schienen wir uns wieder zu beruhigen. Die anderen Gäste, die in unserer Nähe saßen, schien unser Gelächter nicht zu stören.
Zwischen Edward und mir wurde die Stimmung nach jedem Lacher immer gelöster. Ich hätte auch nicht gewusst, wie ich das Mittagessen mit dieser angespannten Atmosphäre überlebt hätte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit beruhigten wir uns tatsächlich.
Aus einem mir unerklärlichen Grund stand Edward plötzlich auf und entfernte sich von unserem Tisch.
Verwirrt, wie schon ich es an diesem Tag schon so oft gewesen war, blickte ich ihm hinterher, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte.
Musste er etwa auf die Toilette? Aber warum hat er mir dann nicht bescheid gesagt?
Oder wollte er mich hier einfach sitzen lassen?
Nein, von hier aus hätte ich gesehen, wenn er aus dem Bistro gegangen wäre.
Oder gab er vielleicht einen Hinterausgang?
Warum sollte er flüchten wollen?
War ich wirklich eine so schlimme Gesellschaft?
Ich wusste zwar nicht, wann Edward wieder kommen würde aber mit dem Essen wollte ich nicht ohne ihn anfangen. Unsere Nudeln schienen bestimmt eh schon durch unser Gelächter von vorhin kalt zu sein und außerdem erlaubte es meine gute Kinderstube nicht ohne den anderen mit dem Essen zu beginnen.
Schneller als ich es erwartet hatte kam er wieder zum Tisch geflitzt und hatte einen Teller in seiner Hand. Was wollte er mit diesem Teller?
Edward nahm wieder Platz und blickte direkt in meine ratlosen Augen.
„Dein Essen sieht sehr lecker aus, aber auf meins habe ich auch großen Hunger, deswegen dachte ich mir, dass wir unser Essen aufteilen könnten. Zwar haben wir dann ein schmutziges Geschirr zu viel, aber die Küchenhilfen werden mich dafür schon nicht umbringen“, erklärte er mir, während er die ganze Zeit grinsend in meine braunen Augen starrte.
Verblüfft sah ich ihn noch einen Moment an, bevor ich mich schließlich fasste und von seiner Idee mehr als nur begeistert war.
Das Essen verlief traumhaft. Wir unterhielten uns viel und bei dem einen oder anderen Gesprächsthema kamen wir um ein erneutes Gelächter einfach nicht drum herum.
Es war alles so unbeschwert mit ihm und ich genoss einfach seine Nähe.
Ich fragte mich, ob es ihm genauso erging wie mir.
Fühlte er sich von mir auch angezogen? Manchmal hatte es jedenfalls den Anschein.
Ich hatte nur noch ein paar Nudeln auf meinem Teller liegen, als ich aus den Augenwinkeln sah, wie jemand auf unseren Tisch zusteuerte.
Zuerst dachte ich, dass es womöglich wieder die Kellnerin war, aber ihre Kleidung war ganz anders, weswegen ich mich dazu entschied meinen Blick zu erheben.
Es war eine große rotblonde Frau und das Lächeln, welches sie auf ihrem Gesicht trug, ließ ihre strahlend weißen Zähne hervorblitzen.
Edward schien tief in seinen Gedanken versunken zu sein, was wohl auch der Grund dafür war, dass er seinen Blick nicht aufrichtete.
Sie stellte sich direkt hinter Edward, hob ihre Arme und legte ihre Hände um seine Augen.
Ich konnte sehen, wie sich Edward plötzlich versteifte und sich aufrecht setzte.
Die blonde Schönheit beugte ihren Kopf zu seinem und hielt inne, kurz bevor ihre Lippen sein Ohr geküsst hätten.
Ich konnte hören, wie sie ihm ein leises ‚Überraschung’ zuflüsterte und sie langsam ihre Hände runter nahm, nur um diese dann auf seine breiten Schultern zu legen.
Ich saß einfach nur ganz still da, beobachtete dieses Szenario und wusste einfach nicht, was ich von der ganzen Situation halten sollte. Also versuchte ich mich nicht zu bewegen um möglichst nicht aufzufallen.
Edward drehte seinen Kopf ruckartig herum, was dazu führte, dass dieses hübsche Wesen sich glücklich zu ihm herunterbeugte und ihm einen langen Begrüßungskuss auf die Lippen drückte.
Ich konnte mir nicht erklären warum, aber plötzlich verspürte ich ein unangenehmes stechen in der Brust.
Warum schmerzte es so sehr, wenn ich sah wie Edward eine andere Frau küsste? Ich kannte ihn doch erst seit ein paar Stunden und trotzdem fühlte es sich so an, als würde in mir etwas zerbrechen.
Beide ließen wieder voneinander ab und Edward schien irgendwie überrascht und unglücklich zu sein. Aber warum? Wollte er nicht, dass mich seine Freundin mit ihm zusammen sah? Jedenfalls nahm ich an, dass sie seine Freundin war. Warum sonst sollte eine Frau einen Mann so vertraut küssen?
Die Frau zog einen Stuhl herüber zu unserem Tisch und ließ sich direkt neben Edward nieder.
Erst jetzt schien sie mich wirklich zu registrieren.
„Oh! Störe ich etwa?“, fragte sie weiter lächelnd in die Runde.
Ich konnte sehen, wie eine Hand unter dem Tisch nach Edwards zu greifen schien. Seiner Reaktion nach zu urteilen schien ihm das in diesem Moment etwas unangenehm zu sein. Aber was war der Grund?
Wie gerne würde ich jetzt Gedanken lesen können nur um zu erfahren, was in Edward hübschen Köpfchen vor sich ging. Aber noch mehr wünschte ich mir, dass sich der Erdboden in just diesem Augenblick öffnen und mich verschlingen würde.
„Ja… öhm ich meine nein, du störst natürlich nicht“, versuchte er ihr zu erklären und lächelte leicht gequält.
Und mit versuchte meinte ich es auch so, denn es sah wirklich sehr gezwungen aus, aber ihr schien es nicht mal ansatzweise aufzufallen.
„Ich habe nur Bella, meine neue Arbeitskollegin, zum Mittagessen ausgeführt“, fuhr er mit seiner Erklärung fort.
Sein Blick wanderte nun zu mir und etwas Entschuldigendes lag in seinen Augen.
Was hatte das nur alles zu bedeuten? Seine Körpersprache und seine Mimik sagten etwas ganz anderes aus, als sein Verhalten.
„Bella, das ist meine…“, ich konnte ihn schwer Schlucken sehen „… meine Freundin Tanya.“
Ich versuchte aus meinem tranceähnlichen Zustand wieder herauszufinden und mich auf das zu konzentrieren, was vor meinen Augen geschah.
Die Frau, Tanya, streckte mir ihre perfekt manikürte Hand mit den Worten „Freut mich Sie kennen zu lernen“ entgegen.
Noch ein letztes Mal sah ich skeptisch zu Edward herüber, ehe ich die Hand seiner Freundin ergriff.
Ich konnte sehr gut verstehen, warum die beiden ein Paar waren. Beide waren wunderschön und allein schon durch Tanyas Erscheinungsbild konnte man sehen, wie sehr sie darauf achtete, dass ihr Äußeres gepflegt wurde.
Wenn ich mir dagegen meine Fingernägel ansah… sie waren abgekaut. Es war eine schlechte Angewohnheit, die sich in der Junior High School entwickelt hatte und seitdem mein ständiger Begleiter.
Ich schüttelte ihre Hand, ohne ihre Worte zu erwidern.
Es freute mich nicht sie kennen zu lernen oder von ihrer Existenz zu erfahren.
Deswegen blieb ich lieber still, bevor eine Lüge noch meinen Mund hätte verlassen können.
Es war neu für mich so zu empfinden. Edward war nur ein Arbeitskollege, mit dem ich mich gut verstand und mit dem ich vielleicht grade mal fünf Stunden verbracht hatte. Also, wieso störte mich diese Situation?
Ich schob meine Gedankengänge beiseite, als ich Edwards wunderschöne Stimme hörte.
„Woher weißt du, dass ich hier bin?“ Er warf Tanya einen fragenden Blick zu.
„Oh Liebling, ich war erst in der Agentur, aber als ich gesehen habe, dass du nicht da warst wusste ich, dass du nur hier im Bistro sein kannst“, antwortete sie augenzwinkernd auf seine Frage und beugte sich zu ihm hinüber um ihm einen schnellen Kuss zu geben.
Mein Blick schnellte zu meiner Armbanduhr und ich registrierte zu meiner Freude, dass die Mittagspause schon fast wieder zu Ende war.
Ich wollte den beiden nicht noch weiter bei ihrem Pärchen-Ding beobachten.
Der Anblick tat weh und ich musste herausfinden, wieso dies der Fall war.
Schnell stand ich von meinem Platz auf und wurde sofort von zwei Augenpaaren gemustert.
Tanyas meeresblauen Augen sahen verwirrt aus und die smaragdgrünen Augen von Edward schienen ihren Glanz von heute Morgen verloren zu haben.
Bevor einer der beiden mich noch fragen konnte warum ich so plötzlich aufstand, setzte ich schon zu einer Antwort an.
„Die Pause ist gleich zu Ende und da heute mein erster Tag ist, will ich nicht noch zu spät kommen“, erklärte ich ihnen sofort.
„Warte, ich komme mit“, sagte Edward, warf seine Serviette auf den fast leeren Teller und war schon dabei aufzustehen.
„Nein! Nicht nötig, ich schaff das schon. Außerdem will ich euch beiden noch etwas Privatsphäre gönnen“, versuchte ich zu erklären. Der wahre Grund war nicht etwa, dass ich den beiden ihre Privatsphäre gönnte, sondern dass ich ihnen nicht noch länger bei ihrem Pärchen-Ding zuschauen musste.
Noch ein letztes Mal, bevor ich das Bistro verließ, sah ich in Edwards Augen.
Sie sahen irgendwie so traurig aus. Es erschien mir unmöglich nicht in diese Augen zu starren und ich beneidete sofort die Frau an seiner Seite.
Tanya konnte, wann immer sie wollte, in seinen Augen versinken.
Schnellen Schrittes lief ich aus dem Bistro und direkt in die Agentur.
Angela, eine der Sekretärinnen hier, begrüßte mich wieder freundlich und fragte mich, wie meine Mittagspause denn verlief.
Anscheinend hatte sie irgendwas in meinem Gesicht lesen können, denn sofort wurde ihre Mine mitfühlend und sie fragte mich, ob ich darüber reden wollte.
Wollte ich das? Ich kannte sie nicht, aber sie schien mir einen wirklich netten und loyalen Eindruck zu machen.
Außerdem kannte sie Edward schon länger. Ob es sich nun positiv oder negativ gegen mich auswirken würde konnte ich beim besten Willen nicht sagen.
Ich musste mit jemandem reden, das wurde mir in just diesem Moment klar.
Und wenn Angela schon fragte… was sollte schon groß passieren? Bob meinte doch, wir alle wären eine Familie, richtig?
Mit sonst niemandem könnte ich in diesem Moment reden.
Meine beste Freundin Rose war auf der Arbeit und sonst hatte ich keine engeren Freunde.
Angela wäre jetzt die beste Gesprächspartnerin für mich. Also riss ich mich zusammen und vertraute auf meine Menschenkenntnis, ehe ich zu ihr hinüber ging und mir alles von der Seele redete.
Sie hörte mir aufmerksam zu und sie schien weder gelangweilt, noch schien sie mich für verrückt zu halten.
Als ich fertig war, schien sie mich noch einen Moment zu mustern, bevor sie ihr Wort an mich richtete.
„Scheint so, als hättest du dich verliebt“, erklärte sie mir und in ihrer Stimme war kein Funke einer Lüge heraus zu hören. Abwehrend schüttelte ich meinen Kopf.
„Wie soll das denn bitte gehen? Ich kenne ihn doch erst seit ein paar Stunden“, versuchte ich mich aus ihrer Diagnose heraus zu reden. Ich hörte sie noch leicht seufzen, ehe sie wieder zum sprechen ansetzte.
„Du bist verliebt, Liebes. Alles spricht dafür und niemand kann sich entscheiden wann und in wen man sich verliebt. Je eher du das begreifst, desto besser ist es dann für dich. Außerdem scheint es ihm ja auch nicht anders zu ergehen, so wie du das beschrieben hast. Hinzu kommt, dass ich euch vorhin auch noch gesehen hatte und ich nun erst recht davon überzeugt bin. Das nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick.“
Irrte ich mich oder war sie grade am schwärmen?
Liebe auf den ersten Blick?
Eigentlich dachte ich, dass es so was nur in Filmen gibt. Und außerdem, musste man jemanden nicht erst richtig kennen lernen, bevor man sich verliebt?
Was diesen Punkt anging musste ich noch mal in Ruhe nachdenken, sobald ich alleine war.
Denn so abwegig erschien mir dieser Gedanke überhaupt nicht mehr, besonders wenn ich daran dachte, was im Bistro geschehen war.
Erst dieser unglaublich intensive Blick, bei dem ich überall ein leichtes Kribbeln verspürte und dann die Geschichte mit dem Teller, worüber ich mich auch gefreut hatte.
Außerdem hatte er mich süß genannt, woraufhin ich sofort rot wurde, was bei solch Komplimenten normalerweise bei mir nicht der Fall war.
Zuletzt kam dann noch die Sache mit Tanya hinzu und dieses Stechen, welches ich verspürt hatte. Und genau da war auch schon der alles entscheidende Faktor. Selbst wenn ich wirklich in Edward verliebt sein sollte, hätte ich nicht die geringste Chance.
„Wie kannst du behaupten, dass es ihm da nicht anders ergeht? Er hat doch eine Freundin!“, fragte ich an Angela gerichtet, die mich komisch ansah. Ihren Gesichtsausdruck konnte ich überhaupt nicht deuten.
„Ja, Tanya! Sie ist wirklich nett aber ich glaube nicht, dass sie die Richtige für ihn ist. Sie sind zwar schon seit etwa vier Jahren zusammen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es noch länger halten wird“, erzählte sie mir und zwinkerte mir zu.
Wieso mussten mir heute alle möglichen Personen zuzwinkern? Und außerdem, wie kam sie zu dieser Vermutung?
Ich wusste nicht, woher diese plötzliche Wut kam die ich verspürte, aber ich versuchte mich zusammen zu reißen.
Angela war nett und hatte mir in einem Moment zugehört, wo ich sonst niemanden zum reden hatte und dafür war ich ihr dankbar.
Mit dem Versprechen, niemandem von unserem Gespräch zu erzählen, verabschiedete ich mich noch von Angela, ehe Edward noch durch die Tür kommen würde.
Ich war gerade bei den Aufzügen angelangt und war grade dabei auf den Knopf zu drücken, als eine Hand an mir vorbeischoss und ihn zuerst betätigte.
Mein Kopf schnellte nach links nur um wieder in grüne Augen versinken zu können.
Der Tag verging leider nicht so schnell wie er angefangen hatte.
Zwischen Edward und mir war die Atmosphäre eine andere geworden und ich versuchte ihn so wenig wie möglich anzusehen, damit ich ihm nicht mehr verfiel.
Er jedoch schien dies zu bemerken und manchmal konnte ich ihn schwer seufzen hören. Ab und zu versuchte er meine Aufmerksamkeit zu erlangen, was ihm manchmal sogar gelang.
Mal war es nicht beabsichtigt, dass ich ihm meine Aufmerksamkeit schenkte und manchmal tat ich es einfach nur, damit er nicht bemerken konnte was mit mir los war.
Er sah so anders aus als in der ersten Hälfte von diesem Tag.
Vom äußeren Erscheinungsbild hatte er sich nicht verändert, außer vielleicht das seine Haare noch chaotischer waren, weil er sie sich immer raufte.
Es waren vielmehr seine Augen, seine Ausstrahlung. Und mit keinem Wort erwähnte er an diesem Tag noch die Vorkommnisse im Restaurant.
Ab und zu gelang es ihm sogar mir ein kleines Lachen zu entlocken.
Kurz vor meinem ersten Feierabend wurde die Stimmung wieder etwas gelöster und Edward bekam wieder das Glänzen in seinen Augen zurück.
Er fragte mich noch, ob er mich nach Hause bringen könnte aber ich erwiderte nur, dass ich eh noch zu Bob müsste und er eine Freundin zu Hause hätte, die auf ihn warten würde.
Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, bekam Edward wieder diesen gequälten Gesichtsausdruck und das Glitzern in seinen Augen schien wieder verschwunden.
Mit einem „Tschüss, bis morgen“ verabschiedete ich mich schnell von ihm und ging in Richtung der Aufzüge um meinen Chef von meinem ersten Tag berichten zu können.
Mein persönliches Dilemma ließ ich dabei natürlich außen vor.
Seit fast vier Monaten arbeitete ich nun schon bei der Greate Company und mit jedem Tag machte es mir mehr Spaß hier arbeiten zu dürfen.
Viele Menschen hassten ihren Job, verabscheuten ihn regelrecht, aber diese Gefühle konnte ich nicht teilen.
Ich liebte es kreativ sein zu können und in dieser Firma konnte ich meiner Kreativität wirklich freien Lauf lassen.
Hinzu kam auch noch, dass ich wirklich nette Arbeitskollegen hatte, die mich mit offenen Armen empfangen hatten, doch keiner von ihnen war mit auch nur annähernd mit Edward zu vergleichen.
Genau siebzehn Wochen waren seit meinem persönlichen Desaster im Bistro vergangen.
Siebzehn Wochen, in denen ich mit Edward nicht mehr so ausgelassen seien konnte wie ganz am Anfang.
Es war anders zwischen uns, aber nicht mehr so angespannt wie nach der Sache im Bistro.
Schon in meiner ersten Woche wurde mir bewusst, dass ich mich tatsächlich in Edward verliebt hatte.
Anfangs hatte ich noch versucht den nötigen Abstand zu bewahren, aber er machte es mir einfach nicht möglich.
Einerseits, weil er nicht von meiner Seite weichen wollte und andererseits, weil ich auch gar nicht erst wollte, dass er das tat.
Es war angenehm ihn in meiner Nähe zu wissen, selbst wenn es nur hier in der Agentur so ging.
Unsere Mittagspausen verbrachten wir immer zusammen, auch wenn ich mich erst dagegen gewehrt hatte, aber Edward bestand darauf und ich konnte ihm keinen einzigen Wunsch abschlagen.
Jedes Mal hatte ich jedoch Angst, dass Tanya wieder aufkreuzen würde um ihm bei der Mittagspause Gesellschaft zu leisten, was aber Gott sei Dank nicht noch einmal vorkam.
Denn jetzt, mit dem Wissen bedingungslos in ihn verliebt zu sein, wäre es für mich eine Qual gewesen, ihn zusammen mit seiner Freundin sehen zu müssen.
Ich war gerade in meinem Büro und machte mir Gedanken über eine meiner neuen Kampagnen, als ich es an meiner Tür klopfen hörte.
Überrascht, weil es ungewöhnlich war, dass jemand so kurz vor Feierabend an meiner Bürotür anklopfte, erhob ich meinen Blick von meiner gerade entworfenen Zeichnung.
Mein Blick fiel zur Tür in der Hoffnung, dass wenn ich sie nur lange genug anstarrte, ich wüsste, wer dieser geheimnisvolle Klopfer hinter der Tür war.
Aber da ich ja wusste, dass so etwas, außer in gewissen Comics, Serien oder Filmen nicht möglich war, rief ich „herein“ und ein bronzener Haarschopf erschien in meinem Büro.
Edward sah mich an und fing sofort an zu lächeln. Warum musste er mir das denn auch immer so schwer machen?
„Was gibt’s?“, wollte ich von ihm wissen und versuchte mich wieder auf meine Arbeit zu konzentrieren.
„Könntest du vielleicht einen Moment von deiner Arbeit ablassen?“, fragte er mich, während er sich auf den Stuhl mir gegenüber niederließ.
Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, meine Hände blieben jedoch auf meinem Schreibtisch liegen und spielten abwechselnd mit dem Stift in meiner Hand.
Ich brauchte einfach eine Beschäftigung wenn er in meiner Nähe war.
Egal ob sinnvoll oder nicht.
Bis jetzt kam es noch nie vor, dass er kurz vor Dienstschluss in mein Büro herein kam.
Er schien etwas nervös, warum auch immer, doch letztendlich raffte er seine Schulter und hob seinen Blick, nur um direkt in meine Augen blicken zu können.
„Ich wollte dich etwas fragen… Also eigentlich ist es eher eine Bitte“, fing er an um mir den Grund für sein Auftreten zu erklären.
„Und zwar wollte ich dich bitten mit mir auszugehen“, kam es von seinen Lippen, auf denen sich ein schiefes Lächeln zeigte.
Ungläubig konnte ich ihn nur anstarren und der Stift, den ich noch in meiner rechten Hand hielt, fiel laut auf das Holz meines Schreibtisches.
„Du willst mit mir ausgehen? So richtig ausgehen? Wie bei einem Date?“, fragte ich ihn noch mal und das ich der ganzen Sache noch nicht so recht traute, konnte man in meiner Stimme deutlich hören.
„Ja!“, antwortete er mir ohne mit der Wimper zu zucken und immer noch mit einem schiefen Lächeln im Gesicht.
Ich konnte es wirklich nicht glauben. Ein Date? Ein richtiges Date? Warum? Und warum jetzt? Was war mit seiner Freundin?
Meine Hand griff wieder nach dem Stift, der auf meinem Schreibtisch gefallen war und mein Blick richtete sich wieder auf die Zeichnung, an der ich vor seinem Eintreten gearbeitet hatte.
Ich konnte es einfach nicht fassen. Wie aus heiterem Himmel hatte er mich jetzt um ein Date gefragt.
Meine Gedanken und Gefühle spielten verrückt und in der Hoffnung, dass ich mich nur verhört hatte, versuchte ich weiterhin meiner Arbeit nachzugehen.
Leichter gesagt als getan, denn ich konnte mich überhaupt nicht mehr auf meine Tätigkeit konzentrieren. Seine Worte hallten immer wieder in meinem Kopf und seine Mimik und Gestik spielte sich unaufhörlich vor meinem inneren Auge ab.
Nur ganz schwach konnte ich aus meinem Augenwinkel erkennen, wie er nervös auf dem Stuhl mir gegenüber hin und her rutsche.
Ich tat jedoch so, als ob er gar nicht hier wäre und versuchte ihn so gut wie möglich zu ignorieren, was bei ihm aber schier unmöglich erschien.
Er hatte so eine starke Ausstrahlung, so eine starke Präsenz, dass es ausgeschlossen war ihn nicht zu bemerken.
„Sag doch bitte etwas“, hörte ich seine wunderschöne Stimme, die sich wie ein Glockenspiel in meinen Ohren anhörte.
Tief durchatmend schloss ich meine Augen, um mich im nächsten Moment auf seinen gottesgleichen Anblick vorbereiten zu können.
„Was willst du denn von mir hören?“, flüsterte ich leise in den Raum und richtete meinen Blick auf.
Wie es nicht anders zu erwarten war, trafen seine Augen direkt meine, aber ich wollte mich zusammen reißen.
Ich durfte nicht schon wieder in seine überwältigenden Augen versinken, mich nicht darin verlieren, denn dann könnte ich kein vernünftiges Gespräch mehr zu Stande bekommen.
Es war notwendig für mich zu erfahren, was das Ganze hier sollte und warum er es ausgerechnet jetzt und hier tat.
Ich wusste wirklich nicht, was ich dazu sagen sollte.
Tausende Gedanken wirbelten in meinem Kopf herum und das Zehnfache an Fragen schien geradezu auf eine Antwort zu warten.
„Die Wahrheit“, erklärte er mir und musterte mich dabei ganz genau.
„Die Wahrheit“, murmelte ich vor mich hin und versuchte meine Gedanken so gut wie möglich zu ordnen.
„Was ist mit dir und Tanya? Ich denke nicht, dass sie so begeistert wäre, wenn ich mit dir, außerhalb der Firma, ausgehen würde. Hinzu kommt noch, dass ich mich niemals in eine Beziehung eindränge und…“ Edward stoppte meinen Redeschwall, indem er seine Hand hob und ein „Bella“ seine Lippen verließ.
„Mit Tanya und mir ist Schluss. Schon etwas länger“, erklärte er mir während ich, wieder einmal, in seine Augen sah und versuchte herauszufinden, ob er mir dir Wahrheit sagte. Tatsache war, soweit ich das beurteilen konnte, dass ich in seinen Augen nicht den leisesten Ansatz einer Lüge finden konnte.
„Seit wann genau?“, verlangte ich von ihm zu wissen.
„Vor ungefähr drei Monaten haben wir uns getrennt. Ich denke, dass Tanya auch gemerkt hat, dass es zwischen uns nicht mehr so lief wie früher“, erklärte er mir und sah die ganze Zeit in meine Augen.
„Und warum fragst du mich erst jetzt nach einem Date?“, führte ich meine Fragerunde fort, worauf ich nur Edwards leises seufzen hören konnte.
„Ich denke, es wäre weder dir, noch Tanya gegenüber fair gewesen, wenn ich mich sofort auf etwas Neues gestürzt hätte“, fuhr er mit seiner Erklärung fort, während ich ihn nur anstarren konnte.
Wenn ich so darüber nachdachte, dann war es absolut logisch.
Außerdem hatte er Recht. Es wäre wirklich nicht richtig gewesen, wenn er nach seiner vierjährigen Beziehung mit Tanya einfach weiter gemacht hätte.
Allein schon, dass er so gehandelt hatte führte dazu, dass ich mich nur noch mehr in ihn verliebte.
Ich konnte ihn verstehen, aber trotzdem dränge sich mir die Frage auf, warum er mir nicht erzählt hatte, dass er wieder Single war denn dieses Wissen hätte mir so manchen Kummer erspart.
Vor allem meine Mittagspausen hätte ich dann wesentlich entspannter verbringen können.
„Warum ich?“, fragte ich ihn, nachdem es eine Weile still zwischen uns gewesen war.
Die Arbeit, die auf meinem Schreibtisch lag, hatte ich mittlerweile schon vollkommen vergessen.
Ich konzentrierte mich nur auf Edward.
Auf uns und auf diese für mich mehr als nur wichtige Unterhaltung.
Er lächelte schief, rückte mit seinem Stuhl näher an meinen Schreibtisch heran und stützte seine muskulösen Unterarme darauf ab.
„Weil ich mich in deiner Nähe sehr wohl fühle. Weil du mich immer und überall zum lachen bringst. Weil ich in deiner Nähe ich selbst sein kann und vor allem, weil ich durch dich so kreativ bin, wie noch niemals zuvor in meinem Leben“
Seine Worte waren Balsam für meine Seele.
Ich hatte nicht einen einzigen Zweifel an dem, was er gerade gesagt hatte.
Das Glitzern in seinen Augen, welches noch nie so stark gefunkelt hatte wie in diesem Moment, bestätigte mir die Wahrheit.
„Das sind nur wenige der Gründe, warum ich mit dir ausgehen will, Bella“, fing er wieder an und riss mich aus meinen Gedankengängen.
Ich räusperte mich schnell und setzte mich etwas aufrecht hin.
„Wie kommst du darauf, dass ich mit dir ausgehen will?“, fragte ich ihn und musste mir ein Grinsen verkneifen.
Jedoch ließ sein Grinsen auch nicht lange auf sich warten und diese Reaktion seinerseits, verwirrte mich ein wenig.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass er durch meine Frage etwas geschockt sein würde.
Edward beugte seinen Oberkörper noch etwas nach vorne und beinah automatisch schien ich seine Bewegung nachzahmen.
„Da ist Etwas zwischen uns, Bella. Etwas, was sich nicht so leicht beschreiben lässt und ich weiß, dass du es auch spüren kannst.“ Er sprach mit so einer Intensität und sah dabei so tief in meine Augen, in meine Seele, dass es mir eigentlich schon unangenehm sein sollte, aber das Gegenteil war der Fall.
Er hatte Recht mit dem, was er über uns gesagt hatte.
Auch ich konnte von Anfang an diese Verbindung, dieses gewisse Etwas zwischen uns spüren und mit jeden Tag, jeder Stunde und jeder Minute die verging, schien dieses Gefühl nur stärker zu werden.
Erging es ihm denn wirklich genau wie mir?
Konnte es wirklich sein, dass ich nach diesen vier Monaten, in denen ich schon beinahe meine ganze Hoffnung verloren hatte, etwas Glück gefunden hatte?
War es tatsächlich möglich?
Zufrieden lächelnd beugte ich mich etwas weiter zu ihm, sodass meine Lippen direkt neben seinem Ohr stoppten.
„Okay“, flüsterte ich ihm zu und bemerkte direkt seinen stockenden Atem.
„Ich werde mit dir ausgehen.“
Es war Samstag und ich hatte noch genau eine viertel Stunde, bis Edward mich zu unserem Date abholen würde.
Ich lief, schon komplett fertig für unsere Verabredung hergerichtet, durch meine Wohnung und konnte mich einfach nicht entscheiden, in welchem dieser Räume ich die restliche Zeit verbringen sollte.
Eigentlich sollte mir diese Entscheidung nicht besonders schwer fallen, denn die Auswahl der einzelnen Zimmer war gering.
Ich lebte allein, also warum hätte ich mir eine größere Bleibe zulegen sollen? Für mich war es genug und das war das einzige was zählte.
Ehe ich mich versah hörte ich auch schon die Türglocke läuten.
Schnell sah ich auf die Uhr, die auf der Kommode neben meinem Bett stand nur um festzustellen, dass Edward fünf Minuten zu früh zu unserer Verabredung erschien.
Konnte er es genauso wenig abwarten wie ich?
Ich sprintete zu meiner Wohnungstür und durch meinen schnellen Gang konnte man die Absätze meiner Schuhe auf dem Parket klackern hören.
Bevor ich meine Wohnungstür erreichen konnte verlangsamte ich meinen Schritt und drückte rechts neben der Tür auf den Schalter, damit ich Edward öffnen konnte.
Ich hätte schwören können, dass nur wenige Sekunden vergingen nachdem ich es an meiner Tür Klopfen hörte.
War er hier hoch gesprintet? Schließlich befand sich meine Wohnung im dritten Stock.
Meine Hand war bereits an der Türklinke, als ich noch einmal kurz meine Augen schloss und tief durchatmete und ich mich somit auf den kommenden Abend vorbereiten konnte.
Die Nervosität, die mich schon den ganzen Tag und die gesamte restliche Woche begleitet hatte, schien in genau diesem Zeitpunkt ihren Höhepunkt gefunden zu haben.
Doch in dem Moment, als ich die Türklinke nach unten drückte und ich Edwards atemberaubende Gestalt vor mir sah, war meine Nervosität erloschen.
Ein Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht, als ich ihn so vor mir stehen sah.
Er hatte eine Blue Jeans an, kombiniert mit einem roten Hemd an dem er die ersten paar Knöpfe aufgelassen hatte was dazu führte, dass seine Brusthaare etwas hervorlugten.
Kurz konnte ich meinen Blick nicht davon abwenden, aber als ich ihn leise Räuspern hörte, erwachte ich letztendlich aus meiner Starre und hob meinen Kopf nur um zu sehen, wie mich seine grünen Augen musterten.
Seine smaragdgrünen Augen stachen durch sein rotes Hemd nur noch mehr heraus, was dazu führte, dass ich mich nur noch schneller in diesen verlieren würde.
Dabei dachte ich, dass das nicht mehr möglich wäre.
„Möchtest du mich nicht rein bitten?“, fragte er mich und trug wieder sein schiefes Grinsen auf den Lippen.
Kurz runzelte ich die Stirn, schüttelte meinen Kopf um wieder etwas klarer zu werden und ging einen Schritt zurück um ihm so zu Signalisieren, dass er mein Reich ruhig betreten durfte.
Eine seiner Hände, die bis dato hinter seinem Rücken verschränkt war, ließ er zum Türknauf wandern um die Türe zu schließen.
„Ich habe etwas für dich“, flüsterte er in die Stille hinein und trat einen Schritt auf mich zu.
Die Hand, die zuvor noch hinter seinem Rücken verborgen war, kam aus ihrem Versteck empor und hielt mir etwas hin.
In seinem Blick konnte ich einen Hauch von Unsicherheit herauslesen, was mich etwas verwirrte. Wann verwirrte mich dieser unglaubliche Mann eigentlich nicht?
Meine Augen wandten sich von seinem Gesicht ab, nur um meinen Blick auf das zu richten, was er mir in seiner Hand entgegenstreckte.
Es war ein Kaktus, eingepflanzt in einem kleinen Topf, welcher perfekt in Edwards Handfläche passte.
Verwirrt runzelte ich meine Stirn und mein Blick wanderte zwischen ihm und dem Kaktus hin und her.
Was hatte es zu bedeuten? Hatte es überhaupt etwas zu bedeuten?
Schenkte man einem zu einem Date nicht normalerweise einen Strauß Blumen?
Wurden rote, langstielige Rosen nicht normalerweise bei einem Rendevouz bevorzugt?
Sollte der Kaktus ein Symbol dafür sein, dass er mich doch nicht wollte?
Nicht auf die Art und Weise an der ich an ihm interessiert war?
Edward schien meinen unsicheren Blick bemerkt zu haben.
Seine grünen Augen suchten meine braunen und als sich unsere Blicke trafen räusperte er sich schnell.
„Als wir uns kennen gelernt haben hast du mir mal erzählt, dass du deine Heimat vermisst“, fing er mit seiner Erklärung an, die mich noch kein Stück weiter gebracht hatte.
„Du hast mir erzählt, dass dir die Kakteen am Meisten fehlen würden. Ich weiß noch wie du mir gesagt hast, dass du diese Pflanzen bewunderst. Sie seien die Außenseiter der Pflanzenwelt und trotzdem so stark und stabil. Ich dachte mir, dass ich dir eine Freude mache indem ich dir ein Stück deiner Heimat in dein neues zu Hause bringe“, erklärte er mir und sogar aus seiner Stimme konnte ich eine Spur von Unsicherheit heraus hören.
Er wusste es noch? Er wusste tatsächlich noch, was ich ihm damals erzählt hatte?
Gut, es war nur vier Monate her, aber ich hatte ihm gegenüber nur beiläufig von Phoenix erzählt, war kurz abgeweicht und hatte ihm von meiner Vorliebe für Kakteen vorgeschwärmt.
Ich konnte nicht glaube, dass er tatsächlich daran gedacht hatte.
Wenn ich vorher dachte, dass dieser Kaktus keine romantische Geste war dann wurde mir jetzt klar, wie sehr ich mich doch geirrt hatte.
Dieser Kaktus war das romantischste, was ich jemals geschenkt bekommen hatte.
Für Andere wäre ein Strauß roter Rosen wohl romantischer, genau wie er es für mich vor wenigen Augenblicken gewesen war, aber jetzt, wo er mir seine Gedanken mitgeteilt hatte, wurde ich eines besseren belehrt.
Er wusste es noch und hatte dieses Wissen bei unserem ersten Date genutzt.
Ich fühlte mich bewegungsunfähig und konnte nur weiterhin mit meinen Augen zwischen ihm und dem Kaktus hin und her wandern, ehe er an Edwards verunsichertem Blick hängen blieb.
Meine Augen fühlten sich feucht an, als ob Tränen der Rührung aus ihnen entfliehen wollten und meine Kehle war so trocken, als hätte ich seit Tagen nichts mehr getrunken.
Ich musste mich zusammenreißen und diesem unglaublichem Geschöpf vor mir zeigen, wie sehr ich mich über diese romantische Geste freute.
Die Zweifel, die ich in seine Augen ablesen konnte, musste ich schleunigst beseitigen.
Ich musste ihm zeigen, wie viel es mir bedeutete.
Wie aus dem Nichts bewegte ich mich auf Edward zu, schlang meine Arme um seinen Hals und zog ihn in eine feste Umarmung. Es dauerte etwas, bis ich seine Arme um meinen Rücken spüren konnte, die mich fester an sich drücken wollten.
Durch den Kaktus, den er noch immer in seiner Hand hielt, gestaltete sich sein Vorhaben etwas schwieriger.
„Danke“, flüsterte ich ihm leise ins Ohr und drückte ihn, um meinen Dank zu verdeutlichen etwas fester an mich.
Edward erwiderte diesen Griff und gab mir einen Kuss auf die Wange.
„Immer wieder gern“, flüsterte er genauso leise in mein Ohr.
Eine Weile standen wir noch Arm in Arm bei mir im Flur und verfielen in ein angenehmes Schweigen, ehe unser Date offiziell anfangen würde.
Nach langem hatte ich mir wieder einmal einen freien Tag in der Firma gegönnt. Ich liebte meinen Job als Mediengestalterin, aber ich war zu ausgepowert und musste meine Kreativität wieder neu anregen.
Meine Hand fuhr schon ganz automatisch auf die andere Seite des Bettes.
Sie war kalt und leer.
Natürlich.
Zwar hatte ich mir einen freien Tag gegönnt aber Edward, der Mann mit dem ich seit fünf Jahren verheiratet war, hatte dieses Mal nicht das Glück sich zur selben Zeit wie ich frei zu nehmen.
Er hatte zurzeit viel in der Firma zu tun, sodass es unmöglich war, sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein paar freie Tage zu gönnen.
Die Firma…
Ein Lächeln schlich sich auf mein noch schläfriges Gesicht.
Vor knapp acht Jahren lernten Edward und ich uns dort kennen.
Es war mein erster Arbeitstag in der Greate Company.
Anscheinend war es von Nöten, dass mir jemand zugeteilt wurde, der mir die Firma zeigen sollte und an den ich mich wenden könnte, falls bei mir Probleme auftauchen sollten.
Die GC war eine große Firma und ich war davon überzeugt, dass es sonst viel zu lange gedauert hätte, wenn ich mich allein hätte zu Recht finden müssen.
Nur zu gut konnte ich mich an diesen Tag erinnern.
Der Moment, in dem ich zum ersten Mal auf Edward traf, konnte ich mit Nichts in meinem bisherigen Leben vergleichen...
Das kurze Gespräch, welches ich noch mit meinem neuen Chef Mr. Barner geführt hatte, verlief wirklich gut. Das freute mich sehr, zumal man nicht oft zu hören bekam, dass der eigene Chef nett war.
Ich hatte schon in meiner Collegezeit ein Praktikum bei einer Werbeagentur gemacht, allerdings mit einem sehr unfreundlichen Chef, der nur all zu gerne seine miese Laune an den Angestellten ausließ.
Es war eine eher kleine Firma und es wunderte mich umso mehr, dass das Arbeitsklima so grausam war.
War es nicht immer so, dass ausgerechnet in den kleinen Betrieben die Stimmung ausgelassener war und ein netter Umgang zur Tagesform gehörte?
Nun, offenbar war es dort nicht der Fall gewesen.
Umso mehr freute es mich, als ich Mr. Barners Büro betrat und er mir strahlend seine Hand zur Begrüßung reichte.
Man konnte es schon an seinem Gesicht sehen, dass er von Natur aus ein lebensfroher Mensch war.
Trotzdem würde ich alles dafür tun um nicht irgendwann mal seinen Zorn heraufzubeschwören. Denn aus Erfahrung konnte ich sagen, dass es solche Menschen wie Mr. Barner waren, die einem die meiste Angst einjagen konnten, sobald man sie gegen sich aufbrachte.
„Nun, da wir die letzten Formalitäten geklärt hätten, möchte ich Sie offiziell in unserem Team willkommen heißen“, erklärte er mir lächelnd und reichte mir seine Hand, die ich mit einem schüchternen Lächeln entgegen nahm.
„Vielen Dank, Mr. Barner!“ Ich war wirklich dankbar.
Die Greate Company war eine der größten Firmen hier in Illinois und hatte zudem noch einen wirklich sehr guten Ruf. Bestimmt hatten sich tausende von Menschen hier beworben und ausgerechnet ich, als Anfängerin, wurde genommen.
Natürlich würde ich hier klein anfangen, aber die Erfolgschancen waren überragend.
„Oh bitte nennen sie mich Bob, schließlich sind wir hier ja alle quasi eine Familie“, lachte mich dieser gut gelaunte Mensch an.
„Okay.“ Ich nickte ihm zu.
„Dann nennen Sie mich doch bitte Bella“.
Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen klopfte es bereits an Mr. Barners Tür.
Nachdem ein ‚Herein’ Bobs Lippen verließ, konnte ich beinahe meinen Augen nicht glauben wen ich da erblickte, als sich die Tür öffnete.
Es war ein Mann, vielleicht ein paar Jahre älter als ich, der eine unglaublich starke Ausstrahlung besaß.
Er war ziemlich groß und hatte braunes Haar, welches im Licht des Büros leicht rötlich schimmerte. Man könnte schon fast von einem bronzenen Haarton sprechen.
Seine unglaublich grünen Augen, die zwei glänzenden Smaragden zu gleichen schienen, blickten direkt in die Meinen.
Ich fühlte mich, als wäre alles um mich herum einfach ausgeblendet.
Fühlte mich wie betäubt.
Ich war vollkommen in seinem Blick gefangen. Zwei Smaragde, die mit der Sonne um die Wette strahlten.
Es war einfach unglaublich, wie viel Kraft dieser unbekannte Mann schon alleine in den ersten Sekunden über mich hatte.
Doch schon war dieser Moment wieder vorbei, denn ein kurzes Räuspern riss mich aus meiner Trance.
„Edward, Sie kommen genau richtig. Darf ich Ihnen unser neuestes Familienmitglied vorstellen? Bella Swan, das ist Edward Cullen, der ab sofort für Sie zuständig sein wird.“ Ich versuchte mich so gut es ging zusammen zu reißen und reichte Edward meine Hand. Das Zittern, welches ich verspürte als er den Raum betreten hatte, versuchte ich so gut es ging zu unterdrücken.
Mit einem leichten Lächeln nahm er meine Hand entgegen und als sich unsere Hände berührten, schien es beinahe so, als wenn mich der Blitz getroffen hätte.
Was war das nur?
Warum brachte mich dieser Mann nur so aus der Fassung?
Ich kam mir so vor, als wäre ich wieder 16 und nicht 21.
„Es freut mich sehr“, brachte er heraus, während ich ihm immer noch schweigend in seine Augen starrte, die mich mit ganzer Kraft gefangen nahmen.
Durch den Klang seiner Stimmte war es beinahe so, also würde ich seinem Bann nur noch mehr verfallen.
Sie war so samten wie Honig, aber doch sehr rau und männlich. Die perfekte Mischung.
Ich räusperte mich und versuchte so schnell wie möglich die Fassung wieder zu erlangen, was sich schwieriger gestaltete als ich dachte. An meinem ersten Arbeitstag wollte ich mich nicht unbedingt zum Idioten machen. Dafür war es sicherlich schon zu spät, aber die Situation musste für mich ja nicht unbedingt noch peinlicher werden, als sie es ohnehin schon war.
„Ja, mich auch“, kam es leise stotternd von meinen Lippen.
Was zum Teufel war das?
Noch nie, wirklich noch nie in meinem Leben hatte sich meine Stimme so angehört!
Ich konnte sehen, wie sich langsam ein kleines Schmunzeln auf seinem kantigen Gesicht ausbreiten wollte. Dann sah er kurz zu Boden, bevor sein Blick zu Mr. Barner und dann zu mir wanderte.
Mr. Barner! Bob hatte ich bis zu diesen Zeitpunkt schon wieder aus meinem Gedächtnis verbannt.
Mit aller Kraft versuchte ich meinen Blick von diesem wunderbaren Geschöpf namens Edward Cullen loszureißen und suchte einen Punkt hinter seiner Schulter den ich anstarren konnte. Vielleicht ließ sich ja so vermeiden, dass ich ihm nicht vollkommen verfiel.
„Soweit so gut! Bella, nach Ihrem Arbeitstag würde ich Sie gerne noch auf ein Wort in mein Büro bitten. Einfach nur um zu erfahren, wie Ihr erster Arbeitstag verlaufen ist“, erklärte Bob mir mit einem Augenzwinkern.
„Natürlich!“ Endlich hatte ich meine Stimme zurück erobert! Zwar hatte sie nicht denselben Klang wie sonst, aber immerhin war sie nicht mehr so leise und zittrig. Vielleicht lag das aber auch nur an der Tatsache, dass ich grade mit meinem Boss und nicht mit Edward gesprochen hatte.
Edward verabschiedete sich ebenfalls von Bob und versicherte ihm, dass er sich gut um mich kümmern würde.
Ich zuckte erschrocken zusammen, als sich plötzlich eine Hand an meinem Rücken legte, welche mich in Richtung Ausgang dirigierte.
Verwirrt über diese Berührung wandte ich meinen Kopf in Edwards Richtung.
Gerade als wir unser Ziel erreicht hatten und Edward nach der Türklinke griff um die Tür zu öffnen, musste er wieder von meinem Rücken ablassen.
Er blieb direkt neben der Tür stehen und ich starrte vollkommen verwirrt in die Tiefe seiner grünen Augen.
Auf irgendetwas schien er zu warten.
Warum öffnete er die Tür und blieb dann einfach direkt daneben stehen?
Hatte er vielleicht etwas in Bobs Büro vergessen?
Aber warum blieb er dann hier? Warum holte er nicht einfach das, was er noch benötigte, aus Bobs Büro?
Erwartungsvoll blickte er mich an.
„Ladies First“, sagte er nur und seine Hand deutete auf den Durchgang vor meinen Augen.
Seine Mundwinkel zuckten leicht und ich konnte die Andeutung eines Grübchens auf seinem Gesicht erkennen.
Peinlich berührt von meiner Aktion schlüpfte ich schnell durch die Tür. Edward direkt hinter mir.
Wer rechnete denn heutzutage schon damit, dass ein Mann einer Frau die Tür aufhielt? Meiner Reaktion nach zu Urteilen konnte man wohl schon erkennen, dass ich am aller wenigsten damit gerechnet hatte. Allerdings war es schon viel logischer als das, was ich mir da zusammengereimt hatte.
Wieso hätte er denn auch neben einer Tür stehen bleiben sollen, wenn er im Raum womöglich Etwas vergessen hätte?
Das war die Bella-Logik, die anscheinend vor etwa zehn Minuten in mir zum Leben erweckt wurde.
Seit wann konnte mich eine einzelne Person, ein Mann, so sehr verwirren? Er sah wirklich gut aus, das stand völlig außer Frage, aber er war auch nicht der erste gut aussehende Mann, den ich bisher getroffen hatte.
Kaum hatte er die Tür zu Bobs Büro geschlossen musste ich anfangen zu kichern.
Ich wagte es erneut, meinen Blick auf ihn zu richten. Ihm schien es da nicht anders zu gehen.
Ich lehnte mich an die Wand, die mir am nächsten war und Edward versuchte sich mit den Händen an seinen Knien abzustützen.
Den genauen Grund, warum ich plötzlich anfing zu Lachen konnte ich nicht sagen.
Ich vermutete, dass es einfach mit meinem lächerlichen Verhalten von vor wenigen Sekunden zu tun gehabt hatte.
Edwards genauen Grund für sein Lachen konnte ich nicht beurteilen, aber ich konnte es mir schon denken. Wahrscheinlich fand er mein Verhalten genauso amüsant wie ich. Seine Lachfalten hatte ich vorhin schon erkennen können, aber jetzt schien er einfach alles raus zu lassen, was er sich kürzlich noch verkniffen hatte.
Erst jetzt erkannte ich, was für ein schönes Lachen er hatte.
„Tut mir leid“, jappste er vor sich hin.
„Kein Grund sich zu entschuldigen.“ Ich fächelte mir etwas Luft zu, damit die Lachtränen nicht aus meinen Augen hervorquollen.
Nach einer Weile beruhigten wir uns wieder und immerhin war die Stimmung jetzt nicht mehr so angespannt.
Edward kam auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen, die ich argwöhnisch musterte, nur um dann wieder in seine smaragdgrünen Augen zu blicken.
„Ich finde, wir sollten noch einmal von vorne anfangen! Ich bin Edward. Du bist Bella, richtig? Ich würde sagen, das „Sie“ lassen wir ganz weg und bleiben einfach beim „Du“. Was hältst du davon?“
Einen Moment lang war ich wieder seinem Blick ausgeliefert, aber dieses Mal fing ich mich zum Glück schneller.
„Klingt großartig, Edward“, entgegnete ich ihm grinsend und ergriff seine ausgestreckte Hand. Konnten sich Hände weich und rau zugleich anfühlen? Denn seine Hände schienen genau das zu sein. Weich und rau.
Anscheinend hatte nur dieser kleine Lachanfall gefehlt um etwas lockerer zu werden.
„Okay, folgender Plan: Ich werde dir jetzt alles zeigen und dich deinen neuen Kollegen vorstellen. Und danach werden wir zusammen zu Mittag essen“, erklärte er mir sein Vorhaben. Es war unmöglich ihm zu widersprechen, aber das wollte ich auch überhaupt nicht. Seine Idee gefiel mir, was auch der Grund war weshalb ich ihm ohne zu zögern sofort zustimmte.
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Die Mittagspause kam für mich schneller als erwartet. Wahrscheinlich lag das einfach nur daran, dass die Zeit mit Edward so schnell verging.
Die Firma an sich war schon sehr beeindruckend, aber die Geschichten, die mir Edward zu jeder einzelnen Räumlichkeit erzählte, machte den Rundgang zu etwas außergewöhnlichem.
Edward war etwas Besonderes, das hatte ich schon vom ersten Moment an gespürt.
Es tat gut mit ihm zu reden, mit ihm zu lachen oder auch einfach nur mit ihm zu schweigen. Ich mochte ihn. Sehr sogar. Und genau das machte mir Angst.
Schließlich war das mein erster Tag in der Firma und schon fühlte ich mich zu einem meiner Arbeitskollegen, meinem Mentor, hingezogen.
Eine unglaubliche Anziehungskraft.
Wie sollte es dann erst in einem Monat werden?
Oder sogar einem Jahr?
Oder noch länger?
Ich hoffte sehr, dass diese Gefühle, die ich ihm gegenüber verspürte, bald verblassen würden.
Ich wollte mich grade auf dem Weg in die hauseigene Cafeteria machen, als ich Edwards starke Hand an meinem Oberarm spürte.
„Wo willst du hin?“, fragte er mich mit hochgezogenen Augenbrauen und ich erwiderte seinen Blick stirnrunzelnd.
„In die Cafeteria?“ Es war nicht beabsichtigt, diese Aussage wie eine Frage klingen zu lassen.
Auf Edwards geschwungenen Lippen bildete sich wieder ein leichtes Grinsen.
„Die Greate Company ist zwar eine wirklich großartige Firma… Das Essen allerdings kann man sehr wohl mit dem in der Schulkantine vergleichen.“
Sein Grinsen wurde noch breiter. Oh, dieses Grinsen! Es steckte sofort an.
„Wo sollen wir dann unsere Mittagspause genießen, werter Mr. Cullen?“, fragte ich ihn und ein kleines Kichern entsprang meiner Kehle.
„Ich kenne da ein Bistro, direkt um die Ecke. Schließlich ist heute dein erster Tag und da wollte ich nicht unbedingt, dass du dem Kantinenfraß ausgeliefert bist.“ Bildete ich mir das nur ein oder verlief sein Grinsen von einem Ohr zum anderen?
Trotz meines Pullovers konnte ich immer noch die Wärme seiner Hand auf meinem Oberarm spüren, welche mir eine Gänsehaut bereitete.
Wieso verspürte ich bei einer warmen Hand eine Gänsehaut?
Überkam diese einen nicht, wenn einem kalt war?
Doch plötzlich war der Druck und die Wärme seiner Hand verschwunden.
Wenige Sekunden später spürte ich sie jedoch an meinem Rücken und wie er es heute bereits schon einmal getan hatte, dirigierte er mich nach draußen in Richtung Ausgang.
Ich war froh, dass es in Chicago noch recht warm war, weshalb es heute keinen Grund für mich gab eine Jacke anzuziehen.
Die Sonne strahlte richtig und aus diesem Grund versuchte ich ihr meinen Kopf entgegen zu strecken, damit ich die warmen Sonnenstrahlen in mir aufnehmen konnte.
Wir mussten wirklich nur ein kleines Stückchen laufen, ehe wir an dem Bistro ankamen von dem Edward gesprochen hatte.
Es sah wirklich sehr gemütlich aus, trotz der vielen Menschen die anscheinend denselben Gedanken wie Edward gehabt hatten. Doch wir hatten Glück, denn in der hintersten Ecke schien noch der einzige freie Tisch zu sein.
Ich wollte grade meinen Stuhl bewegen, damit ich mich setzen konnte, als Edward mir zuvorkam und es schon für mich erledigte. Anscheinend war er einer der wenigen Gentleman, die diese Welt noch zu bieten hatte.
Dankbar lächelte ich ihm zu, setze mich und er schob meinen Stuhl wieder näher an den Tisch, bevor er sich schließlich mir gegenüber nieder ließ.
„Verbringst du deine Mittagspausen öfters hier?“, wollte ich von ihm wissen und beobachtete aufmerksam sein Gesicht.
Es war das erste Mal an diesem Tag, dass ein Gespräch zwischen uns beiden von mir ausging.
„Nein, nicht immer. Ein oder zwei Mal die Woche komme ich hierher und verwöhne meinen Gaumen“, erzählte er mir mit einem leichten Schulterzucken.
Er nahm sich die einzige Speisekarte die auf dem Tisch lag und reichte sie mir mit den Worten, dass er die Speisekarte schon kennen würde und er eh wusste was er bestellen wollte.
Dankbar nahm ich sie entgegen und studierte die umfangreiche Karte.
Ich kam mir etwas beobachtet vor, versuchte aber nicht weiter darauf zu achten.
Ich hob meinen Blick von der Karte und sah fragen zu Edward, der mich mit einem lächeln im Gesicht zu mustern schien.
Meine Vermutung beobachtet zu werden, war also doch nicht ganz unbegründet.
„Du siehst süß aus, wenn du versuchst dich auf Etwas zu konzentrieren“, teilte er mir mit, als wäre es eine Selbstverständlichkeit.
Ich senkte meinen Kopf und versuchte mir das Muster der Tischdecke einzuprägen. Die Hitze, die ich in meinen Wangen verspürte verriet mir, dass ich wohl gerade rot angelaufen war.
Wieso errötete ich aufgrund eines solch banalen Kompliments?
Wahrscheinlich hatte er sich so oder so nichts dabei gedacht und es einfach nur so daher gesagt.
Ein leisen ‚Danke’ verließ meine Lippen und ich war mir nicht einmal sicher, ob er mich überhaupt gehört hatte.
Es entstand eine kurze Stille, ehe ich meinen Blick wieder auf ihn richtete nur um zu bemerken, dass er seinen Blick immer noch nicht von mir abgewandt hatte. Augenblicklich war ich wieder von diesen Smaragden, seinen wundervollen Augen, gefangen genommen.
Ich konnte meinen Blick einfach nicht von seinem abwenden und ihm schien es da nicht anders zu gehen. Seine Augen nahmen mich nicht zum ersten Mal an diesem Tag gefangen, aber gerade jetzt in diesem Moment schien es besonders intensiv zu sein.
Ein Gefühl, welches mit Nichts auf dieser großen weiten Welt vergleichbar war.
Wir schreckten beide auf, als wir die Stimme der Kellnerin hörten, die uns freundlich fragte, was wir bestellen wollen.
Die Zeit verging und bis unser Mittagessen zu unserem Tisch gebracht wurde, sprachen wir kein Wort miteinander.
Irgendwie war es ein sehr intimer Moment den wir geteilt hatten, bevor die Kellnerin ihn unterbrach.
Intim jedoch nicht im körperlichen Sinne.
Sprach man nicht davon, dass die Augen das Tor zur Seele widerspiegelten?
Ich hatte das immer für ein lächerliches Gerücht gehalten, für Schwachsinn, aber vor wenigen Augenblicken wurde mir das Gegenteil bewiesen.
Es schien mir wie eine halbe Ewigkeit vorzukommen, bis die Kellnerin mit unseren Bestellungen wieder zu unserem Tisch kam.
Allerdings stellte sie mein bestelltes Essen an Edwards Platz und Edwards direkt vor mir, ehe sie wieder verschwand.
Verwirrt blickte ich auf und meine Gesichtsmimik schien der von Edward zu gleichen. Irgendwie sah das sehr amüsant aus, wenn er so verwirrt war. Ein kleines Lachen wollte meiner Kehle entfliehen, aber ich versuchte meine Lippen fest aufeinander zu pressen, was sich jedoch als schwieriger herausstellte als ich vielleicht gedacht hatte.
Edward schien durch meine Reaktion noch verwirrter zu sein und das war der endgültige Auslöser für mein Gelächter.
Er musterte noch kurz meinmerkwürdiges Verhalten, ehe er selbst in mein Lachen mit einstimmte.
Wir lachten noch eine ganze Weile und nur langsam schienen wir uns wieder zu beruhigen. Die anderen Gäste, die in unserer Nähe saßen, schien unser Gelächter nicht zu stören.
Zwischen Edward und mir wurde die Stimmung nach jedem Lacher immer gelöster. Ich hätte auch nicht gewusst, wie ich das Mittagessen mit dieser angespannten Atmosphäre überlebt hätte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit beruhigten wir uns tatsächlich.
Aus einem mir unerklärlichen Grund stand Edward plötzlich auf und entfernte sich von unserem Tisch.
Verwirrt, wie schon ich es an diesem Tag schon so oft gewesen war, blickte ich ihm hinterher, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte.
Musste er etwa auf die Toilette? Aber warum hat er mir dann nicht bescheid gesagt?
Oder wollte er mich hier einfach sitzen lassen?
Nein, von hier aus hätte ich gesehen, wenn er aus dem Bistro gegangen wäre.
Oder gab er vielleicht einen Hinterausgang?
Warum sollte er flüchten wollen?
War ich wirklich eine so schlimme Gesellschaft?
Ich wusste zwar nicht, wann Edward wieder kommen würde aber mit dem Essen wollte ich nicht ohne ihn anfangen. Unsere Nudeln schienen bestimmt eh schon durch unser Gelächter von vorhin kalt zu sein und außerdem erlaubte es meine gute Kinderstube nicht ohne den anderen mit dem Essen zu beginnen.
Schneller als ich es erwartet hatte kam er wieder zum Tisch geflitzt und hatte einen Teller in seiner Hand. Was wollte er mit diesem Teller?
Edward nahm wieder Platz und blickte direkt in meine ratlosen Augen.
„Dein Essen sieht sehr lecker aus, aber auf meins habe ich auch großen Hunger, deswegen dachte ich mir, dass wir unser Essen aufteilen könnten. Zwar haben wir dann ein schmutziges Geschirr zu viel, aber die Küchenhilfen werden mich dafür schon nicht umbringen“, erklärte er mir, während er die ganze Zeit grinsend in meine braunen Augen starrte.
Verblüfft sah ich ihn noch einen Moment an, bevor ich mich schließlich fasste und von seiner Idee mehr als nur begeistert war.
Das Essen verlief traumhaft. Wir unterhielten uns viel und bei dem einen oder anderen Gesprächsthema kamen wir um ein erneutes Gelächter einfach nicht drum herum.
Es war alles so unbeschwert mit ihm und ich genoss einfach seine Nähe.
Ich fragte mich, ob es ihm genauso erging wie mir.
Fühlte er sich von mir auch angezogen? Manchmal hatte es jedenfalls den Anschein.
Ich hatte nur noch ein paar Nudeln auf meinem Teller liegen, als ich aus den Augenwinkeln sah, wie jemand auf unseren Tisch zusteuerte.
Zuerst dachte ich, dass es womöglich wieder die Kellnerin war, aber ihre Kleidung war ganz anders, weswegen ich mich dazu entschied meinen Blick zu erheben.
Es war eine große rotblonde Frau und das Lächeln, welches sie auf ihrem Gesicht trug, ließ ihre strahlend weißen Zähne hervorblitzen.
Edward schien tief in seinen Gedanken versunken zu sein, was wohl auch der Grund dafür war, dass er seinen Blick nicht aufrichtete.
Sie stellte sich direkt hinter Edward, hob ihre Arme und legte ihre Hände um seine Augen.
Ich konnte sehen, wie sich Edward plötzlich versteifte und sich aufrecht setzte.
Die blonde Schönheit beugte ihren Kopf zu seinem und hielt inne, kurz bevor ihre Lippen sein Ohr geküsst hätten.
Ich konnte hören, wie sie ihm ein leises ‚Überraschung’ zuflüsterte und sie langsam ihre Hände runter nahm, nur um diese dann auf seine breiten Schultern zu legen.
Ich saß einfach nur ganz still da, beobachtete dieses Szenario und wusste einfach nicht, was ich von der ganzen Situation halten sollte. Also versuchte ich mich nicht zu bewegen um möglichst nicht aufzufallen.
Edward drehte seinen Kopf ruckartig herum, was dazu führte, dass dieses hübsche Wesen sich glücklich zu ihm herunterbeugte und ihm einen langen Begrüßungskuss auf die Lippen drückte.
Ich konnte mir nicht erklären warum, aber plötzlich verspürte ich ein unangenehmes stechen in der Brust.
Warum schmerzte es so sehr, wenn ich sah wie Edward eine andere Frau küsste? Ich kannte ihn doch erst seit ein paar Stunden und trotzdem fühlte es sich so an, als würde in mir etwas zerbrechen.
Beide ließen wieder voneinander ab und Edward schien irgendwie überrascht und unglücklich zu sein. Aber warum? Wollte er nicht, dass mich seine Freundin mit ihm zusammen sah? Jedenfalls nahm ich an, dass sie seine Freundin war. Warum sonst sollte eine Frau einen Mann so vertraut küssen?
Die Frau zog einen Stuhl herüber zu unserem Tisch und ließ sich direkt neben Edward nieder.
Erst jetzt schien sie mich wirklich zu registrieren.
„Oh! Störe ich etwa?“, fragte sie weiter lächelnd in die Runde.
Ich konnte sehen, wie eine Hand unter dem Tisch nach Edwards zu greifen schien. Seiner Reaktion nach zu urteilen schien ihm das in diesem Moment etwas unangenehm zu sein. Aber was war der Grund?
Wie gerne würde ich jetzt Gedanken lesen können nur um zu erfahren, was in Edward hübschen Köpfchen vor sich ging. Aber noch mehr wünschte ich mir, dass sich der Erdboden in just diesem Augenblick öffnen und mich verschlingen würde.
„Ja… öhm ich meine nein, du störst natürlich nicht“, versuchte er ihr zu erklären und lächelte leicht gequält.
Und mit versuchte meinte ich es auch so, denn es sah wirklich sehr gezwungen aus, aber ihr schien es nicht mal ansatzweise aufzufallen.
„Ich habe nur Bella, meine neue Arbeitskollegin, zum Mittagessen ausgeführt“, fuhr er mit seiner Erklärung fort.
Sein Blick wanderte nun zu mir und etwas Entschuldigendes lag in seinen Augen.
Was hatte das nur alles zu bedeuten? Seine Körpersprache und seine Mimik sagten etwas ganz anderes aus, als sein Verhalten.
„Bella, das ist meine…“, ich konnte ihn schwer Schlucken sehen „… meine Freundin Tanya.“
Ich versuchte aus meinem tranceähnlichen Zustand wieder herauszufinden und mich auf das zu konzentrieren, was vor meinen Augen geschah.
Die Frau, Tanya, streckte mir ihre perfekt manikürte Hand mit den Worten „Freut mich Sie kennen zu lernen“ entgegen.
Noch ein letztes Mal sah ich skeptisch zu Edward herüber, ehe ich die Hand seiner Freundin ergriff.
Ich konnte sehr gut verstehen, warum die beiden ein Paar waren. Beide waren wunderschön und allein schon durch Tanyas Erscheinungsbild konnte man sehen, wie sehr sie darauf achtete, dass ihr Äußeres gepflegt wurde.
Wenn ich mir dagegen meine Fingernägel ansah… sie waren abgekaut. Es war eine schlechte Angewohnheit, die sich in der Junior High School entwickelt hatte und seitdem mein ständiger Begleiter.
Ich schüttelte ihre Hand, ohne ihre Worte zu erwidern.
Es freute mich nicht sie kennen zu lernen oder von ihrer Existenz zu erfahren.
Deswegen blieb ich lieber still, bevor eine Lüge noch meinen Mund hätte verlassen können.
Es war neu für mich so zu empfinden. Edward war nur ein Arbeitskollege, mit dem ich mich gut verstand und mit dem ich vielleicht grade mal fünf Stunden verbracht hatte. Also, wieso störte mich diese Situation?
Ich schob meine Gedankengänge beiseite, als ich Edwards wunderschöne Stimme hörte.
„Woher weißt du, dass ich hier bin?“ Er warf Tanya einen fragenden Blick zu.
„Oh Liebling, ich war erst in der Agentur, aber als ich gesehen habe, dass du nicht da warst wusste ich, dass du nur hier im Bistro sein kannst“, antwortete sie augenzwinkernd auf seine Frage und beugte sich zu ihm hinüber um ihm einen schnellen Kuss zu geben.
Mein Blick schnellte zu meiner Armbanduhr und ich registrierte zu meiner Freude, dass die Mittagspause schon fast wieder zu Ende war.
Ich wollte den beiden nicht noch weiter bei ihrem Pärchen-Ding beobachten.
Der Anblick tat weh und ich musste herausfinden, wieso dies der Fall war.
Schnell stand ich von meinem Platz auf und wurde sofort von zwei Augenpaaren gemustert.
Tanyas meeresblauen Augen sahen verwirrt aus und die smaragdgrünen Augen von Edward schienen ihren Glanz von heute Morgen verloren zu haben.
Bevor einer der beiden mich noch fragen konnte warum ich so plötzlich aufstand, setzte ich schon zu einer Antwort an.
„Die Pause ist gleich zu Ende und da heute mein erster Tag ist, will ich nicht noch zu spät kommen“, erklärte ich ihnen sofort.
„Warte, ich komme mit“, sagte Edward, warf seine Serviette auf den fast leeren Teller und war schon dabei aufzustehen.
„Nein! Nicht nötig, ich schaff das schon. Außerdem will ich euch beiden noch etwas Privatsphäre gönnen“, versuchte ich zu erklären. Der wahre Grund war nicht etwa, dass ich den beiden ihre Privatsphäre gönnte, sondern dass ich ihnen nicht noch länger bei ihrem Pärchen-Ding zuschauen musste.
Noch ein letztes Mal, bevor ich das Bistro verließ, sah ich in Edwards Augen.
Sie sahen irgendwie so traurig aus. Es erschien mir unmöglich nicht in diese Augen zu starren und ich beneidete sofort die Frau an seiner Seite.
Tanya konnte, wann immer sie wollte, in seinen Augen versinken.
Schnellen Schrittes lief ich aus dem Bistro und direkt in die Agentur.
Angela, eine der Sekretärinnen hier, begrüßte mich wieder freundlich und fragte mich, wie meine Mittagspause denn verlief.
Anscheinend hatte sie irgendwas in meinem Gesicht lesen können, denn sofort wurde ihre Mine mitfühlend und sie fragte mich, ob ich darüber reden wollte.
Wollte ich das? Ich kannte sie nicht, aber sie schien mir einen wirklich netten und loyalen Eindruck zu machen.
Außerdem kannte sie Edward schon länger. Ob es sich nun positiv oder negativ gegen mich auswirken würde konnte ich beim besten Willen nicht sagen.
Ich musste mit jemandem reden, das wurde mir in just diesem Moment klar.
Und wenn Angela schon fragte… was sollte schon groß passieren? Bob meinte doch, wir alle wären eine Familie, richtig?
Mit sonst niemandem könnte ich in diesem Moment reden.
Meine beste Freundin Rose war auf der Arbeit und sonst hatte ich keine engeren Freunde.
Angela wäre jetzt die beste Gesprächspartnerin für mich. Also riss ich mich zusammen und vertraute auf meine Menschenkenntnis, ehe ich zu ihr hinüber ging und mir alles von der Seele redete.
Sie hörte mir aufmerksam zu und sie schien weder gelangweilt, noch schien sie mich für verrückt zu halten.
Als ich fertig war, schien sie mich noch einen Moment zu mustern, bevor sie ihr Wort an mich richtete.
„Scheint so, als hättest du dich verliebt“, erklärte sie mir und in ihrer Stimme war kein Funke einer Lüge heraus zu hören. Abwehrend schüttelte ich meinen Kopf.
„Wie soll das denn bitte gehen? Ich kenne ihn doch erst seit ein paar Stunden“, versuchte ich mich aus ihrer Diagnose heraus zu reden. Ich hörte sie noch leicht seufzen, ehe sie wieder zum sprechen ansetzte.
„Du bist verliebt, Liebes. Alles spricht dafür und niemand kann sich entscheiden wann und in wen man sich verliebt. Je eher du das begreifst, desto besser ist es dann für dich. Außerdem scheint es ihm ja auch nicht anders zu ergehen, so wie du das beschrieben hast. Hinzu kommt, dass ich euch vorhin auch noch gesehen hatte und ich nun erst recht davon überzeugt bin. Das nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick.“
Irrte ich mich oder war sie grade am schwärmen?
Liebe auf den ersten Blick?
Eigentlich dachte ich, dass es so was nur in Filmen gibt. Und außerdem, musste man jemanden nicht erst richtig kennen lernen, bevor man sich verliebt?
Was diesen Punkt anging musste ich noch mal in Ruhe nachdenken, sobald ich alleine war.
Denn so abwegig erschien mir dieser Gedanke überhaupt nicht mehr, besonders wenn ich daran dachte, was im Bistro geschehen war.
Erst dieser unglaublich intensive Blick, bei dem ich überall ein leichtes Kribbeln verspürte und dann die Geschichte mit dem Teller, worüber ich mich auch gefreut hatte.
Außerdem hatte er mich süß genannt, woraufhin ich sofort rot wurde, was bei solch Komplimenten normalerweise bei mir nicht der Fall war.
Zuletzt kam dann noch die Sache mit Tanya hinzu und dieses Stechen, welches ich verspürt hatte. Und genau da war auch schon der alles entscheidende Faktor. Selbst wenn ich wirklich in Edward verliebt sein sollte, hätte ich nicht die geringste Chance.
„Wie kannst du behaupten, dass es ihm da nicht anders ergeht? Er hat doch eine Freundin!“, fragte ich an Angela gerichtet, die mich komisch ansah. Ihren Gesichtsausdruck konnte ich überhaupt nicht deuten.
„Ja, Tanya! Sie ist wirklich nett aber ich glaube nicht, dass sie die Richtige für ihn ist. Sie sind zwar schon seit etwa vier Jahren zusammen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es noch länger halten wird“, erzählte sie mir und zwinkerte mir zu.
Wieso mussten mir heute alle möglichen Personen zuzwinkern? Und außerdem, wie kam sie zu dieser Vermutung?
Ich wusste nicht, woher diese plötzliche Wut kam die ich verspürte, aber ich versuchte mich zusammen zu reißen.
Angela war nett und hatte mir in einem Moment zugehört, wo ich sonst niemanden zum reden hatte und dafür war ich ihr dankbar.
Mit dem Versprechen, niemandem von unserem Gespräch zu erzählen, verabschiedete ich mich noch von Angela, ehe Edward noch durch die Tür kommen würde.
Ich war gerade bei den Aufzügen angelangt und war grade dabei auf den Knopf zu drücken, als eine Hand an mir vorbeischoss und ihn zuerst betätigte.
Mein Kopf schnellte nach links nur um wieder in grüne Augen versinken zu können.
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Der Tag verging leider nicht so schnell wie er angefangen hatte.
Zwischen Edward und mir war die Atmosphäre eine andere geworden und ich versuchte ihn so wenig wie möglich anzusehen, damit ich ihm nicht mehr verfiel.
Er jedoch schien dies zu bemerken und manchmal konnte ich ihn schwer seufzen hören. Ab und zu versuchte er meine Aufmerksamkeit zu erlangen, was ihm manchmal sogar gelang.
Mal war es nicht beabsichtigt, dass ich ihm meine Aufmerksamkeit schenkte und manchmal tat ich es einfach nur, damit er nicht bemerken konnte was mit mir los war.
Er sah so anders aus als in der ersten Hälfte von diesem Tag.
Vom äußeren Erscheinungsbild hatte er sich nicht verändert, außer vielleicht das seine Haare noch chaotischer waren, weil er sie sich immer raufte.
Es waren vielmehr seine Augen, seine Ausstrahlung. Und mit keinem Wort erwähnte er an diesem Tag noch die Vorkommnisse im Restaurant.
Ab und zu gelang es ihm sogar mir ein kleines Lachen zu entlocken.
Kurz vor meinem ersten Feierabend wurde die Stimmung wieder etwas gelöster und Edward bekam wieder das Glänzen in seinen Augen zurück.
Er fragte mich noch, ob er mich nach Hause bringen könnte aber ich erwiderte nur, dass ich eh noch zu Bob müsste und er eine Freundin zu Hause hätte, die auf ihn warten würde.
Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, bekam Edward wieder diesen gequälten Gesichtsausdruck und das Glitzern in seinen Augen schien wieder verschwunden.
Mit einem „Tschüss, bis morgen“ verabschiedete ich mich schnell von ihm und ging in Richtung der Aufzüge um meinen Chef von meinem ersten Tag berichten zu können.
Mein persönliches Dilemma ließ ich dabei natürlich außen vor.
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Seit fast vier Monaten arbeitete ich nun schon bei der Greate Company und mit jedem Tag machte es mir mehr Spaß hier arbeiten zu dürfen.
Viele Menschen hassten ihren Job, verabscheuten ihn regelrecht, aber diese Gefühle konnte ich nicht teilen.
Ich liebte es kreativ sein zu können und in dieser Firma konnte ich meiner Kreativität wirklich freien Lauf lassen.
Hinzu kam auch noch, dass ich wirklich nette Arbeitskollegen hatte, die mich mit offenen Armen empfangen hatten, doch keiner von ihnen war mit auch nur annähernd mit Edward zu vergleichen.
Genau siebzehn Wochen waren seit meinem persönlichen Desaster im Bistro vergangen.
Siebzehn Wochen, in denen ich mit Edward nicht mehr so ausgelassen seien konnte wie ganz am Anfang.
Es war anders zwischen uns, aber nicht mehr so angespannt wie nach der Sache im Bistro.
Schon in meiner ersten Woche wurde mir bewusst, dass ich mich tatsächlich in Edward verliebt hatte.
Anfangs hatte ich noch versucht den nötigen Abstand zu bewahren, aber er machte es mir einfach nicht möglich.
Einerseits, weil er nicht von meiner Seite weichen wollte und andererseits, weil ich auch gar nicht erst wollte, dass er das tat.
Es war angenehm ihn in meiner Nähe zu wissen, selbst wenn es nur hier in der Agentur so ging.
Unsere Mittagspausen verbrachten wir immer zusammen, auch wenn ich mich erst dagegen gewehrt hatte, aber Edward bestand darauf und ich konnte ihm keinen einzigen Wunsch abschlagen.
Jedes Mal hatte ich jedoch Angst, dass Tanya wieder aufkreuzen würde um ihm bei der Mittagspause Gesellschaft zu leisten, was aber Gott sei Dank nicht noch einmal vorkam.
Denn jetzt, mit dem Wissen bedingungslos in ihn verliebt zu sein, wäre es für mich eine Qual gewesen, ihn zusammen mit seiner Freundin sehen zu müssen.
Ich war gerade in meinem Büro und machte mir Gedanken über eine meiner neuen Kampagnen, als ich es an meiner Tür klopfen hörte.
Überrascht, weil es ungewöhnlich war, dass jemand so kurz vor Feierabend an meiner Bürotür anklopfte, erhob ich meinen Blick von meiner gerade entworfenen Zeichnung.
Mein Blick fiel zur Tür in der Hoffnung, dass wenn ich sie nur lange genug anstarrte, ich wüsste, wer dieser geheimnisvolle Klopfer hinter der Tür war.
Aber da ich ja wusste, dass so etwas, außer in gewissen Comics, Serien oder Filmen nicht möglich war, rief ich „herein“ und ein bronzener Haarschopf erschien in meinem Büro.
Edward sah mich an und fing sofort an zu lächeln. Warum musste er mir das denn auch immer so schwer machen?
„Was gibt’s?“, wollte ich von ihm wissen und versuchte mich wieder auf meine Arbeit zu konzentrieren.
„Könntest du vielleicht einen Moment von deiner Arbeit ablassen?“, fragte er mich, während er sich auf den Stuhl mir gegenüber niederließ.
Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, meine Hände blieben jedoch auf meinem Schreibtisch liegen und spielten abwechselnd mit dem Stift in meiner Hand.
Ich brauchte einfach eine Beschäftigung wenn er in meiner Nähe war.
Egal ob sinnvoll oder nicht.
Bis jetzt kam es noch nie vor, dass er kurz vor Dienstschluss in mein Büro herein kam.
Er schien etwas nervös, warum auch immer, doch letztendlich raffte er seine Schulter und hob seinen Blick, nur um direkt in meine Augen blicken zu können.
„Ich wollte dich etwas fragen… Also eigentlich ist es eher eine Bitte“, fing er an um mir den Grund für sein Auftreten zu erklären.
„Und zwar wollte ich dich bitten mit mir auszugehen“, kam es von seinen Lippen, auf denen sich ein schiefes Lächeln zeigte.
Ungläubig konnte ich ihn nur anstarren und der Stift, den ich noch in meiner rechten Hand hielt, fiel laut auf das Holz meines Schreibtisches.
„Du willst mit mir ausgehen? So richtig ausgehen? Wie bei einem Date?“, fragte ich ihn noch mal und das ich der ganzen Sache noch nicht so recht traute, konnte man in meiner Stimme deutlich hören.
„Ja!“, antwortete er mir ohne mit der Wimper zu zucken und immer noch mit einem schiefen Lächeln im Gesicht.
Ich konnte es wirklich nicht glauben. Ein Date? Ein richtiges Date? Warum? Und warum jetzt? Was war mit seiner Freundin?
Meine Hand griff wieder nach dem Stift, der auf meinem Schreibtisch gefallen war und mein Blick richtete sich wieder auf die Zeichnung, an der ich vor seinem Eintreten gearbeitet hatte.
Ich konnte es einfach nicht fassen. Wie aus heiterem Himmel hatte er mich jetzt um ein Date gefragt.
Meine Gedanken und Gefühle spielten verrückt und in der Hoffnung, dass ich mich nur verhört hatte, versuchte ich weiterhin meiner Arbeit nachzugehen.
Leichter gesagt als getan, denn ich konnte mich überhaupt nicht mehr auf meine Tätigkeit konzentrieren. Seine Worte hallten immer wieder in meinem Kopf und seine Mimik und Gestik spielte sich unaufhörlich vor meinem inneren Auge ab.
Nur ganz schwach konnte ich aus meinem Augenwinkel erkennen, wie er nervös auf dem Stuhl mir gegenüber hin und her rutsche.
Ich tat jedoch so, als ob er gar nicht hier wäre und versuchte ihn so gut wie möglich zu ignorieren, was bei ihm aber schier unmöglich erschien.
Er hatte so eine starke Ausstrahlung, so eine starke Präsenz, dass es ausgeschlossen war ihn nicht zu bemerken.
„Sag doch bitte etwas“, hörte ich seine wunderschöne Stimme, die sich wie ein Glockenspiel in meinen Ohren anhörte.
Tief durchatmend schloss ich meine Augen, um mich im nächsten Moment auf seinen gottesgleichen Anblick vorbereiten zu können.
„Was willst du denn von mir hören?“, flüsterte ich leise in den Raum und richtete meinen Blick auf.
Wie es nicht anders zu erwarten war, trafen seine Augen direkt meine, aber ich wollte mich zusammen reißen.
Ich durfte nicht schon wieder in seine überwältigenden Augen versinken, mich nicht darin verlieren, denn dann könnte ich kein vernünftiges Gespräch mehr zu Stande bekommen.
Es war notwendig für mich zu erfahren, was das Ganze hier sollte und warum er es ausgerechnet jetzt und hier tat.
Ich wusste wirklich nicht, was ich dazu sagen sollte.
Tausende Gedanken wirbelten in meinem Kopf herum und das Zehnfache an Fragen schien geradezu auf eine Antwort zu warten.
„Die Wahrheit“, erklärte er mir und musterte mich dabei ganz genau.
„Die Wahrheit“, murmelte ich vor mich hin und versuchte meine Gedanken so gut wie möglich zu ordnen.
„Was ist mit dir und Tanya? Ich denke nicht, dass sie so begeistert wäre, wenn ich mit dir, außerhalb der Firma, ausgehen würde. Hinzu kommt noch, dass ich mich niemals in eine Beziehung eindränge und…“ Edward stoppte meinen Redeschwall, indem er seine Hand hob und ein „Bella“ seine Lippen verließ.
„Mit Tanya und mir ist Schluss. Schon etwas länger“, erklärte er mir während ich, wieder einmal, in seine Augen sah und versuchte herauszufinden, ob er mir dir Wahrheit sagte. Tatsache war, soweit ich das beurteilen konnte, dass ich in seinen Augen nicht den leisesten Ansatz einer Lüge finden konnte.
„Seit wann genau?“, verlangte ich von ihm zu wissen.
„Vor ungefähr drei Monaten haben wir uns getrennt. Ich denke, dass Tanya auch gemerkt hat, dass es zwischen uns nicht mehr so lief wie früher“, erklärte er mir und sah die ganze Zeit in meine Augen.
„Und warum fragst du mich erst jetzt nach einem Date?“, führte ich meine Fragerunde fort, worauf ich nur Edwards leises seufzen hören konnte.
„Ich denke, es wäre weder dir, noch Tanya gegenüber fair gewesen, wenn ich mich sofort auf etwas Neues gestürzt hätte“, fuhr er mit seiner Erklärung fort, während ich ihn nur anstarren konnte.
Wenn ich so darüber nachdachte, dann war es absolut logisch.
Außerdem hatte er Recht. Es wäre wirklich nicht richtig gewesen, wenn er nach seiner vierjährigen Beziehung mit Tanya einfach weiter gemacht hätte.
Allein schon, dass er so gehandelt hatte führte dazu, dass ich mich nur noch mehr in ihn verliebte.
Ich konnte ihn verstehen, aber trotzdem dränge sich mir die Frage auf, warum er mir nicht erzählt hatte, dass er wieder Single war denn dieses Wissen hätte mir so manchen Kummer erspart.
Vor allem meine Mittagspausen hätte ich dann wesentlich entspannter verbringen können.
„Warum ich?“, fragte ich ihn, nachdem es eine Weile still zwischen uns gewesen war.
Die Arbeit, die auf meinem Schreibtisch lag, hatte ich mittlerweile schon vollkommen vergessen.
Ich konzentrierte mich nur auf Edward.
Auf uns und auf diese für mich mehr als nur wichtige Unterhaltung.
Er lächelte schief, rückte mit seinem Stuhl näher an meinen Schreibtisch heran und stützte seine muskulösen Unterarme darauf ab.
„Weil ich mich in deiner Nähe sehr wohl fühle. Weil du mich immer und überall zum lachen bringst. Weil ich in deiner Nähe ich selbst sein kann und vor allem, weil ich durch dich so kreativ bin, wie noch niemals zuvor in meinem Leben“
Seine Worte waren Balsam für meine Seele.
Ich hatte nicht einen einzigen Zweifel an dem, was er gerade gesagt hatte.
Das Glitzern in seinen Augen, welches noch nie so stark gefunkelt hatte wie in diesem Moment, bestätigte mir die Wahrheit.
„Das sind nur wenige der Gründe, warum ich mit dir ausgehen will, Bella“, fing er wieder an und riss mich aus meinen Gedankengängen.
Ich räusperte mich schnell und setzte mich etwas aufrecht hin.
„Wie kommst du darauf, dass ich mit dir ausgehen will?“, fragte ich ihn und musste mir ein Grinsen verkneifen.
Jedoch ließ sein Grinsen auch nicht lange auf sich warten und diese Reaktion seinerseits, verwirrte mich ein wenig.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass er durch meine Frage etwas geschockt sein würde.
Edward beugte seinen Oberkörper noch etwas nach vorne und beinah automatisch schien ich seine Bewegung nachzahmen.
„Da ist Etwas zwischen uns, Bella. Etwas, was sich nicht so leicht beschreiben lässt und ich weiß, dass du es auch spüren kannst.“ Er sprach mit so einer Intensität und sah dabei so tief in meine Augen, in meine Seele, dass es mir eigentlich schon unangenehm sein sollte, aber das Gegenteil war der Fall.
Er hatte Recht mit dem, was er über uns gesagt hatte.
Auch ich konnte von Anfang an diese Verbindung, dieses gewisse Etwas zwischen uns spüren und mit jeden Tag, jeder Stunde und jeder Minute die verging, schien dieses Gefühl nur stärker zu werden.
Erging es ihm denn wirklich genau wie mir?
Konnte es wirklich sein, dass ich nach diesen vier Monaten, in denen ich schon beinahe meine ganze Hoffnung verloren hatte, etwas Glück gefunden hatte?
War es tatsächlich möglich?
Zufrieden lächelnd beugte ich mich etwas weiter zu ihm, sodass meine Lippen direkt neben seinem Ohr stoppten.
„Okay“, flüsterte ich ihm zu und bemerkte direkt seinen stockenden Atem.
„Ich werde mit dir ausgehen.“
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Es war Samstag und ich hatte noch genau eine viertel Stunde, bis Edward mich zu unserem Date abholen würde.
Ich lief, schon komplett fertig für unsere Verabredung hergerichtet, durch meine Wohnung und konnte mich einfach nicht entscheiden, in welchem dieser Räume ich die restliche Zeit verbringen sollte.
Eigentlich sollte mir diese Entscheidung nicht besonders schwer fallen, denn die Auswahl der einzelnen Zimmer war gering.
Ich lebte allein, also warum hätte ich mir eine größere Bleibe zulegen sollen? Für mich war es genug und das war das einzige was zählte.
Ehe ich mich versah hörte ich auch schon die Türglocke läuten.
Schnell sah ich auf die Uhr, die auf der Kommode neben meinem Bett stand nur um festzustellen, dass Edward fünf Minuten zu früh zu unserer Verabredung erschien.
Konnte er es genauso wenig abwarten wie ich?
Ich sprintete zu meiner Wohnungstür und durch meinen schnellen Gang konnte man die Absätze meiner Schuhe auf dem Parket klackern hören.
Bevor ich meine Wohnungstür erreichen konnte verlangsamte ich meinen Schritt und drückte rechts neben der Tür auf den Schalter, damit ich Edward öffnen konnte.
Ich hätte schwören können, dass nur wenige Sekunden vergingen nachdem ich es an meiner Tür Klopfen hörte.
War er hier hoch gesprintet? Schließlich befand sich meine Wohnung im dritten Stock.
Meine Hand war bereits an der Türklinke, als ich noch einmal kurz meine Augen schloss und tief durchatmete und ich mich somit auf den kommenden Abend vorbereiten konnte.
Die Nervosität, die mich schon den ganzen Tag und die gesamte restliche Woche begleitet hatte, schien in genau diesem Zeitpunkt ihren Höhepunkt gefunden zu haben.
Doch in dem Moment, als ich die Türklinke nach unten drückte und ich Edwards atemberaubende Gestalt vor mir sah, war meine Nervosität erloschen.
Ein Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht, als ich ihn so vor mir stehen sah.
Er hatte eine Blue Jeans an, kombiniert mit einem roten Hemd an dem er die ersten paar Knöpfe aufgelassen hatte was dazu führte, dass seine Brusthaare etwas hervorlugten.
Kurz konnte ich meinen Blick nicht davon abwenden, aber als ich ihn leise Räuspern hörte, erwachte ich letztendlich aus meiner Starre und hob meinen Kopf nur um zu sehen, wie mich seine grünen Augen musterten.
Seine smaragdgrünen Augen stachen durch sein rotes Hemd nur noch mehr heraus, was dazu führte, dass ich mich nur noch schneller in diesen verlieren würde.
Dabei dachte ich, dass das nicht mehr möglich wäre.
„Möchtest du mich nicht rein bitten?“, fragte er mich und trug wieder sein schiefes Grinsen auf den Lippen.
Kurz runzelte ich die Stirn, schüttelte meinen Kopf um wieder etwas klarer zu werden und ging einen Schritt zurück um ihm so zu Signalisieren, dass er mein Reich ruhig betreten durfte.
Eine seiner Hände, die bis dato hinter seinem Rücken verschränkt war, ließ er zum Türknauf wandern um die Türe zu schließen.
„Ich habe etwas für dich“, flüsterte er in die Stille hinein und trat einen Schritt auf mich zu.
Die Hand, die zuvor noch hinter seinem Rücken verborgen war, kam aus ihrem Versteck empor und hielt mir etwas hin.
In seinem Blick konnte ich einen Hauch von Unsicherheit herauslesen, was mich etwas verwirrte. Wann verwirrte mich dieser unglaubliche Mann eigentlich nicht?
Meine Augen wandten sich von seinem Gesicht ab, nur um meinen Blick auf das zu richten, was er mir in seiner Hand entgegenstreckte.
Es war ein Kaktus, eingepflanzt in einem kleinen Topf, welcher perfekt in Edwards Handfläche passte.
Verwirrt runzelte ich meine Stirn und mein Blick wanderte zwischen ihm und dem Kaktus hin und her.
Was hatte es zu bedeuten? Hatte es überhaupt etwas zu bedeuten?
Schenkte man einem zu einem Date nicht normalerweise einen Strauß Blumen?
Wurden rote, langstielige Rosen nicht normalerweise bei einem Rendevouz bevorzugt?
Sollte der Kaktus ein Symbol dafür sein, dass er mich doch nicht wollte?
Nicht auf die Art und Weise an der ich an ihm interessiert war?
Edward schien meinen unsicheren Blick bemerkt zu haben.
Seine grünen Augen suchten meine braunen und als sich unsere Blicke trafen räusperte er sich schnell.
„Als wir uns kennen gelernt haben hast du mir mal erzählt, dass du deine Heimat vermisst“, fing er mit seiner Erklärung an, die mich noch kein Stück weiter gebracht hatte.
„Du hast mir erzählt, dass dir die Kakteen am Meisten fehlen würden. Ich weiß noch wie du mir gesagt hast, dass du diese Pflanzen bewunderst. Sie seien die Außenseiter der Pflanzenwelt und trotzdem so stark und stabil. Ich dachte mir, dass ich dir eine Freude mache indem ich dir ein Stück deiner Heimat in dein neues zu Hause bringe“, erklärte er mir und sogar aus seiner Stimme konnte ich eine Spur von Unsicherheit heraus hören.
Er wusste es noch? Er wusste tatsächlich noch, was ich ihm damals erzählt hatte?
Gut, es war nur vier Monate her, aber ich hatte ihm gegenüber nur beiläufig von Phoenix erzählt, war kurz abgeweicht und hatte ihm von meiner Vorliebe für Kakteen vorgeschwärmt.
Ich konnte nicht glaube, dass er tatsächlich daran gedacht hatte.
Wenn ich vorher dachte, dass dieser Kaktus keine romantische Geste war dann wurde mir jetzt klar, wie sehr ich mich doch geirrt hatte.
Dieser Kaktus war das romantischste, was ich jemals geschenkt bekommen hatte.
Für Andere wäre ein Strauß roter Rosen wohl romantischer, genau wie er es für mich vor wenigen Augenblicken gewesen war, aber jetzt, wo er mir seine Gedanken mitgeteilt hatte, wurde ich eines besseren belehrt.
Er wusste es noch und hatte dieses Wissen bei unserem ersten Date genutzt.
Ich fühlte mich bewegungsunfähig und konnte nur weiterhin mit meinen Augen zwischen ihm und dem Kaktus hin und her wandern, ehe er an Edwards verunsichertem Blick hängen blieb.
Meine Augen fühlten sich feucht an, als ob Tränen der Rührung aus ihnen entfliehen wollten und meine Kehle war so trocken, als hätte ich seit Tagen nichts mehr getrunken.
Ich musste mich zusammenreißen und diesem unglaublichem Geschöpf vor mir zeigen, wie sehr ich mich über diese romantische Geste freute.
Die Zweifel, die ich in seine Augen ablesen konnte, musste ich schleunigst beseitigen.
Ich musste ihm zeigen, wie viel es mir bedeutete.
Wie aus dem Nichts bewegte ich mich auf Edward zu, schlang meine Arme um seinen Hals und zog ihn in eine feste Umarmung. Es dauerte etwas, bis ich seine Arme um meinen Rücken spüren konnte, die mich fester an sich drücken wollten.
Durch den Kaktus, den er noch immer in seiner Hand hielt, gestaltete sich sein Vorhaben etwas schwieriger.
„Danke“, flüsterte ich ihm leise ins Ohr und drückte ihn, um meinen Dank zu verdeutlichen etwas fester an mich.
Edward erwiderte diesen Griff und gab mir einen Kuss auf die Wange.
„Immer wieder gern“, flüsterte er genauso leise in mein Ohr.
Eine Weile standen wir noch Arm in Arm bei mir im Flur und verfielen in ein angenehmes Schweigen, ehe unser Date offiziell anfangen würde.
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